Drei Werke von Volkswagen in Deutschland stehen auf der Kippe

Javier Cantagalli     29 October 2024     2 min.
Drei Werke von Volkswagen in Deutschland stehen auf der Kippe

Volkswagen steht bei seiner Anpassung an den Markt für Elektrofahrzeuge vor einem kritischen Moment, denn der Wettbewerb wird immer härter und neue Akteure setzen eigene Akzente.

Daniela Cavallo, Vorsitzende des Betriebsrats von Volkswagen, hat kürzlich einige interessante Details zu den künftigen Kostensenkungsplänen des Konzerns enthüllt. Die Konzernleitung erwägt ernsthaft, die Schließung von bis zu drei Werken sowie die Verkleinerung aller übrigen Standorte, den Rückzug aus Schlüsselbereichen und erhebliche Gehaltskürzungen. Dies würde die Produktion von Elektrofahrzeugen direkt treffen.

Cavallo betonte, dass alle deutschen Werke von Volkswagen in unterschiedlichem Maße von diesen Plänen betroffen sind. Das bedeutet, dass nicht alle schließen werden, aber im besten Fall müssen sie dennoch mit einigen Einschnitten rechnen.

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Volkswagen hat sich zu diesen Aussagen offiziell bislang bedeckt gehalten. Ein Unternehmenssprecher erklärte, dass die Vorschläge intern vorgestellt und diskutiert würden, und betonte, dass sich das Unternehmen heute in einer entscheidenden Phase seiner Unternehmensgeschichte befinde. Alle Mitglieder der Konzernleitung sind sich ihrer enormen Verantwortung bewusst ebenso wie der Auswirkungen ihrer Entscheidungen.

Das Bild ist nicht gerade ermutigend

Die Produktion der Elektromodelle des Konzerns wird durch diese Kostensenkungspläne offenbar stark beeinträchtigt. Von den drei Werken, die wahrscheinlich schließen werden, wird eines größer sein, welches genau, ist derzeit aber unbekannt. Das Hauptwerk in Wolfsburg soll erhalten bleiben, während die Werke in Emden, Hannover und Zwickau, in denen Elektromodelle gefertigt werden, vorerst im Prinzip sicher sein könnten. Allerdings hat der Betriebsrat bereits gewarnt, dass auch Arbeitsplätze außerhalb der Produktionslinie in diesen Werken gefährdet sind, etwa durch Verlagerungen oder Auslagerungen ganzer Abteilungen in andere Länder.

Die Gehaltskürzungen könnten dagegen bis zu 20 Prozent betragen und alle Beschäftigten betreffen, auch jene in den höchsten Gehaltsgruppen. Neben den Gehaltsanpassungen gerüchteweise geplant sind außerdem die Abschaffung der Dienstalterszulagen und die Aussetzung der für 2025 und 2026 vorgesehenen Gehaltserhöhungen.

Volkswagen ID.3

Die kommende Woche wird für Volkswagen entscheidend und äußerst schwierig. Noch an diesem Mittwoch wird das Unternehmen seine Ergebnisse für das dritte Quartal vorlegen, die voraussichtlich recht bescheiden ausfallen werden. Am selben Tag sollen auch die Verhandlungen mit den Gewerkschaften beginnen, die unter anderem eine Gehaltserhöhung von 7 Prozent für die Beschäftigten fordern. Das ist unter den aktuellen Umständen für Volkswagen derzeit schlicht nicht annehmbar.

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