MG4 vs. Leapmotor B10: Welches Elektroauto bietet unter 30.000 Euro das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis?

Iván Navarro     20 August 2026     6 min.
MG4 vs. Leapmotor B10: Welches Elektroauto bietet unter 30.000 Euro das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis?

Wir vergleichen den MG4 und den Leapmotor B10, zwei erschwingliche kompakte Elektroautos auf dem spanischen Markt, um zu klären, welches unter 30.000 Euro das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.

Das erschwingliche Elektroauto ist längst kein bloßes Versprechen mehr. Heute gibt es unterhalb der psychologischen Schwelle von 30.000 Euro ernstzunehmende Angebote mit alltagstauglichen Reichweiten und einer Ausstattung, die vor drei Jahren in dieser Preisklasse noch undenkbar war. Zwei Namen bestimmen einen Großteil der Diskussion im Kompaktsegment: der MG4 und der Leapmotor B10. Der eine ist bereits ein Veteran des Segments; der andere kommt hungrig und mit einem sehr aggressiven Preisschild.

Warum ist dieser Vergleich 2026 wichtig?

Ein kompaktes Elektroauto zu wählen, ohne sich finanziell zu übernehmen, ist heute eine Geduldsprobe. Die Preise schwanken je nach Aktionen, und die Förderungen erschweren den Überblick. Dennoch gibt es eine Spanne – die Einstiegspreise zwischen 25.000 und 30.000 Euro –, in der sich die eigentliche Schlacht um das elektrische Mainstream-Segment in Spanien abspielt. Genau hier landet der B10 mit disruptivem Anspruch, und hier bleibt der MG4 mit seiner Erfahrung eine unumgängliche Referenz.

Ein Hinweis vorab: Die hier genannten Preise sind die unverbindlichen Preisempfehlungen der Hersteller, ohne Händlerrabatte, zeitlich begrenzte Aktionen oder Förderungen des Plan Auto+. In der Praxis kann sich der Endpreis deutlich verschieben.

MG4 Electric 7

MG4: der Veteran unter den erschwinglichen Elektroautos (ab ≈38.200 €)

Der MG4 ist schon eine Weile auf dem spanischen Markt, und das spricht für ihn. Heckantrieb, eine sorgfältige Gewichtsverteilung und ein Fahrverhalten, das bei seiner Markteinführung so manchen überrascht hat. Die hier getestete Version, der Premium mit 64 kWh und 190 CV, ist die am umfangreichsten ausgestattete Variante der Baureihe, weshalb ihre unverbindliche Preisempfehlung auf rund 38.200 Euro steigt. Um sich der 30.000-Euro-Marke anzunähern, muss man zu den Einstiegsversionen mit kleinerer Batterie greifen – oder auf Verkaufsaktionen warten, die bei MG meist großzügig ausfallen.

Leistung kW Leistung CV Höchstgeschw. Reichweite Verbrauch Umweltplakette Kraftstoff
≈140 kW 190 CV ≈180 km/h 452 km keine Angabe verfügbar 0 Emissionen Elektro

Design, Plattform und Fahrdynamik

Der MG4 macht aus seinen Absichten keinen Hehl: die Proportionen eines sportlichen Kompaktwagens, kurze Überhänge und eine Haltung, die auf dem Papier täuscht. Der Heckantrieb, in diesem Segment und bei diesem Preis eher unüblich, macht sich in schnellen Kurven bemerkbar – die Lenkung dürfte für unseren Geschmack etwas mehr Gewicht haben, aber das Gesamtpaket macht Freude. Es ist ein Auto, das sich wie ein Auto anfühlt, nicht wie ein Haushaltsgerät.

Ausstattung und Technik an Bord

Hier merkt man dem Veteranen sein Alter an. Der zentrale Bildschirm funktioniert, die Smartphone-Anbindung ebenfalls, doch die Haptik der Kunststoffe und die Benutzeroberfläche wirken eine Stufe unter dem, was die Neuankömmlinge bereits bieten. Das ist kein gravierendes Problem, sondern schlicht eine Folge des Produktzyklus.

Leapmotor B10 Fertigung Spanien (2)

Leapmotor B10: der Newcomer, der die Preise sprengt (ab ≈29.300 €)

Der B10 ist Leapmotors ernstzunehmender Trumpf für den spanischen Markt. Und er kommt mit einem klaren Angebot: eine Batterie mit 56,2 kWh, 218 CV und eine Einstiegspreisempfehlung von rund 29.300 Euro. Er hält also, was die Überschrift verspricht. Er liegt unter 30.000 Euro – ab Werk und ohne Rabatte. Das schaffen nur wenige.

Leistung kW Leistung CV Höchstgeschw. Reichweite Verbrauch Umweltplakette Kraftstoff
≈160 kW ≈220 CV ≈170 km/h ≈360 km keine Angabe verfügbar 0 Emissionen Elektro

Exterieur- und Interieurdesign

Der B10 setzt auf klare Linien ohne Übertreibungen. Im Innenraum merkt man am deutlichsten, dass es sich um eine spätere Generation handelt: ein großer Bildschirm, für den Preis überraschende Materialien und ein minimalistischer Ansatz, der besser altern wird als die überladenen Armaturenbretter von vor drei Jahren. Allerdings kann die Ergonomie bei so vielen Menüs auf langen Fahrten fragwürdig sein.

Reichweite und Alltagsnutzung

Die 360 km nach WLTP des B10 sind der offizielle Wert. In der Praxis und bei gemischter Nutzung – ein tägliches Pendeln von 40 km plus gelegentliche Wochenendausflüge aus der Stadt – bewegt sich die realistische Reichweite im Bereich von 280 bis 310 km. Das ist für lange Reisen eine knappe Batterie, für den intensiven Stadt- und Stadtrandverkehr aber völlig ausreichend. Und genau dort lebt das durchschnittliche kompakte Elektroauto in Spanien.

Direktvergleich: Preis, Reichweite und Ausstattung

Der B10 gewinnt beim wichtigsten Punkt – dem Einstiegspreis. Der MG4 kontert mit seiner Marktpräsenz, einem bereits etablierten Servicenetz und einem Fahrwerk, das im Segment nach wie vor die dynamische Referenz ist. Die Waage neigt sich je nach Prioritäten des Käufers: das Preisschild oder das Erlebnis hinter dem Lenkrad.

Bei der Reichweite gibt der B10 auf dem Papier seine 360 km an; der MG4 Premium mit 64-kWh-Batterie liegt höher, wobei auch der Preis steigt. Ein fairer Vergleich auf Augenhöhe würde den MG4 in der Einstiegsversion erfordern, nicht den Premium, der uns hier vorliegt.

Zusammenfassende Tabelle und Bewertung

Modell Leistung Reichweite Preis ab Ausstattung Dynamik Wert Note /10
MG4 Premium 64 kWh ≈230 CV keine Angabe verfügbar ≈38.200 € 7,5 8,5 7 7,7
Leapmotor B10 Life 56,2 kWh ≈220 CV ≈360 km ≈29.300 € 8 7 9 8,0

MG4 Urban EV (5)

Fazit: Welches Auto kauft man für unter 30.000 Euro?

Wenn die Frage wörtlich gemeint ist – welches Auto bekommt man zu einer unverbindlichen Preisempfehlung unter 30.000 Euro –, lautet die Antwort heute: der Leapmotor B10. Er erfüllt die Vorgabe, ohne auf Rabatte oder Förderungen angewiesen zu sein, und sein Innenraumkonzept ist zeitgemäßer. Er ist der natürliche Kandidat für alle, die ein kompaktes Elektroauto ohne finanzielle Überraschungen suchen.

Der MG4 bleibt das bessere Auto zum Fahren, mit mehr Charakter und einem bereits eingespielten Händlernetz. Um ihn in diese Preisspanne zu bringen, muss man jedoch zu den Einstiegsversionen greifen oder auf eine Aktion warten. Wer sein Budget strecken kann und Wert auf die Fahrdynamik legt, wird es zu schätzen wissen; wer nach dem Preis-Leistungs-Verhältnis entscheidet, wird zum B10 tendieren. Als zusätzlichen Kontext zum Segment hilft das Ranking der kompakten Elektroautos unter 35.000 Euro, um beide im Vergleich zu Konkurrenten anderer Marken einzuordnen.

FAQ

Welches ist günstiger in der Anschaffung, der MG4 oder der Leapmotor B10?
Der Leapmotor B10 startet bei rund 29.300 Euro unverbindlicher Preisempfehlung ohne Rabatte und liegt damit unter dem MG4 in der Version Premium 64 kWh, der bei etwa 38.200 Euro liegt. Um die Preise anzugleichen, müsste man die Einstiegsversionen des MG4 heranziehen und Verkaufsaktionen berücksichtigen.

Welche reale Reichweite bietet der Leapmotor B10?
Er ist mit rund 360 km nach WLTP mit der 56,2-kWh-Batterie homologiert. Bei gemischter Nutzung liegt der realistische Wert üblicherweise zwischen 280 und 310 km, je nach Klima, Geschwindigkeit und Fahrprofil.

Hat der MG4 Heckantrieb?
Ja, der MG4 basiert auf einer Plattform mit Heckmotor, was im Segment der erschwinglichen kompakten Elektroautos eher unüblich ist. Es ist eines seiner erkennbarsten dynamischen Merkmale.

Können öffentliche Förderungen für den Kauf dieser Autos in Anspruch genommen werden?
Beide sind reine Elektroautos mit Null-Emissionen-Plakette und grundsätzlich für den geltenden Förderrahmen (Plan Auto+) berechtigt. Die genauen Beträge und Bedingungen sollte man auf der offiziellen Website prüfen, da sie regelmäßig aktualisiert werden.

Technische Daten der Autos in diesem Artikel

SchrägheckMG MG43 Varianten · ab 38.190 €

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