Enrique Lorenzana erhält den Preis „Abrazote de Manolo“ für seine internationale Laufbahn

Rafa Guitart    @GuitartRafa    27 June 2021     5 min.
Enrique Lorenzana erhält den Preis „Abrazote de Manolo“ für seine internationale Laufbahn

Enrique Lorenzana, Direktor für Verkauf und Kundendienst bei Genesis Europa, wurde von den spanischen Jurys des COTY mit dem Preis „Abrazote de Manolo“ ausgezeichnet.

Entrevista Lorenzana Hm 6

Der „Abrazote de Manolo“, verliehen von den spanischen Jurys des Car of the Year, ist eine Auszeichnung für eine herausragende Persönlichkeit, die international die Interessen der Automobilindustrie vertritt. Sie ehrt zudem unseren geschätzten Kollegen Manolo Doménech, der uns im September 2013 verlassen hat.

Lorenzana, mit mehr als 25 Jahren Erfahrung in der Automobilbranche, begann seine berufliche Laufbahn in der Autowelt bei Kia. Im Jahr 2000 wurde er von Audi abgeworben, bevor er seine internationale Karriere bei Maserati bis 2017 fortsetzte. Anschließend wechselte er zum britischen Unternehmen Aston Martin und danach zu Genesis, der Luxusmarke der Gruppe Hyundai.

Wir haben mit Enrique gesprochen, und er nennt uns 5 Schlüsselaspekte des Automobils im Premiumsegment:

Wie wird Genesis in Europa Fuß fassen?

Genesis hat in China ein innovatives System entwickelt, um den Übergang zu einem Multikanal-Modell zu schaffen, das den Direktverkauf mit Showrooms und Agenten kombiniert. Man kann zwar direkt online verkaufen, doch sind eigene Verkaufsstellen notwendig, um eine möglichst flächendeckende Präsenz zu gewährleisten und möglichst viele Kunden zu erreichen. Neue Marken, die nach Europa kommen, wollen dies über Deutschland tun. Der spanische Kunde ist offener als der deutsche, und es ist einfacher, über unser Land in Europa Fuß zu fassen und von hier aus nach Deutschland weiterzugehen. Das Auto ist in Europa ein Grundpfeiler.

Genesis Gv80 2020 (4)

Genesis wird mit einem Produkt nach Europa kommen, das sehr gut an den europäischen Markt angepasst, durchdacht und sorgfältig gestaltet ist. Die Koreaner verfügen über eine enorme Arbeitskraft und ein klares Ziel; sie haben aus ihren Fehlern gelernt. Hyundai und Kia haben in nur 15 Jahren gezeigt, was sie im Massenmarkt zu leisten vermögen. Genesis bietet viel Qualität und Design, muss dem Kunden aber noch mehr bieten; es gilt, Markenwert zu schaffen. In Spanien wird es gut funktionieren, denn der Kunde ist flexibel genug, eine Marke wie diese zu akzeptieren. Zuerst wird es in Deutschland, der Schweiz und Großbritannien mit einer für ganz Europa identischen Modellpalette eingeführt. Die Produktplanung ist außergewöhnlich: Der GV80 ist ein hervorragendes Modell in Leistung und Verarbeitung, doch folgen auch G80, GV70, G70… und kombinieren Produkt und Dienstleistungen.

Wie sieht die Zukunft des Premiumsegments aus?

Seit vielen Jahren arbeite ich bei Marken, die viel Herz, viel Leistung und Charme besaßen, wie Maserati, Aston Martin… Wenn Premiummarken weiterhin erfolgreich sein wollen, dürfen sie darauf nicht verzichten, denn es wird Marken geben, die sich nur auf Mobilitätslösungen konzentrieren – ein sehr modisches Konzept, aber mit geringer emotionaler Bedeutung.

Entrevista Lorenzana Hm 7

Das Herz wird weiterhin unterscheidend sein, und es wird immer Raum für Autos mit Herz geben. Die Automobilbranche braucht Zeit, sich an das Umfeld anzupassen. Seele und Geschichte lassen sich nicht in ein Design- oder Technologiezentrum einbauen…

Wird Tesla dem Druck der großen Hersteller standhalten können?

Die Verantwortlichen der großen Konzerne sprechen bereits vom Elektroauto als kurzfristige Alternative. Es stimmt, dass Tesla einen großen Teil des Publikums begeistert hat, ohne ein traditionelles Vertriebsnetz zu haben, auch wenn sich das nun völlig ändert. Sie haben nicht mehr den Wettbewerbsvorteil der Neuheit und Exklusivität; jetzt müssen sie Autos verkaufen. Sie hatten im Elektrobereich einen Marktanteil von 30 Prozent und liegen nun bei 9 Prozent, weil sie einige Jahre praktisch exklusiv arbeiten konnten.

Tesla Estacion Carga Nebennes

Den Mehrwert der Marke liefert ihr Chef, Elon Musk, ein außergewöhnlicher Mensch. Die Gewinne kamen bisher vor allem aus dem Verkauf von Bitcoins und CO§h10Seath11§-Zertifikaten. Im Vertrieb schließen sie Geschäfte und eröffnen Händlerbetriebe; sie haben erkannt, dass man sich sehr um die Kunden kümmern muss. Nur so kann das Geschäft funktionieren.

Kann die Elektrifizierung weltweit ankommen?

Es gibt keinen Hersteller mehr, der nicht an die Elektrifizierung denkt, weder in Europa noch in den USA oder in Asien… Doch es gibt Märkte, die es nicht leicht haben. Zum Beispiel werden Elektroautos in Indien, Afrika oder auch in vielen Regionen Chinas erst in vielen Jahrzehnten ankommen, falls sie überhaupt jemals ankommen… In Europa gab es bei den Antrieben keine Grautöne, und heute sagen die Leute nur noch „elektrisch“ oder gar nichts… Die äußerst anspruchsvolle Regulierung, die Politik geht in die eine Richtung und die Realität in die andere, und dies ist der komplizierteste Markt der Welt. Er braucht für jedes Land eine eigene Strategie.

– Eröffnet die Elektrifizierung Chancen in Europa?

Es stimmt, dass das Elektroauto einigen Akteuren geholfen hat, in Europa Fuß zu fassen, doch dieser Markt bleibt sehr klein und schwierig. Viele chinesische oder vietnamesische Hersteller haben sehr interessante Produkte, aber mit ihnen nach Europa zu kommen ist nicht einfach. Selbst die Elektrifizierung hat Chancen eröffnet, wie jene, die Hispano-Suiza in unserem Land gerade verwirklicht. Aber wenn 2030 oder 2040 kommt, werden wir sehen…

Hispano Suiza Carmen Boulogne Presentacion (10)

Der Preis „Abrazote de Manolo“ wurde 2019 an Emilio Herrera verliehen, bis letzten Monat Direktor für Operations bei Kia Europa und jetzt Präsident von Kia Iberia. 2018 ging er an Luca de Meo, damals Präsident von Seat; 2017 an den Tennisspieler Rafa Nadal aufgrund seiner Beziehung zu Kia; 2016 an den Designer Walter de Silva; 2015 an den Rennfahrer Carlos Sainz; 2014 an José Vicente de los Mozos – Präsident von Renault in Spanien und Vizepräsident der Gruppe Renault und der Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi – und 2013 an Rafael Prieto, ehemaliger Generaldirektor der PSA-Gruppe für Spanien und Portugal.

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