Ausführliche Analyse des Omoda 9: Der chinesische Premium-SUV, der den europäischen Referenzmodellen Konkurrenz macht?

Iván Navarro     22 June 2026     5 min.
Ausführliche Analyse des Omoda 9: Der chinesische Premium-SUV, der den europäischen Referenzmodellen Konkurrenz macht?

Wir haben den Omoda 9 PHEV getestet, den chinesischen Premium-SUV mit 540 CV und 150 km elektrischer Reichweite, der in Spanien ab 52.900 € erhältlich ist und BMW, Audi, Volvo und Mercedes-Benz die Stirn bietet.

Die Ankunft von Omoda in Spanien hat sich in wenigen Jahren von einer asiatischen Kuriosität zu einer richtigen Offensive entwickelt. Mit dem Omoda 9 wagt die Marke den Sprung in das Premium-Segment D mit einem Plug-in-Hybrid, der auf dem Papier beeindruckt: 540 CV, 150 km elektrische Reichweite und ein Preis, der unter dem jedes vergleichbaren deutschen Modells liegt. Die Frage drängt sich auf: Ist dies der chinesische Premium-SUV, der München und Ingolstadt endlich dazu zwingt, in den Spiegel zu schauen?

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Omoda 9: der Sprung der chinesischen Marke ins Premium-Segment

Omoda entstand als aspirationale Untermarke innerhalb der Gruppe Chery, und der 9 ist ihr Flaggschiff. Während sich der 5 und der 7 in erschwinglichen Kompaktsegmenten bewegen, steigt der 9 in den Ring der fünf Meter langen SUV auf, mit der SHS-Technologie –Super Hybrid System–, einer PHEV-Architektur mit zwei Elektromotoren, die direkt auf die europäischen Referenzmodelle dieses Segments zielt.

Positionierung gegenüber BMW, Audi, Volvo und Mercedes

Der Preis des Omoda 9 in Spanien beginnt bei etwa 52.900 € in der Version PHEV 1.5 TGDi 537 Premium AWD, ein Betrag, der zwischen 10.000 und 20.000 € unter dem eines vergleichbaren BMW X3 xDrive30e, Audi Q5 TFSI e, Volvo XC60 Recharge oder Mercedes-Benz GLC 300 e liegt. Das kommerzielle Argument ist überzeugend: vollständige Premium-Ausstattung serienmäßig und Leistungswerte, für die man beim deutschen Pendant zu M-, S-line- oder AMG-Line-Versionen greifen müsste.

Design und Präsenz: ein SUV, der nicht unbemerkt bleibt

Außenlinien und Abmessungen

Mit seinen 4,77 Metern Länge verfolgt der 9 eine Formensprache, die den europäischen SUV nahekommt: lange Motorhaube, ausgeprägte Schultern, stark geneigte Heckscheibe und ein in kleine geometrische, beleuchtete Elemente unterteilter Kühlergrill. Er ist nicht so disruptiv wie ein Lexus und nicht so minimalistisch wie ein Volvo, sondern eine recht gelungene Synthese aktueller Trends.

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Innenraum und wahrgenommene Materialien

Im Inneren setzt Omoda auf einen gebogenen Doppelbildschirm mit 24,6 Zoll, Massagesitze, ein Sony-Soundsystem mit 14 Lautsprechern und serienmäßiges Panoramadach. Die wahrgenommene Qualität ist hoch – sorgfältig verarbeitetes Kunstleder, weiche Kunststoffe an den Berührungspunkten –, doch einige Details an der Mittelkonsole zeigen, dass die Marke bei feinen Verarbeitungen noch nicht die Erfahrung der deutschen Referenzmodelle hat.

Technik: der Omoda 9 PHEV unter der Lupe

Kombinierte Leistung und Allradantrieb

Der Omoda 9 PHEV kombiniert einen 1.5 TGDi Turbo-Benziner mit zwei Elektromotoren – einem pro Achse – und bietet eine kombinierte Leistung von rund 540 CV (≈400 kW) sowie Allradantrieb. Das Getriebe ist ein eigens für Hybridsysteme entwickeltes Dreigang-DHT, das dem elektrischen Antrieb Vorrang gibt und dem Verbrenner die Rolle des Generators und der Unterstützung bei hohen Geschwindigkeiten zuweist.

Batterie, elektrische Reichweite und Verbrauch

Die Batterie mit rund 34,5 kWh ist für einen PHEV großzügig bemessen: Die homologierte elektrische Reichweite des Omoda 9 liegt bei etwa 150 km WLTP, ein Wert, der den Durchschnitt des Segments (zwischen 80 und 110 km bei den Konkurrenten) deutlich übertrifft. Der homologierte kombinierte Verbrauch liegt bei etwa 1,5 l/100 km mit CO₂-Emissionen von rund 40 g/km, ausreichend für die grüne Plakette CERO der DGT.

Leistung kW Leistung CV Höchstgeschw. Elektrische Reichweite Verbrauch Plakette Kraftstoff
≈400 kW ≈540 CV ≈180 km/h ≈150 km ≈1,5 l/100 km CERO PHEV

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Test des Omoda 9: dynamisches Fahrverhalten

In der Stadt und auf offener Landstraße

Im Elektromodus bewegt sich der 9 mit der Laufruhe eines Autos, das den Verbrenner nur für Notfälle vorsieht. Die Lenkung ist leichtgängig, vielleicht zu sehr, und die Federung filtert Schlaglöcher in der Stadt gut heraus. Auf der Autobahn erlauben die 540 CV blitzschnelle Überholmanöver, wobei die Abstimmung jedoch eher auf Komfort als auf Präzision setzt: Hier behalten ein BMW X3 oder ein Audi Q5 den dynamischen Vorteil.

Fahrmodi und Verfeinerung

Das System bietet mehrere Modi – EV, Hybrid, Sport, Off-Road –, wobei der Übergang zwischen Verbrenner und Elektromotor zu den Stärken des Autos zählt: in 90 % der Fälle unmerklich.

Serienausstattung und Technologie

Die Ausstattungsvariante Premium umfasst serienmäßig Head-up-Display, teilautonomes Fahren Level 2, Vierzonen-Klimaautomatik, elektrisch verstellbare Sitze mit Memory, gekühlte kabellose Ladefläche und elektrische Heckklappe mit berührungsloser Öffnung. Dies ist eines der stärksten Argumente des Autos: Was es serienmäßig bietet, würde bei einem deutschen Fahrzeug leicht 8.000 bis 12.000 € an Aufpreisen kosten.

Stärken und berechtigte Zweifel

Pro: unschlagbares Verhältnis von Ausstattung und Preis, Rekord-Elektroreichweite im Segment, kombinierte Leistung eines Sportwagens, umfangreiche Garantie und grüne Plakette CERO.

Contra: Vertriebsnetz noch im Ausbau, Restwert nach 3–4 Jahren noch ungewiss, feinere Fahrwerksabstimmung, die nicht das Niveau der deutschen Referenzmodelle erreicht, und eine Marke, deren Premium-Image sich erst über Jahre aufbauen muss.

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Fazit: eine echte Bedrohung für die Deutschen?

Der Omoda 9 ist kein Experiment: Es ist ein durchdachtes, solides Produkt mit aggressiver Positionierung. Er stürzt einen BMW X3 oder einen Mercedes GLC weder in dynamischer Reinheit noch im Prestige vom Thron, bietet aber ein Preis-Leistungs-Verhältnis, das kein europäischer Hersteller heute erreicht. Für den rationalen Käufer mit Blick auf die grüne Plakette CERO ist er ein Pflichttermin.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist die tatsächliche elektrische Reichweite des Omoda 9 PHEV?
Die WLTP-Homologation liegt bei etwa 150 km, ein im Segment außergewöhnlicher Wert. Im realen Betrieb sind je nach Fahrweise und Temperatur zwischen 110 und 130 km zu erwarten.

Was kostet der Omoda 9 in Spanien?
Der unverbindliche Richtpreis beginnt bei etwa 52.900 € für die Version PHEV 1.5 TGDi 537 Premium AWD, ohne Rabatte oder Förderungen.

Hat er die grüne Plakette CERO der DGT?
Ja. Seine 150 km elektrische Reichweite und Emissionen von rund 40 g/km CO₂ berechtigen zur Plakette CERO mit allen steuerlichen und verkehrstechnischen Vorteilen.

Ist er besser als ein BMW X3 oder ein Audi Q5?
Das hängt vom Kriterium ab. Bei Ausstattung, Leistung und Preis ist der Omoda 9 überlegen. Bei dynamischer Verfeinerung, Markenprestige und mittelfristigem Restwert haben die Deutschen weiterhin die Nase vorn.

Technische Daten dieses Autos

CrossoverOmoda 91 Variante · ab 52.900 €

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