Autonome Notbremsung: der größte Sicherheitsfortschritt seit dem Sicherheitsgurt

Redacción     30 October 2018     3 min.
Autonome Notbremsung: der größte Sicherheitsfortschritt seit dem Sicherheitsgurt

Die autonome Notbremsung verhindert in Spanien jedes Jahr mehr als 20.000 Unfälle und gilt als der größte Sicherheitsfortschritt der letzten 40 Jahre.

Die autonome Notbremsung wurde laut dem renommierten Thatcham Research als größter Fortschritt für die Verkehrssicherheit seit dem Sicherheitsgurt (in Spanien seit 1975 verpflichtend) eingestuft. Dieses System bremst das Fahrzeug selbstständig ab, wenn es erkennt, dass eine Kollision oder ein Zusammenstoß mit einem Fußgänger bevorsteht. Auf diese Weise erhöht der Assistent die Sicherheit auf zweierlei Weise: Erstens werden viele Unfälle vermieden, und zweitens wird die Schwere solcher Kollisionen verringert, die nicht vermieden werden können, da die Aufprallgeschwindigkeit sinkt. Dies sind die 4 wichtigsten Merkmale des Notbremsassistenten:

1. Funktioniert mit Radar, Kameras und modernsten Sensoren

Frenada autónoma de emergencia

Das System zur autonomen Notbremsung sammelt Informationen von verschiedenen Sensoren (LIDAR-Laser), Radargeräten (mittlerer und großer Reichweite) und Kameras , um mögliche Hindernisse vor dem Fahrzeug zu erkennen. Ein Computer analysiert diese Daten zusammen mit Geschwindigkeit und Fahrtrichtung des Fahrzeugs, um festzustellen, ob eine kritische Situation vorliegt. Stellt das System ein Kollisions- oder Unfallrisiko fest, warnt es den Fahrer. Reagiert dieser nicht, leitet das System selbstständig die maximale Bremskraft ein.

2. Bei welcher Geschwindigkeit funktioniert es?

Frenada autónoma de emergencia

Es gibt keinen einheitlichen Geschwindigkeitsbereich, in dem die autonome Notbremsung arbeitet. In der Regel greift das System ab 5 km/h ein, damit es bei Parkmanövern nicht störend wirkt. Bei der maximalen Betriebsgeschwindigkeit gibt es die größten Unterschiede: Die fortschrittlichsten Systeme arbeiten bis 250 km/h, andere schalten sich bereits früher ab (150 km/h).

3. Funktioniert unter allen Wetterbedingungen

Das Zusammenspiel von Radar und Kamera sorgt dafür, dass das System unter nahezu allen Wetterbedingungen funktioniert. Die meisten Kameras, die als „Augen“ dieser Systeme dienen, sind an der Windschutzscheibe montiert.

Frenada autónoma de emergencia

4. Reichweite von bis zu 250 Metern und 360°-Sicht

Das Radar dieses Systems hat eine Reichweite von 250 Metern, einen Erfassungsbereich von 360° und misst alle relevanten Werte (Winkel, Entfernung, Geschwindigkeit, Materialparameter). Die fortschrittlichsten Kameras dieses Systems sind „Stereo“-Kameras mit einem 3D-Messbereich von mehr als 50 Metern. Diese Kameras erfassen Objekte räumlich, bestimmen ihre Entfernung und erkennen freie Räume, dank verschiedener Algorithmen und des Einsatzes künstlicher Intelligenz (KI). Damit können sie Fußgänger, Radfahrer, Tiere und Objekte zuverlässig erkennen sowie Buchstaben und Zahlen auf Verkehrszeichen lesen.

5. Wie viele Unfälle und Tragödien ließen sich mit der autonomen Notbremsung verhindern?

Frenada autónoma de emergencia

Laut der spanischen Generaldirektion für Verkehr (DGT) würde das Unfallrisiko in Spanien um 57 % sinken, wenn alle Autos mit ADAS-Systemen (also sämtlichen Fahrassistenzsystemen auf dem Markt) ausgestattet wären: Bis zu 51.000 Unfälle ließen sich vermeiden oder ihre Folgen deutlich abmildern. Laut einer Studie des Verbands der Versicherungsunternehmen Deutschlands (GDV) ist ein Anteil von 40 % dieser Reduzierung (20.400 Unfälle) der Unfallzahlen direkte Folge der autonomen Notbremsung.

Laut dem RACC hätte die Ausstattung des gesamten spanischen Fahrzeugbestands mit autonomer Notbremsung im Jahr 2014 mehr als 330 Todesopfer jährlich und fast 1.000 Millionen Euro an damit verbundenen gesellschaftlichen Kosten verhindert.

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