Die ersten Autounfälle der Geschichte
Die ersten Verkehrsunfälle der Geschichte und der erste Unfall eines Elektroautos der neuen Generation.

Vor wenigen Tagen wurde in Paris eine Frau von einem Pininfarina B0 angefahren, einem Elektroauto des Autovermieters Autolib, und wurde damit zur ersten Person, die von einem Elektrofahrzeug der neuesten Generation angefahren wurde. Offenbar hat diese Frau das sich nähernde Motorgeräusch des Wagens nicht gehört, einfach weil kein Motorgeräusch zu hören war. Glücklicherweise erlitt sie nur unbedeutende Prellungen.
Das hat mich dazu gebracht, einen Zusammenhang zwischen diesem Unfall in der heutigen „neuen Ära“ des Elektroautos und dem ersten Unfall dieser Art in der Geschichte herzustellen, zu Beginn des Automobils, sowie weiteren Unfällen, die „die ersten“ waren. Dabei haben sich die historischen Daten, auf die man unterwegs stößt, als äußerst interessant erwiesen.
Wir beginnen mit der ersten Person, die von einem Automobil angefahren wurde. Am 17. August 1896 war die Britin Bridget Driscoll das erste Opfer eines Unfalls dieser Art: In London wurde sie von einem Vorführwagen der Firma Anglo-French Motor Carriage Company erfasst, der von einem gewissen Arthur Edsall gelenkt wurde. Leider starb die Frau, obwohl das Fahrzeug nicht schneller als 7 km/h fuhr, was seine Höchstgeschwindigkeit war.
Die Elektrofahrzeuge, zu Beginn des 20. Jahrhunderts sehr beliebt, sorgten jedoch schon bald für Schlagzeilen, was Unfälle betraf: Am 13. September 1899 wurde Henry Bliss in New York von einem Elektrotaxi überfahren und tödlich verletzt. Mehr als ein Jahrhundert später erinnern verschiedene Opferverbände in den USA bei ihren jährlichen Gedenkveranstaltungen noch immer an Bliss.
Das erste Opfer eines dampfbetriebenen Autos gab es in Irland. Eine Hobby-Wissenschaftlerin namens Mary Ward, die durch ihre Illustrationen und ihre Studien in den Naturwissenschaften berühmt wurde, fiel aus dem Dampfwagen, in dem sie als Passagierin mitfuhr. Pech für sie: Eines der schweren eisernen Räder des Fahrzeugs rollte über sie hinweg.
Der erste Unfall eines Fahrzeugs ohne Beteiligung eines anderen ereignete sich etwa 1770, als Nicolas-Joseph Cugnot mit seinem Dreirad mit atemberaubenden 4 km/h gegen eine Mauer prallte. Dieses Fahrzeug hatte vorne auf dem Rad einen Kessel und einen Motor mit zwei senkrechten Zylindern und (haltet euch fest) einen Hubraum von 50 Litern. Dieser Unfall ähnelt dem, den Carl Benz viele Jahre später bei der Erprobung eines seiner Prototypen am eigenen Leib erlebte.
Der erste Unfall, an dem zwei Fahrzeuge beteiligt waren, ereignete sich in New York zwischen einem Auto und einem Fahrrad. Während ein Durye Motor Wagon ruhig dahinfuhr, war in einer parallelen Straße Evelyn Thomas auf ihrem Fahrrad unterwegs. Beide Fahrzeuge kreuzten sich weiter vorne und stießen zusammen. Glücklicherweise wiederholte sich hier die Regel „Mensch gegen Maschine ergibt toten Menschen“ nicht, und das Opfer blieb unverletzt.
Abgesehen von den beiden genannten Fällen verliefen die ersten Unfälle überwiegend tödlich. Das enorme Gewicht der frühen Fahrzeuge, die massiven, oft aus Eisen bestehenden Räder, ihre Konstruktion mit vielen Kanten und scharfen Teilen und die fast vollständige Abwesenheit von Bremsen bei den meisten von ihnen machten aus einer so harmlosen Situation, wie sie das Titelbild dieses Artikels zeigt, ein Unglück.
Quellen | Anfrix, Wikipedia, Straight Dope
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