Test Skoda Superb 1.4 TSI 150 CV, eine XL-Limousine

Der Skoda Superb war schon immer eine enorme Limousine, die im Segment dennoch ziemlich unbemerkt geblieben ist. Seine größten Trümpfe waren stets der Innenraum und der Preis, der jeden vergleichbaren Rivalen ausstach. Mit der neuen Generation bleiben seine Stärken intakt, und zudem wird er durch das neue Außendesign, mehr Technik, mehr Sicherheitsausstattung und einen weiterhin unschlagbaren Preis verbessert.
Der neue Skoda Superb ist ab 21.390 Euro erhältlich. Das Angebot umfasst einen 150-CV-Benziner (den wir getestet haben) und drei Dieselmotoren: 1.6 TDI mit 120 CV, 2.0 TDI mit 150 CV und 2.0 TDI mit 190 CV (erhältlich mit Schalt- oder Automatikgetriebe, beim 190-CV-Modell sogar mit Allradantrieb). Der Benziner, der 1.4 TSI mit 150 CV, kann sehr interessant sein für Fahrer, die nicht viele Kilometer im Jahr zurücklegen, und verfügt über das Zylinderabschaltsystem zur Kraftstoffersparnis.
Außendesign: raffinierte deutsche Linien

Bisher hatten die früheren Generationen des Superb im Design nicht ihren besten Verbündeten, es war ein großes, sehr geräumiges Auto mit einem schlichten Außendesign. Zum Glück hat sich das geändert, und Skoda hat beim Außendesign nachgelegt: Entstanden ist eine Limousine mit Persönlichkeit, mit klar deutschen Linien, die jedoch nicht gleichgültig lassen. Sowohl vorne als auch hinten zeigt sich die Eleganz in jeder Linie. Es ist ein großes Auto: 4,86 Meter lang, 1,86 Meter breit und 2,84 Meter Radstand, was sich in einem geräumigen Innenraum niederschlägt.
Vorne fallen die Scheinwerfer auf (je nach Ausstattung mit Full-LED-Technik) sowie eine Motorhaube mit markanten Linien, die den neuen Kühlergrill der Marke und das neue Design des tschechischen Logos betonen. Die Versionen mit LED-Scheinwerfern fallen besonders durch das Design der Leuchten auf, bei denen Dioden die Form nachzeichnen und ihnen einen anderen, markanten „Blick“ verleihen (vor allem die Positionsleuchten). An der Seitenlinie dominieren Eleganz und Schlichtheit, wobei die Multispeichen-Leichtmetallfelgen auffallen, die bei unserem Testwagen 19 Zoll groß waren.

Am Heck schließlich sind die Leuchten erneut die Hauptdarsteller (sie verfügen für einige Beleuchtungsfunktionen über LED-Technik), und der Kofferraum hat eine enorm große Ladeöffnung. Dafür entfällt die Funktion, die Klappe im Stil einer Schrägheckklappe mit integrierter Scheibe zu öffnen (man hat sich jetzt für die größere Öffnung entschieden). Dafür ist optional eine elektrische Betätigung erhältlich.
Innenraumdesign: schlicht, und Rücksitze für einen Staatschef

Das Armaturenbrett ist schlicht gestaltet, sehr deutsch, mit allem Notwendigen und durchaus ordentlichen Verarbeitungen. Im Zentrum des Armaturenbretts steht der Touchscreen, der die Funktionen Navigation, Unterhaltung und optional sogar DVB-T vereint. Im unteren Bereich befindet sich die Klimaanlage, und rund um den Schalthebel finden sich schließlich einige Tasten, mit denen die Fahrassistenten und die übrige Ausstattung gesteuert werden. Die Sitzposition ist komfortabel, mit guter Sicht und allem in Reichweite. Besonders hervorzuheben sind die Sitze, die den Körper gut stützen und einen korrekten seitlichen Halt bieten (bei unserem Testwagen gab es elektrische Verstellung mit Speicher und Sitzheizung).
Als kuriose Besonderheit verbirgt sich in den vorderen Türen weiterhin der legendäre Regenschirm, den keine andere Limousine auf dem Markt besitzt (außer Rolls-Royce). Es ist ein sehr praktisches, einfaches Detail, das uns an einem Regentag aus der Patsche hilft.

Das Beste am Innenraum des Superb sind die Rücksitze: Drei Personen reisen dort ordentlich, und zwei Erwachsene reisen hervorragend. Der Superb ist ein großes Auto mit einem großzügigen Radstand, und das spürt man im Innenraum. Es gibt keine Platzprobleme auf den Rücksitzen, weder bei der Kopffreiheit noch bei der Beinfreiheit. Die Rücksitze verfügen über eine unabhängige Klimatisierung und sind zudem beheizbar.
Kofferraum und Stauraum: 625 Liter zum Befüllen

Der Kofferraum ist ein weiterer Trumpf des Skoda Superb, der im Vergleich zur Vorgängergeneration größer geworden ist. Mit seinen 625 Litern Fassungsvermögen hat er nur wenige Rivalen. Neben seiner Größe ist er auch sehr gut nutzbar, denn er hat eine niedrige und sehr große Ladeöffnung, wenn man die Klappe und die Scheibe vollständig öffnet (allerdings verfügt er nicht mehr über das doppelte Öffnungssystem, das die Vorgängergeneration hatte).
Im Bereich Stauraum stechen die verschiedenen Ablagen im Innenraum hervor, von den Türablagen in angemessener Größe bis zu einem Fach im Mitteltunnel, das zusammen mit dem typischen Kofferraumfach eine beachtliche Tiefe hat. Als praktisches Detail gibt es mehrere 12-V-Steckdosen im Kofferraum und eine Tablet-Halterung hinter dem Beifahrersitz.
Motor und Leistung: Benziner, warum nicht?

Der Testwagen ist die einzige verfügbare Benzinversion. In unserem Land hat die tschechische Marke auf Dieselmotoren gesetzt (die in diesem Segment am meisten verkauft werden). Wer also einen Benziner-Superb möchte, kann nur den 1.4 TSI mit 150 CV wählen. Dieser Motor ist dem deutschen Konzern schon lange bekannt und wurde mit den neuesten Verbesserungen aktualisiert, etwa der aktiven Zylinderverwaltung (ACT), die zwei Zylinder abschalten kann, wenn wir nicht viel Beschleunigung brauchen.
Mit diesem 1.4-TSI-Block mit 150 CV ist ein manuelles Sechsganggetriebe gekoppelt, das sich korrekt anfühlt, wobei besonders die langen Übersetzungen des sechsten Gangs hervorstechen, die den Verbrauch auf Landstraßen und Autobahnen senken.
Dieser Motor, der von einem Turbolader unterstützt wird, überzeugt durch seine Leistungsentfaltung, denn seine 150 CV reichen mehr als aus, um den Superb souverän zu bewegen, sodass man problemlos überholen oder mit beladenem Auto fahren kann. Besonders gefallen hat uns die Laufruhe des Antriebs, denn er ist kaum laut, und beim Anfahren ist er sehr sanft und dreht progressiv ohne Ruckeln hoch. Ein weiterer positiver Punkt ist seine Reaktion bei niedrigen Drehzahlen – dank des Turbos stehen seine 250 Nm Drehmoment bereits ab 1.500 U/min zur Verfügung.

Vier Zylinder oder zwei? Die jüngste Neuerung dieses Antriebs ist das aktive Zylindermanagement (ACT), das zwei der vier Zylinder abschalten kann, wenn die Leistungsanforderung gering ist. Das heißt, wenn wir zwischen 1.400 und 4.000 U/min fahren, das Drehmoment 100 Nm nicht übersteigt und bis 130 km/h, schaltet das System den zweiten und dritten Zylinder ab. Dank dieses Fortschritts können wir bei vorsichtigem Gasgeben recht sparsame Verbräuche erreichen (in unserem Fall auf Landstraßen etwa 5,5 bis 6 Liter pro 100 km). Wenn das System aktiv ist, zeigt das Display an, dass der Motor mit zwei Zylindern läuft, und man bemerkt auch eine Veränderung im Motorklang. Die Zuschaltung der übrigen Zylinder erfolgt sofort, wenn mehr Kraft benötigt wird.
Fahrverhalten: vor allem Komfort

Der Superb ist ein Auto mit beachtlicher Größe und auf den größtmöglichen Komfort für seine Insassen ausgelegt. Unser Testwagen verfügte über das adaptive Fahrwerk (DCC) mit Fahrmodusauswahl – Individual, Eco, Comfort, Sport und Normal. Mit dem adaptiven Fahrwerk wurde die Federung je nach Fahrmodus härter oder weicher, und zudem beeinflusste das die Härte der Lenkung und das Ansprechverhalten des Gaspedals.
Trotz seiner Größe (4,86 Meter Länge) und seines enormen Radstands (2,84 Meter) ist es ein Auto, das in Sachen Wendigkeit überrascht, denn zu keinem Zeitpunkt spürt man am Steuer Schwerfälligkeit, ganz im Gegenteil. Dafür spricht auch sein Gewicht von nur 1.395 kg. Zugegeben, seine Abmessungen machen es nicht zum besten Auto für kurvige Bergstraßen, aber sportlicher Schliff ist beim Superb ohnehin nicht das Ziel.
Der beste Einsatzort ist die Landstraße oder Autobahn: Er ist sehr komfortabel, mit einem Antrieb, der mehr als ausreicht, um ihn souverän zu bewegen, und mit einem Komfort an Bord, der über dem seiner Rivalen liegt. Die Fahrmodusauswahl zusammen mit dem adaptiven Fahrwerk macht sich vor allem beim Härtewechsel der Federung zwischen Sport- und Comfort-Modus bemerkbar, auch wenn es für mich ein Extra ist, auf das man bei einer Limousine dieser Klasse problemlos verzichten kann.
Verbrauch

Vorbei sind die Zeiten, in denen der Kauf einer Benziner-Limousine als Wahnsinn galt – Zeiten von Saugmotoren, die zwar ewig hielten, aber sehr hohe Verbräuche hatten. Unser Testwagen ist ein gutes Beispiel dafür: Er verfügt über eine Technologie zur Zylinderabschaltung, der Motor hat gerade einmal 1.400 cm³ (1.395 cm³) und besitzt eine Start-Stopp-Automatik, und all das dient dem Ziel, den Verbrauch so weit wie möglich zu senken.
Auf der Landstraße lag der Verbrauch auf unserer üblichen Teststrecke bei etwa 6,5 Litern pro 100 km, auf der Autobahn sank er auf 6,3 Liter pro 100 km. Auf Landstraßen mit wenig Steigung und mit vorsichtigem Gasfuß lässt sich dank der Zylinderabschaltung ein Durchschnitt von 5,5 Litern pro 100 km bei normaler Geschwindigkeit leicht halten. Auf unserer üblichen Stadtstrecke betrug der durchschnittliche Verbrauch 7,4 Liter pro 100 km.
Ausstattung: Sicherheit zuerst

Bei der Ausstattung beginnen wir immer mit den serienmäßigen Sicherheitselementen im Skoda Superb, der folgendes bietet: Front-, Seiten-, Kopfairbags und Knieairbag, Stabilitätskontrolle, ABS, Reifendruckkontrolle und automatische Bremse bei einer Kollision. Mit diesem Sicherheitsarsenal in Serie ist es logisch, dass er die fünf Sterne von Euro NCAP mit 86 % beim Erwachsenenschutz und 86 % beim Kinderschutz erhält. Besonders hervorzuheben ist das System Skoda Crew Protect Assist, das über die Sensoren des ESP erkennt, wenn ein Notmanöver stattfindet, und die Gurtstraffer anzieht, um auf einen möglichen Aufprall vorzubereiten. Kommt es am Ende nicht zur Kollision, lösen sich die Gurte von selbst wieder und man kehrt zur normalen Fahrweise zurück.
Die übrige Ausstattung ist in vier Stufen gegliedert: Active, Ambition, Style und Laurin & Klement. Serienmäßig gibt es unter anderem eine Zweizonen-Klimaanlage, 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, Touchscreen-Radio mit USB- und Bluetooth-Anschluss sowie Regen- und Lichtsensor. Die Ausstattungslinie Style fügt außerdem 17-Zoll-Felgen, Nebelscheinwerfer mit Kurvenlicht, vordere und hintere Parksensoren, Geschwindigkeitsregelung, elektrisch verstellbaren Fahrersitz mit Speicher und Innenbeleuchtung hinzu, neben weiteren Elementen.

Unser Testwagen hatte die Ausstattungslinie Style, allerdings mit einigen Extras, die es hervorzuheben lohnt. Das erste System, das uns überrascht hat, ist der Spurwechselassistent, der zudem eingreift, um uns in der Spur zu halten, indem er das Lenkrad leicht dreht. In engen Kurven dreht er allerdings nicht ganz durch, und aus Sicherheitsgründen warnt und deaktiviert er sich, wenn er erkennt, dass wir die Hände nicht am Lenkrad haben. Im Sicherheitspaket des „Lane Assist“ – dem Spurhalteassistenten – ist außerdem die Totwinkelwarnung enthalten, eine immer weiter verbreitete und sehr empfehlenswerte Ausstattung (beide Systeme zusammen kosten 860 Euro).
Das System „Front Assist“ bremst das Auto bei einer möglichen Kollision und lässt sich zudem mit der adaptiven Geschwindigkeitsregelung kombinieren, die automatisch den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug hält und bei Bedarf bremst (655 Euro). Außerdem war in unserem Testwagen der „Light Assist“ verbaut, der jederzeit den richtigen Lichtkegel hält, um andere Fahrer nicht zu blenden, und gleichzeitig das Fernlicht eingeschaltet lässt. Seine Funktionsweise ist schlicht hervorragend, eher typisch für den Audi A8, den wir kürzlich getestet haben, als für eine allgemeine Limousine. Alle genannten Preise sind Richtwerte, denn es gibt verschiedene Sicherheitspakete, die zusammen die Endrechnung senken.

Bei der Unterhaltungsausstattung fällt der TV-Tuner (1.040 Euro) auf, der uns ermöglicht, DVB-T im Auto zu empfangen, allerdings nur, wenn wir angehalten haben, da der Bildschirm sonst aus Sicherheitsgründen schwarz wird, um Ablenkung zu vermeiden. Es ist ein verzichtbares Extra, aber für alle, die einen Superb mit allem wollen, funktioniert er mehr als zufriedenstellend und der Empfang ist auch außerhalb der Städte sehr gut.
Preise Skoda Superb

Der Skoda Superb ist mit Rabatten ab 21.390 Euro für die Ausstattung Active mit 150-PS-Benziner erhältlich, während die Dieselpalette zum gleichen Preis für den 1.6 TDI mit 120 CV in der Ausstattung Active beginnt. Außerdem gibt es ein Angebot für die Ausstattung Ambition mit dem 150-CV-Diesel ab 24.750 Euro, komplett ausgestattet (17-Zoll-Leichtmetallfelgen, Touchscreen-Navigation, Bixenon-Scheinwerfer mit LED, Parksensoren und weitere Details). Die übrigen Preise:
- SUPERB 1.4 TSI 150 CV ACTIVE 27.070 Euro
- SUPERB 1.6 TDI 120 CV ACTIVE 26.570 Euro
- SUPERB 2.0 TDI 150 CV ACTIVE 28.670 Euro
- SUPERB 1.4 TSI 150 CV AMBITION 28.550 Euro
- SUPERB 1.6 TDI 120 CV AMBITION 28.050 Euro
- SUPERB 2.0 TDI 150 CV AMBITION 30.150 Euro
- SUPERB 2.0 TDI 190 CV AMBITION 32.150 Euro
- SUPERB 1.4 TSI 150 CV STYLE 30.870 Euro
- SUPERB 2.0 TDI 150 CV STYLE 32.470 Euro
- SUPERB 2.0 TDI 190 CV STYLE 34.470 Euro
- SUPERB 2.0 TDI 190 CV DSG STYLE 4X4 38.960 Euro
- SUPERB 2.0 TDI 150 CV L&K 37.520 Euro
- SUPERB 2.0 TDI 190 CV L&K 39.520 Euro
- SUPERB 2.0 TDI 190 CV DSG L&K 4X4 44.010 Euro
Meinung und persönliche Bewertung

Die Jahre vergehen, und der Skoda Superb bleibt eine Referenz in Sachen Raum. Vorbei sind die Generationen, die auf einer verlängerten Version des Passat basierten, oder die späteren mit einem Design, das nicht ganz überzeugen konnte. In der dritten Generation hat die tschechische Marke die Quadratur des Kreises geschafft: Sie bewahrt den Innenraum und ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis bei der Ausstattung und entwirft gleichzeitig eine sehr attraktive Limousine, die niemanden gleichgültig lässt.
Er ist für alle gedacht, die eine enorme und bequeme Limousine suchen, mit der sich viele Kilometer problemlos zurücklegen lassen (weshalb Taxifahrer sie so schätzen). Der leistungsstärkste Diesel ist der 2.0 TDI mit 150 CV, doch wer lieber Benzin fährt, für den ist der Motor, den wir bei unserer Probefahrt getestet haben – der 1.4 TSI mit 150 CV – mehr als ausreichend, um den Superb souverän und mühelos zu bewegen. Er ist keine sportliche Limousine, aber seine Wendigkeit und vor allem das geringe Gewicht haben uns überrascht.
Das Innendesign ist eher spartanisch, aber alles ist an seinem Platz und die Verarbeitung hochwertig. Bei der Ausstattung sticht vor allem die Sicherheitsausstattung hervor, die serienmäßig und optional verfügbar ist. Die optionalen Extras sind eher typisch für eine große Premium-Limousine als für das Segment des Superb, der in einer Preisklasse angesiedelt ist, in der kleinere Premium-Limousinen nur bei gelegentlichen Angeboten verfügbar sind oder nur mit knapp bemessener Ausstattung zu haben sind.
Alles in allem ist der Skoda Superb ein sehr empfehlenswertes Auto für alle, die Raum, Komfort und ein herausragendes Preis-Ausstattungs-Verhältnis suchen.
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Skoda Superb
Fotos | Testteam, Diego G. Moreira, R. Rodriguez
Technische Daten dieses Autos
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