Probefahrt SEAT Ateca FR 2.0 TSI 190 CV: neues Gesicht, gleiches Wesen
Wir nehmen erneut Platz am Steuer des SEAT Ateca, diesmal jedoch mit den aufgrund des Facelifts angebrachten Änderungen und dem 2.0 TSI mit 190 CV
Die SUVs sind eine Fahrzeugklasse, die uns gefällt oder nicht, auf dem Markt aber immer präsenter ist. Ein unwiderlegbarer Beweis dafür ist die Zahl der Modelle dieses Segments bei verschiedenen Marken, und bei Highmotor haben wir bereits eine beachtliche Anzahl davon getestet. Einer der häufigsten Gäste war der SEAT Ateca, eine der vernünftigsten Optionen auf dem Markt dank seines guten Preis-Leistungs-Verhältnisses, der sich kürzlich einem Facelift stellen musste.
Die SEAT-Palette hat bereits die Schritte vorgezeichnet, die mit dem Tarraco und dem León zu gehen sind, und der Ateca hat beschlossen, in deren Kielwasser zu folgen. Vor diesem Hintergrund haben wir uns entschieden, ans Steuer des spanischen SUV zu treten, um herauszufinden, ob er tatsächlich Verbesserungen bietet oder ob es sich lediglich um dezente Retuschen handelt.
Ein frischeres und aktuelleres Design
Tatsächlich wirkte der SEAT Ateca im Vergleich zur Konkurrenz allmählich etwas veraltet, weshalb das Facelift ihm wie maßgeschneidert kommt. Der Ateca hat sich nämlich den Designvorgaben angepasst, die bereits der Tarraco und der León vorgegeben haben und die sowohl Exterieur als auch Interieur betreffen.

Die Front wird nun von einem neuen Kühlergrill und Scheinwerfern mit neuer Signatur geprägt, wodurch der Ateca seinem großen Bruder ähnlicher wirkt. Außerdem gibt es eine aggressivere Stoßstange, dank der Ausstattungslinie FR. An der Seite finden wir 19-Zoll-Felgen und spezifische Schweller dieser Version.

Das Heck wird durch einen markanteren Dachspoiler, Rückleuchten mit neuer LED-Signatur und die modernste Schriftart des Namens Ateca ergänzt. Auch die Stoßstange gibt sich sportlich, doch leider ist der spanische SUV beim Facelift einem Trend erlegen, der uns nicht ganz überzeugt: Verzierungen, die Auspuffrohre simulieren.
Ein technologisches Interieur, das seinen Prinzipien treu bleibt
Auch das Innere des SEAT Ateca wartet dank des Facelifts mit wichtigen Neuheiten auf. Die Technik tritt nun deutlicher hervor, bewahrt aber einige Elemente der früheren Generation der SEAT-Fahrzeuge, was teilweise durchaus willkommen ist.

Der heimische SUV bietet nun ein Lenkrad in neuer Form, inspiriert vom Modell des León. Das Digital Cockpit zeigt modernere und intuitivere Grafiken, und das zentrale 9,2-Zoll-Display integriert das neue Infotainmentsystem von SEAT, das zwar intuitiv und optisch ansprechend ist, dessen Reaktionszeit jedoch etwas träge ausfällt. Als negativer Punkt fällt der Wegfall der Lautstärkeregelung auf, zum Glück bleiben aber die physischen Drehregler für die Klimaanlage erhalten.
Die verwendeten Materialien wirken angenehm und vermitteln eine gute Qualität. Das Armaturenbrett ist mit weichem Kunststoff bezogen, während die Mittelkonsole und viele ihrer Winkel mit hartem Kunststoff verkleidet sind. Das Gesamtbild vermittelt Wertigkeit und Robustheit, was man bei den SEAT-Modellen schon seit einiger Zeit schätzt.

Die vorderen Sitze sind großzügig und sehr bequem und ermöglichen dem Fahrer dank zahlreicher elektrischer Verstellmöglichkeiten leicht eine gute Sitzposition zu finden. Ähnliches gilt für die hinteren Plätze, wo der Platz für Kopf, Beine und Breite schlichtweg hervorragend ist. Der Mittelsitz hat eine etwas harte Rückenlehne, bietet aber genügend Raum für die Schultern und einen nicht allzu ausgeprägten Getriebetunnel.

Zum Schluss der Kofferraum, der mit 510 Litern Fassungsvermögen und regelmäßigen Formen aufwartet. Dadurch lassen sich Gegenstände sehr leicht verstauen und wieder herausnehmen, und das Gepäck von vier Insassen lässt sich ohne Probleme transportieren.
Die Dynamik im Überblick
Obwohl wir den SEAT Ateca bereits mit den 1.5 TSI- und 2.0 TDI-Motoren mit jeweils 150 CV gefahren haben, haben wir uns diesmal ans Steuer der Topversion gesetzt, mit Erlaubnis des CUPRA Ateca. Im Inneren des Testwagens steckte der 2.0 TSI, ein aufgeladener Vierzylinder mit Turbolader, der 190 CV und 320 Nm Drehmoment leistet, die über das siebengängige Automatikgetriebe DSG und den permanenten Allradantrieb 4Drive verwaltet werden.
Bevor wir zur Sache kommen, sei gesagt, dass das Facelift des SEAT Ateca weder den mechanischen Aufbau noch das dynamische Fahrverhalten verändert hat. Das sollten wir nicht negativ bewerten, zumal der spanische SUV in diesem Punkt zu den besten seiner Klasse gehört.

Der Motor liefert seine Leistung in den unteren Drehzahlen linear, doch schon bald spüren wir dank der 320 Nm Drehmoment, die ab 1.500 Umdrehungen anliegen, kräftigen Vortrieb. Das DSG-Getriebe schaltet gut und sanft, wird aber bei Rückschaltungen etwas träge, wenn man es fordert.
Obwohl der Testwagen über die Ausstattung FR und das DDC-System verfügte, mit dem sich die Dämpfung anpassen lässt, zeigte er auf der Autobahn ein vorbildliches Verhalten. Der feste Geradeauslauf des Ateca minimiert die Wankbewegungen der Karosserie – verschwinden tun sie aber nicht – und sorgt für einen guten Fahrkomfort. Allerdings spürt man Asphaltunebenheiten deutlicher als bei den weniger sportlichen Versionen des heimischen SUV. Hier steigt der Verbrauch auf etwa 7,8 Liter pro 100 Kilometer.
In der Stadt ist der SEAT Ateca aufgrund seiner Abmessungen nicht der beste Verbündete, wobei die zahlreichen Fahrassistenzsysteme die Aufgabe jedoch erleichtern. Die Lenkung ist in den zurückhaltenderen Fahrmodi weich, ebenso die Federung, die ihre von Natur aus eher harte Abstimmung zu verbergen sucht. Allerdings liegt der Verbrauch im Stadtverkehr aufgrund des Mehrgewichts durch das 4Drive-System, der 19-Zoll-Felgen und der 190 CV bei etwa 11 Litern.
Doch was passiert auf einer kurvenreichen Straße? Auch wenn man nicht unbedingt erwartet, dass ein SUV ein gutes Fahrverhalten besitzt, hat der Ateca dieses tatsächlich. Dank der festeren Federung der FR-Ausstattung kontrolliert der SUV die Wankbewegungen der Karosserie recht gut, auch wenn sie aufgrund seines Gewichts und seiner Größe unvermeidbar sind, weshalb man wissen sollte, wo seine Grenzen liegen.

Die Lenkung ist, gemessen am Gesamtpaket, nicht ganz so kommunikativ, wie sie sein könnte, vermittelt aber recht viele Informationen und reagiert sehr direkt. Der Motor ist natürlich gut abgestimmt – ein entscheidender Faktor, der in den sportlicheren Fahrmodi seine ganze Kraft mit Nachdruck zur Geltung bringt. Und obwohl es sich um einen Turbomotor handelt, hat er einen recht hohen Drehzahlbereich, wodurch man mit den Gängen spielen kann und praktisch in jedem Bereich des Drehzahlmessers über Leistung verfügt.
Fazit
Zweifellos ist der SEAT Ateca einer der ausgewogensten SUVs auf dem Markt, und dieses Facelift verbessert das Konzept lediglich. Jetzt bietet er ein moderneres Design, ein technologischeres Interieur und bleibt dabei seinem Wesen treu. Bei den Verbrauchswerten dieser Version gibt es Schwächen, und die Präsentation der Bedienelemente kann etwas veraltet wirken, wir begrüßen jedoch das Vorhandensein physischer Tasten.

Wer sich für diese sportlich ausgerichtete Konfiguration entscheiden möchte, muss mit einem Mindestpreis von 38.660 Euro rechnen. Beim Testwagen überschritt dieser Betrag die 40.000 Euro, womit man bereits sehr nahe am Terrain des CUPRA Ateca ist, was die Entscheidung erschweren kann.
Technische Daten dieses Autos
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