Was bedeuten die Zahlen bei Motorölsorten?
Wusstest du, dass diese Zahlen auf dem Ölkanister der Schlüssel dafür sind, dass dein Motor länger lebt und weniger verbraucht? Wir erklären dir, was sie bedeuten und welches Öl dein Auto braucht
Wenn du im Regal der Werkstatt oder beim Händler Flaschen mit Motoröl siehst, auf deren Etiketten 20W-50, 15W-40, 10W-40, 5W-30 oder 0W-20 steht, könnte man meinen, es handle sich nur um mehr oder weniger teure „Varianten“… Tatsächlich tragen diese Zahlen aber eine wichtige technische Botschaft für die Funktion, Haltbarkeit und Effizienz deines Motors. In diesem Artikel entschlüsseln wir diese Codes, zeigen, warum sie wichtig sind, und wie du unter Berücksichtigung deines Motors, deines Klimas und deines Fahrstils auswählst.
Was sagt uns das „20W50, 15W40…“, das auf dem Bild zu sehen ist?
Das Bild, das du geteilt hast, zeigt fünf Röhrchen mit Motorölen unterschiedlicher Klassifizierung: 20W50 → 15W40 → 10W40 → 5W30 → 0W20. Die Idee ist im Grunde, zu veranschaulichen, wie sich die Viskosität (die „Dicke“ bzw. Fließfähigkeit des Öls) je nach Ölsorte verändert:
-
20W50: Es ist das dickflüssigste der fünf und fließt am langsamsten.
-
15W40: etwas dünnflüssiger und fließt leichter.
-
10W40: noch flüssiger, geeignet für modernere Motoren.
-
5W30: deutlich leichter, erleichtert Kaltstarts und schützt bei normalen Temperaturen.
-
0W20: ist das dünnflüssigste, konzipiert für maximale Effizienz bei modernen Motoren und geringen Kraftstoffverbrauch.
Doch was bedeutet jede Zahl? Warum ein „W“? Warum zwei Zahlen? Schauen wir uns das an.

Was bedeuten die beiden Zahlen und das „W“?
Die Viskositätsklassifizierung von Motorölen ist im Standard SAE J300 der Society of Automotive Engineers (SAE) geregelt.
Erste Zahl + „W“ (für „Winter“): zeigt an, wie das Öl im kalten Zustand fließt, also wenn du den Motor bei niedriger Temperatur startest. Je niedriger diese Zahl, desto dünnflüssiger ist das Öl im kalten Zustand, desto schneller kann es zirkulieren und alle beweglichen Teile erreichen, wodurch der Reibungsverschleiß reduziert wird.
Zweite Zahl: gibt die Viskosität des Öls an, wenn der Motor seine normale Betriebstemperatur erreicht hat. Je höher diese Zahl, desto „dicker“ ist das Öl bei hohen Temperaturen, was ihm ermöglicht, den Schmierfilm besser aufrechtzuerhalten und besser vor Verschleiß, Hitze und Belastung zu schützen.
Zum Beispiel: Ein Öl 5W-30 fließt im kalten Zustand relativ gut (weil das „5W“ eine niedrige Kaltviskosität anzeigt), und bei Betriebstemperatur hat es die charakteristische Viskosität „30“. Ein 20W-50 dagegen ist im Kalten deutlich dicker (20W) und bei Temperatur ebenfalls „schwerer“ (50).

Zusammengefasst:
-
Niedrigere erste Zahl → bessere Fließfähigkeit im Kalten.
-
Höhere zweite Zahl → stärkerer Schutz bei hohen Temperaturen.
Warum ist das für deinen Motor und deinen Fahrstil wichtig?
Kaltstart und sofortiger Schutz
Wenn der Motor abgestellt ist und es kalt ist, muss sich das Öl beim Start schnell bewegen, um kritische Teile zu schmieren (Zylinderlaufbahnen, Kolben, Nockenwelle usw.). Ist das Öl zu dickflüssig (hohe erste Zahl), kann es länger dauern, bis es ankommt, was den Verschleiß erhöht. Deshalb ist bei kalten Klimazonen oder häufigen Kurzstrecken eine niedrige „W“-Zahl besser.
Schutz unter Last und bei hohen Temperaturen
Sobald der Motor warm ist und vor allem wenn du ihn belastest (Autobahn, Anhängerbetrieb, Steigungen, hohe Drehzahlen usw.), muss das Öl einen beständigen Schmierfilm bilden. Ist es zu dünnflüssig (niedrige zweite Zahl), kann es schneller abbauen, an Dicke verlieren und weniger Schutz bieten. Hier ist eine höhere zweite Zahl von Vorteil.
Effizienz und Verbrauch
Dünnflüssigere Öle (niedrige Zahlen) helfen, die innere Reibung des Motors zu verringern, was sich in geringerem Kraftstoffverbrauch und niedrigeren Emissionen niederschlagen kann. Das ist einer der Gründe, warum viele moderne Hersteller für neue Motoren mit geringer Reibung Öle wie „0W-20“ oder „5W-20“ empfehlen.
Verträglichkeit mit dem Motor
Es geht nicht nur um Klima und Fahrstil: Jeder Motor hat bestimmte innere Toleranzen und Herstellerspezifikationen, die Betriebstemperatur, erwartete Last, Wechselintervalle usw. berücksichtigen. Ein Öl zu wählen, das nicht der empfohlenen Viskosität entspricht, kann die Lebensdauer des Motors verkürzen, Ölverlust, Ablagerungen oder Ölverbrauch begünstigen.

Wie das Bild im Kontext der gezeigten Öle zu deuten ist
Das Bild ist sehr anschaulich – fünf Röhrchen mit verschiedenen Ölsorten – und man könnte es so interpretieren:
-
20W50: ideal für warme Klimazonen, ältere Motoren oder solche mit größeren Toleranzen (zum Beispiel Oldtimer, Fahrzeuge mit hoher Laufleistung). Hohe Viskosität im Kalten, hohe Viskosität im Warmen → gute „Polsterung“, aber höherer Verbrauch und geringere Fließfähigkeit beim Start.
-
15W40: im Kalten etwas flüssiger als das vorherige, gute Wahl für Diesel- oder ältere Benzinmotoren mit intensivem Einsatz.
-
10W40: guter Kompromiss für moderne Motoren, die aber vielleicht nicht die „ultra-effizienten“ sind. Guter Start, guter Schutz.
-
5W30: ausgerichtet auf moderne Motoren, bei denen Fließfähigkeit im Kalten, Effizienz und geringerer Verbrauch gefragt sind, aber dennoch Schutz bei Temperatur.
-
0W20: das dünnflüssigste der Liste im Kalten, konzipiert für sehr moderne, hocheffiziente Motoren mit niedrigen Verbrauchsspezifikationen. Weniger „Dicke“ im Warmen, was in Ordnung ist, solange der Motor dies zulässt.
Praktische Tipps zur richtigen Auswahl
-
Schau immer ins Handbuch des Herstellers deines Fahrzeugs: Dort ist die empfohlene Viskositätsklasse angegeben (zum Beispiel „SAE 5W-30“ oder „SAE 0W-20“), abhängig von Motor, Klima und Einsatzbedingungen.
-
Berücksichtige das Klima, in dem du fährst: Wenn du in einer sehr kalten Region lebst, achte darauf, dass die erste Zahl („W“) niedrig ist. Bei intensivem Einsatz, hohen Lasten oder hohen Temperaturen kann eine höhere zweite Zahl sinnvoll sein.
-
Beachte den Zustand des Motors: Bei Motoren mit vielen Kilometern oder bereits vorhandenem Verschleiß wählt man manchmal eine etwas höhere Viskosität, um Spiel auszugleichen.
-
Nicht „aus Kostengründen“ ohne Sachverstand wechseln: Ein zu „dünnes“ Öl (niedrige Zahlen) in einem Motor, der das nicht verträgt, kann Schäden, Leckagen oder Ölverbrauch verursachen.
-
Wechselintervalle: Auch wenn ein gutes Öl länger hält, ist das keine Ausrede, die Intervalle ohne Kontrolle stark zu verlängern. Die Viskosität baut sich mit Nutzung, Temperatur und Verunreinigungen ab.
-
Auf weitere Spezifikationen achten: Neben der Viskosität (SAE) haben Öle Zertifizierungen des American Petroleum Institute (API), des International Lubricant Standardization and Approval Committee (ILSAC) usw. Es geht nicht nur um die „W“-Zahl.

Diese einfache Abfolge von Zahlen und Buchstaben, die technisch wirkt (etwa 5W-30 oder 0W-20), steckt voller Wissenschaft und Strategie. Die richtige Motorölwahl bedeutet nicht nur, „irgendein Öl einzufüllen“, sondern dafür zu sorgen, dass es ab dem Start gut fließt, und dass es den Motor gut schützt, wenn er warm ist und arbeitet.
Das Bild, das du uns zeigst, ist eine anschauliche Darstellung: von „dicker“ zu „dünnflüssiger“, von höherem Schutz zu höherer Effizienz. Entscheidend ist aber, den Grad zu wählen, der zu deinem Motor, deinen Einsatzbedingungen und dem Klima in deiner Region passt – und die Wartung einzuhalten.
Kurz gesagt: Die Zahlen sind wichtig, und zwar sehr. Und jetzt, wo du sie kennst… wirst du beim nächsten Gang in die Werkstatt wissen, was du auswählst und warum.
Deja un comentario


Peugeot E-208 GTi: ein Spielzeug mit Akku, das den Geist der Sportwagen der Achtzigerjahre wiederbelebt
Neuer Lexus ES: Luxus wächst und wird elektrisch
Erster Kontakt mit dem Dacia Sandero Hybrid 155: Leistung und Effizienz ab 19.890 Euro