Test Volkswagen Passat Alltrack 2.0 TDI 190 4Motion, wer braucht schon ein SUV?

Daniel Valdivielso    @valdi92    14 October 2016     11 min.
Test Volkswagen Passat Alltrack 2.0 TDI 190 4Motion, wer braucht schon ein SUV?

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Diese Woche steht im Testbereich von Highmotor eines der vielseitigsten Fahrzeuge des Marktes im Mittelpunkt: der Volkswagen Passat in seiner Variante Alltrack.

Ausgestattet mit einem 190 CV starken Dieselmotor, kombiniert mit einem sechsstufigen Automatikgetriebe DSG und dem Allradsystem 4Motion, erlaubt uns der Alltrack, das Auto für alles zu nutzen, was uns einfällt.

Robustes und stimmiges Außendesign

Die aktuelle Generation des Passat kam im Jahr 2014 auf den Markt und ist die achte in der “Nachfolgelinie” dieses traditionsreichen Modells. Der Passat wird seit über 40 Jahren weltweit verkauft und bietet meisterhaft eine perfekte Mischung aus Eleganz, Verarbeitungsqualität und Vielseitigkeit.

Der achte Passat steht dem nicht nach: Schon bei seiner Einführung wurde sein Design nach einer überaus gelungenen Modernisierung gelobt. Dem Golf folgend ist der Passat das zweite Modell, das die aktuelle Designtendenz von Volkswagen mit kantigeren Linien aufgreift.

Dieses Exemplar mit Alltrack-Ausstattung weist einige optische Änderungen auf, die die Silhouette des Fahrzeugs betonen. Die Alltrack-Ausstattung ist nur mit der Kombi-Karosserie erhältlich und bietet Farben und Felgen, die in keiner anderen Version verfügbar sind.

Die Front überzeugt durch die perfekte Integration von Kühlergrill, der weniger voluminös ist als der seines Vorgängers, und den Scheinwerfergruppen. Im unteren Bereich der Stoßstange befinden sich die Nebelscheinwerfer sowie eine Art “Schutz” in Metalloptik, der zwar aus Kunststoff besteht, optisch aber die Robustheit des Gesamtbildes unterstreicht.

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Die silbernen Details prägen die Persönlichkeit des Alltrack

Die Seitenansicht wird durch klare Linien bestimmt, wobei alle Konturen sehr gut herausgearbeitet sind. Die Leichtmetallfelgen haben 18 Zoll und ein eigens für den Alltrack entworfenes Design und sind mit Continental ContiSportContact 5 Reifen in der Dimension 245/55/18 bestückt. Als typisches Kombi-Fahrzeug runden die eloxierten Dachreling den Look ab. Die Radkästen sowie die Unterbodenverkleidung sind in grauem Kunststoff gehalten und ergänzen die Einstiegsleisten in Metalloptik. Auch die Spiegelkappen sind in demselben Material ausgeführt.

Am Heck finden sich Rückleuchten mit Full-LED-Technik, bündig in die Karosserie integriert, in horizontaler Anordnung, die sich bis zur Heckklappe ziehen. Kleine schwarze Zierleisten an den Seiten der Heckscheibe fungieren als “Verkleidung”, verbessern die Optik und die aerodynamische Effizienz des Gesamtfahrzeugs.

Die Stoßstange ist im unteren Bereich mit denselben grauen Kunststoffleisten abgeschlossen und enthält zusätzlich eine Platte in Metalloptik sowie zwei Rückstrahler. Als negativer Punkt fallen die beiden trapezförmigen Leisten auf, die die Auspuffendrohre imitieren. Sie sind nicht einmal hohl, da die echten Auspuffrohre zum Boden zeigen. Keine gelungene Lösung.

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Der Volkswagen Passat Alltrack misst 4,77 Meter in der Länge, 1,83 Meter in der Breite und 1,53 Meter in der Höhe, bei einem Radstand von 2,79 Meter. Diese Maße bedeuten eine Verlängerung der Gesamtlänge um 1 cm. Außerdem verfügt der Alltrack über eine Fahrwerksabstimmung, die die Bodenfreiheit gegenüber dem vergleichbaren Passat Variant um 2,75 Zentimeter erhöht, sodass der endgültige Wert bei 17,4 Zentimetern liegt.

Innengestaltung, wahrgenommene Qualität und Raumangebot zu gleichen Teilen

Im Innenraum ist die Veränderung deutlicher als an der Karosserie, die, wie es sich für einen Volkswagen gehört, eher auf Kontinuität setzt. Der Innenraum folgt der gleichen Tendenz gerader Linien wie außen, aber noch stärker ausgeprägt. Von Rundungen oder Kurven ist im Armaturenbrett keine Spur mehr zu finden.

Die verwendeten Materialien haben einen Schritt nach vorn gemacht und sind dem Vorgänger deutlich überlegen. So finden sich gepolsterte Kunststoffe im oberen und vorderen Bereich des Armaturenbretts sowie in den oberen Bereichen der vier Türen. Die Ablagen in den Türen sind mit rutschfestem Stoff ausgekleidet.

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Zahlreiche Details zeugen von der Besessenheit von Volkswagen für die wahrgenommene Qualität seiner Fahrzeuge, auch beim Passat. Es sind Elemente, die den Kunden meist entgehen, sich aber im Unterbewusstsein des Fahrzeughalters festsetzen. Beispiele hierfür sind die Ausführung der Blinker- und Wischerhebel, ihre präzise Rastung in jeder Position, die Leichtgängigkeit, mit der sich der DSG-Wählhebel durch seine Stellungen bewegt, oder die gelungene Ambientebeleuchtung von Armaturenbrett und Türen.

Als negativer Punkt sind knarzende Geräusche an der oberen Dachkonsole sowie das Fehlen einer Zierleiste an der Innenseite der Türen zu nennen, die den oberen Rand abdeckt. Beim Passat liegt damit das Blech offen, eine für eine Limousine von über 45.000 Euro unwürdige Lösung, zumal ein “einfacher” Ford Focus über diese Leiste verfügt.

Obwohl dieses Fahrzeug serienmäßig mit Sitzen mit gemischter Bezugsausstattung aus Stoff und Alcantara ausgestattet war, ist das Gefühl von Qualität und Behaglichkeit deutlich spürbar. Apropos Sitze: Die Alltrack-Variante ist serienmäßig mit den “ergoComfort”-Sitzen ausgestattet, dieselben, die der Passat in der Ausstattungslinie Advance montiert, mit ausziehbarer Sitzfläche sowie elektrischer Lordosenstütze und Höhenverstellung vorne, wobei beide Funktionen beim Fahrersitz elektrisch betätigt werden.

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Der Innenraum des Passat gehört zu den besten seiner Klasse

Auffällig ist auch die Instrumentierung, denn der Alltrack verfügt serienmäßig über das System VW Digital Cockpit, also ein großes, hochauflösendes Panoramadisplay, das die Funktionen eines traditionellen Kombiinstruments übernimmt und darüber hinaus zahlreiche zusätzliche Daten anzeigen kann. Es verleiht dem Innenraum zusammen mit dem großen 8-Zoll-Touchscreen in der Mitte eine futuristische Note.

Der Platz an Bord ist eine weitere große Stärke des Passat und damit auch des Passat Alltrack. Auf den Vordersitzen gibt es unabhängig von der Statur der Insassen keinerlei Platzprobleme, aber auch in der zweiten Reihe ist der verfügbare Raum einer der besten. Jede Person mit 1,90 Meter Körpergröße reist in den Fondsitzen mit absolutem Komfort, dank großzügiger Kopffreiheit und viel Beinraum. Der Mittelplatz wird durch einen etwas voluminöseren Getriebetunnel beeinträchtigt, als uns lieb wäre, aber dieser ist für den Allradantrieb notwendig.

Der Kofferraum hat ein Mindestvolumen von 639 Litern, das sind 11 Liter weniger als bei einem Passat Variant ohne Allradantrieb. Das ist immer noch ein hervorragender Wert, der für den normalen Bedarf einer Familie mehr als ausreichend ist. Der Kofferraum verfügt über einen Ladeboden mit variabler Höhe, während sich die Rücksitzlehnen im Verhältnis 60:40 umklappen lassen, wenn man lediglich zwei Griffe an den Seiten des Kofferraums betätigt. Das maximale Ladevolumen beträgt damit 1769 Liter.

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Fahrdynamik, ein kraftvoller Motor und eine Fahrwerksabstimmung für jeden Einsatz

Der Volkswagen Passat der 8. Generation (Passat B8) basiert auf der bereits bestens bekannten modularen Plattform MQB des VW-Konzerns, die von unzähligen Modellen des deutschen Konzerns genutzt wird, vom Audi A3 bis zum Skoda Superb, darüber hinaus auch vom SEAT Ateca und vielen anderen. Die Nutzung dieser Plattform ermöglicht neben einer Kostensenkung auch eine größere Flexibilität beim Bau des Fahrzeugs. Die Einführung der MQB-Plattform hat dem Passat hervorragend getan und seine dynamischen Eigenschaften verbessert.

Die Alltrack-Palette des Passat umfasst drei Dieselmotoren mit 150, 190 und 240 CV sowie eine einzige Benzinversion, den 2.0 TSI mit 220 CV. Für den Test wurde der sehr ausgewogene 2.0 TDI mit 190 CV und 400 NM gewählt, der perfekt zum Charakter des Autos passt.

Dieser Motor ist ausschließlich mit einem sechsstufigen Doppelkupplungsautomaten DSG kombiniert, der die Leistung über ein nicht permanentes Allradsystem auf die Straße überträgt, das über eine Lamellenkupplung Haldex der fünften Generation zuschaltbar ist. Unter normalen Bedingungen fährt der Passat wie ein gewöhnlicher Fronttriebler, sobald das Fahrzeug jedoch einen Verlust der Traktion erkennt, leitet das System einen variablen Anteil der Leistung an die Hinterachse.

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Eine Haldex-Kupplung schaltet die Hinterräder bei Traktionsverlust zu

Der Motor arbeitet progressiv, was durch das DSG-Getriebe geglättet wird, das die Leistungsabgabe sanfter macht. Er bewegt die gut 1.700 kg des Passat mühelos und beschleunigt in 8 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 220 km/h. Mit diesem Antrieb sind Dauergeschwindigkeiten von 130 km/h ein Kinderspiel, mit minimalem Geräuschpegel dank der guten Dämmung und Getriebeübersetzungen, die den Motor um 2.000 Umdrehungen halten. Die gute Abstimmung des Getriebes während der Fahrt zeigt sich auch in einfachen und schnellen Überholvorgängen.

Der Verbrauch dieser Kombination ist mit 6,1 Litern/100 km im Stadtzyklus, 4,7 Litern/100 km im außerstädtischen Zyklus und 5,2 Litern/100 km im Mischzyklus angegeben, was CO2-Emissionen von 137 g/km entspricht. In der Realität sind die Verbrauchswerte nicht ganz so niedrig, aber auf langen Autobahnfahrten ist es möglich, rund 6 Liter/100 km zu erreichen, solange man sich an die gesetzlichen Geschwindigkeiten hält. Auf Landstraßen sind etwa 5,5 Liter/100 km machbar, während der Verbrauch in der Stadt schnell auf rund 8 Liter/100 km steigt. In unserem Test zeigte das Fahrzeug nach über 2.000 km am Steuer einen durchschnittlichen Verbrauch von 6,7 Litern/100 km.

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Was das Fahrwerk betrifft, ist der Passat so abgestimmt, dass er allen Nutzern in jeder denkbaren Situation gefällt. Das bedeutet, dass er über ein etwas weicheres Fahrwerk verfügt als die Sport-Variante, was bei zügig durchfahrenen Kurven ein gewisses Wanken zur Folge hat. Die Bremsanlage spricht hervorragend an, und die Lenkung ist zwar präzise, vermittelt dem Fahrer jedoch praktisch keine Rückmeldung.
Das Allradsystem arbeitet schnell und erlaubt es dem Alltrack, problemlos über Wege mit geringer Haftung zu klettern, was bei der Planung eines Ausflugs abseits des Asphalts hilfreich ist.

Dieses Modell verfügt serienmäßig über das System der Fahrmodi, das den bereits vorhandenen Modi Eco, Normal, Sport und Individual den Offroad-Modus hinzufügt, mit einer spezifischen Anpassung des ABS-Systems und der Kraftabgabe des Getriebes, bei der die Kupplungen leicht schleifen, um den Anfahrvorgang zu glätten und die Traktion zu verbessern. Zusätzlich gibt es eine Bergabfahrhilfe, die zwischen 5 und 30 km/h aktiv ist.

Was kostet das abgebildete Fahrzeug?

Der Passat Alltrack 2.0 TDI 190 CV DSG6 4Motion hat einen Grundpreis von 44.055 € ohne jeglichen Nachlass, zu dem einige Extras dieses Exemplars hinzukommen, etwa die Metallic-Lackierung “Naranja Habanero” (755 €), das Panoramadach (1.190 €), die weiße Ambientebeleuchtung (240 €), das Einparkhilfesystem Park Assist 3.0 (255 €) und das 360º-Kamerasystem Area View (475 €).

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Insgesamt nähert sich dieses Fahrzeug gefährlich der Marke von 50.000 Euro, denn der Endpreis beträgt 47.065 €. Für diesen Preis bekommt man ein Fahrzeug, das wirklich für alles taugt, dessen Endpreis aber manche potenziellen Käufer abschrecken könnte, die von anderen SUV-artigen Modellen angezogen werden.

Palette und Versionen

Die Alltrack-Palette des Passat beginnt mit dem 2.0 TDI mit 150 CV und manuellem 6-Gang-Getriebe, das 39.990 € kostet. Die nächste Stufe ist die Benzinversion 2.0 TSI mit 220 CV und DSG7 für 43.780 €. Darüber folgt der von uns getestete Motor mit einem Grundpreis von 44.055 € und als Spitzenmodell der 2.0 BiTDi mit 240 CV und DSG7 für 47.735 €.

Fotografie | Daniel Valdivielso

Technische Daten dieses Autos


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