Gefahr! Die Folgen der Verwendung eines ungeeigneten Motoröls für den Motor deines Autos

Antonio Roncero    @roncero_antonio    11 November 2020     8 min.
Gefahr! Die Folgen der Verwendung eines ungeeigneten Motoröls für den Motor deines Autos

Der Turbolader, die Partikelfilter, das AGR-System, die Katalysatoren… Die Verwendung eines geeigneten Motoröls für den Motor deines Autos verhindert Probleme mit diesen Bauteilen.

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Die Verbrennungsmotoren, ob Benziner oder Diesel, haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Die Entwicklung zielte auf die bestmögliche Leistung bei höchstmöglicher Effizienz ab. Die Emissionsvorschriften werden immer strenger, und dafür ist jedes Mittel recht.

So hat sich das „Downsizing“ durchgesetzt, also die Verringerung des Hubraums, mit kleinen Motoren mit 3 Zylindern und Hubräumen um 1 Liter. Die Aufladung ist mittlerweile zum Standard geworden. Und es wurden neue Systeme zur Schadstoffreduzierung notwendig: Katalysatoren, Partikelfilter…

Viele Motoren haben sogar eine minimal dimensionierte Ölwanne, um mit möglichst wenig Öl auszukommen. Außerdem wurden die Wartungsintervalle verlängert, und in vielen Fällen werden auch die Ölwechsel seltener durchgeführt. Das ist vor allem durch die Weiterentwicklung der Schmierstoffe möglich. Das Öl wird heute nicht mehr nur so konstruiert, dass der Motor oder seine Bauteile nicht zerstört werden, sondern es muss auch zur Verringerung der Emissionen beitragen.

So entstehen Schmierstoffe mit niedriger Viskosität, synthetische Öle und vollsynthetische Öle oder Schmierstoffe mit sehr genau kontrollierten spezifischen Additiven.

Die Aufgabe des Öls im Motor

Die Kenntnis aller Funktionen des Motoröls hilft dabei, besser zu verstehen, was passiert, wenn nicht das richtige Schmiermittel verwendet wird. Die wichtigste ist die Verringerung von Reibung und Verschleiß zwischen den mechanischen Teilen, indem zwischen ihnen ein Schmierfilm entsteht. Es gibt aber noch viele weitere Aufgaben:

  • Schmieren und dabei die Reibung zwischen Metallteilen verringern
  • Abdichtung zwischen Kolben und Zylinder
  • Senkung der Betriebstemperatur des Motors
  • Reinigende Eigenschaften, die den Motor sauber halten
  • Neutralisierung der bei der Verbrennung entstehenden Säuren
  • Minimierung von Korrosion
  • Schutz der Abgasreinigungssysteme
  • Verringerung des Risikos von Selbstzündung oder Pleuelklopfen bei modernen Benzindirekteinspritzmotoren

Das ist ja nicht wenig. Stell dir vor, was ein ungeeignetes Öl in einem Motor anrichten kann. Hier erfährst du mehr darüber, warum Öl für den Motor deines Autos so wichtig ist. In anderen Artikeln haben wir auch behandelt, wie du das Öl selbst wechseln kannst, und wir haben dir erzählt, welche die besten synthetischen 5W30-Öle sind, die am häufigsten verwendet werden.

Motor Despiece

Wichtig ist, immer die Vorgaben des Herstellers für den jeweiligen Motor einzuhalten und niemals darunter zu bleiben, wenn du keine Probleme mit dem Motor… oder mit einem dieser Bauteile haben möchtest.

Das AGR-System: synthetische Öle mit geringer Verdampfung

Für viele Besitzer von Turbodieselmotoren ist das ein echtes Kopfzerbrechen: Das AGR-Ventil sorgt für die Verringerung der Stickoxidemissionen. Es funktioniert, indem es einen Teil der Abgase, die weniger Sauerstoff enthalten, wieder in die Ansaugluft zurückführt und so die Verbrennungstemperatur senkt.

Valvula Egr Abierta Highmotor

Das AGR-System ist aber ein echter „Magnet“ für Rußablagerungen und Rückstände in den Abgasen, weshalb es sehr häufig verschmutzt und dann schlecht funktioniert. Damit das AGR-System nicht beschädigt wird, ist es am besten, hochwertige, zu 100 % synthetische Öle mit einer geringen Verdampfungsneigung zu verwenden. Ein 100 % synthetisches Öl ist besser als ein Halbsynthetiköl und verringert die Bildung von Rückständen, die die Lebensdauer des AGR-Systems verkürzen oder dessen Fehlfunktion verursachen können.

Der Turbolader: unbedingt Öl höchster Qualität

Der Turbolader ist eine der häufigsten Lösungen, um die Leistung eines Motors zu steigern und den Verbrauch zu senken. Aufgrund seiner Eigenschaften und seiner Funktionsweise ist hier die richtige Schmierung von entscheidender Bedeutung. Außerdem ist ein Schaden am Turbolader sehr teuer in der Reparatur.

Immer häufiger kommen kleinere Turbolader zum Einsatz, die schneller drehen können, bis zu 200.000 U/min. Und die Temperatur der Abgase, die bei Volllast durch den Turbo strömen, erreicht leicht 800 Grad Celsius. Deshalb kann die Temperatur des Öls, das die Welle des Turboladers schmiert, bis zu 200 Grad erreichen. Und jedes Öl beginnt bei diesen hohen Temperaturen, Probleme mit seiner Stabilität zu bekommen. Bedenke, dass der Flammpunkt eines guten Öls bei etwa 230 Grad liegt.

Turbo 10

Stell dir vor, was passiert, wenn das Öl nicht richtig durch die Turbowelle fließt: Es verdampft und hinterlässt Rückstände, die sich an der Welle festsetzen. Genau das kann zum gefürchteten „Festfressen“ des Turbos führen.

Um Probleme mit dem Turbolader zu vermeiden, ist deshalb ein fließfähiges Öl mit hoher thermischer und oxidativer Stabilität sowie einer hohen Beständigkeit gegen Verkohlung und Scherung am besten.

Oft tritt folgende Situation ein: Ein Motor mit höherer Laufleistung, der normalerweise mit einem vom Hersteller für dieses Auto empfohlenen 5W30-Öl läuft, beginnt, Öl zu verbrauchen. In der Werkstatt empfiehlt man den Wechsel auf ein 10W40, das günstiger ist… und den Ölverbrauch senken soll. Und das gelingt auch, da es eine höhere Viskosität (Fließwiderstand) sowohl im kalten als auch im warmen Zustand hat. Das Ergebnis ist aber, dass ein 10W40 die Schmierung des Turboladers bei kaltem Motor um 30 % gegenüber einem 5W40 verringert, und bei warmem Motor um mehr als 22 %. Überlege es dir also gut, bevor du bei jedem Ölwechsel ein paar Euro sparst, besonders wenn dein Auto einen Turbo hat.

Partikelfilter und Motoröl

Ein weiteres Bauteil moderner Motoren, das viele Probleme verursacht, sind die Partikelfilter, vor allem bei Dieselfahrzeugen. In letzter Zeit werden auch Partikelfilter für Benziner immer verbreiteter; diese bereiten jedoch aufgrund der saubereren Verbrennung bei Benzinmotoren hinsichtlich der Aschebildung weniger Probleme.

Wir haben bereits über die Probleme berichtet, die dich den Partikelfilter deines Autos hassen lassen können. Die Verwendung eines ungeeigneten Öls verschlimmert sie nur noch. Neben den Partikeln, die sich in den Filtern durch eine unvollständige Verbrennung ansammeln und die der Filter für die spätere Entfernung durch einen Regenerationsprozess speichert, gibt es weitere für Filter sehr schädliche Partikel: die sulfatischen Aschen, die durch den Einsatz ungeeigneter Öle entstehen.

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Diese Aschen bilden eine Art „weißen Zement“, der den Filter verstopft, ständige Regenerationszyklen verursacht, die Lebensdauer des Filters verkürzt, die Drucksensoren beschädigt und den Filter schließlich vollständig verstopft, sodass er sich nicht mehr selbst reinigen kann.

Dabei sollte man nicht nur auf die Viskosität achten. Zum Beispiel hat ein Öl wie das Motul 8100 X-Cess 5W40 eine dem Motul 8100 Clean 5W40 entsprechende Viskosität und sogar den gleichen Flammpunkt. Das erste ist aber ein ACEA A3/B4 mit 1,1 % sulfatischer Asche, während das zweite ein ACEA C3 mit 0,8 % sulfatischer Asche ist. Wenn der Hersteller für den Motor deines Autos ein ACEA C3, C4 oder C5 empfiehlt, senke diesen Wert nicht, sonst gefährdest du den Partikelfilter.

Ein Öl, das ACEA A3/B4 entspricht, ist nicht unbedingt schlecht, es enthält aber einfach mehr sulfatische Asche und eignet sich nicht für Fahrzeuge mit Partikelfiltern.

SCR-Katalysatoren, Öl und AdBlue

Ein weiteres Abgasreinigungssystem bei Dieselmotoren sind die SCR-Katalysatoren mit AdBlue-Einspritzung zur Reduzierung der Stickoxide. Hier findest du einen vollständigen Leitfaden zu AdBlue, Pflege, Tipps… Was das Schmiermittel betrifft, benötigen diese Katalysatoren Öle mit einem kontrollierten Phosphor- und Schwefelgehalt, damit sie korrekt arbeiten.

Adblue

Ein Ölhersteller würde ohne dieses Bauteil größere Mengen dieser Elemente in der Schmiermittelrezeptur verwenden. Die SCR-Katalysatoren reagieren sehr empfindlich und vertragen keine Abgase mit hohem Phosphor- und Schwefelanteil. Das zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, sich an die Ölspezifikationen zu halten, die jeder Hersteller für ein bestimmtes Fahrzeug empfiehlt.

Öl für Hybrid- und Plug-in-Hybridfahrzeuge

Die Hybridfahrzeuge und Plug-in-Hybride, die auf dem Markt immer präsenter werden, sind ebenfalls ein Sonderfall. Dabei verfügen sie über einen Verbrennungsmotor, der theoretisch wie der Motor eines herkömmlichen Autos arbeitet.

Bei diesen Fahrzeugen, deren Motor ständig Start- und Stoppvorgängen ausgesetzt ist, ist das Öl Temperaturbelastungen ausgesetzt, die bei Fahrzeugen mit reinem Verbrennungsmotor ohne Elektrifizierung nicht auftreten. In den Phasen, in denen das Auto mit dem Elektromotor fährt oder der Motor vom Antrieb getrennt wird und im Segelbetrieb rollt, kühlt das Öl sehr schnell ab.

Mejor Coche Hibrido

In diesen Fällen ist es besonders wichtig, Öle mit sehr niedriger Viskosität zu verwenden und unter keinen Umständen auf ein Öl mit höherer Viskosität zu wechseln. Häufig findet man für diesen Fahrzeugtyp Öle mit der Viskosität 0W16, die allerdings auch nicht in Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor verwendet werden sollten, die keine Hybride sind. Hier findest du weitere Details dazu, wie du das beste Öl für dein Hybridfahrzeug auswählst.

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