Test Toyota Land Cruiser 180D VXL Automatik, unaufhaltsamer 4x4

Diego G. Moreira     20 March 2020     9 min.
Test Toyota Land Cruiser 180D VXL Automatik, unaufhaltsamer 4x4

Ausführliche Analyse des Toyota Land Cruiser 180D, einer der letzten echten 4×4, die noch auf dem Markt sind.

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Jeden Tag gibt es weniger 4×4 auf dem Markt, die man zwar als Geländewagen bezeichnen kann, aber mit großem G, die sich nicht davor fürchten, abseits des Asphalts zu fahren oder sich einer verschneiten Bergstraße zu stellen. Das Testteam von Highmotor hat den Toyota Land Cruiser in seiner Fünftürer-Version mit Automatik und der Ausstattung VXL im Hochgebirge auf die Probe gestellt.

Design: Außenmuskeln für einen großzügigen Innenraum mit sieben Sitzen

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Der Toyota Land Cruiser fällt überall auf, und in der Fünftürer-Version erst recht, denn seine Abmessungen und Formen sind sehr auffällig. Außen beeindruckt er durch seine enorme Höhe, gerade Linien, die ein robustes Erscheinungsbild prägen, und eine imposante Front, in der der Kühlergrill und die Scheinwerfer (in unserem Testwagen mit Full-LED-Technik) die Hauptrolle spielen.

Seitlich fallen die 19-Zoll-Räder (je nach Version) und die praktischen Trittbretter auf, die den Einstieg erleichtern. Am Heck zeigt sich wieder ein robustes Design, besonders mit den erhöht angebrachten LED-Leuchten, sowie eine große Heckklappe, die seitlich öffnet und eine hohe, aber bequeme Ladekante bietet.

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Beim Einsteigen vermittelt der Innenraum ein Gefühl von Weite, sowohl in den großen Vordersitzen als auch hinten. Das Armaturenbrett hat ein sehr japanisches Design, die Qualität ist ordentlich, und viele Materialien fühlen sich weich an. Details wie die digitale Uhr im Display der Klimaanlage erinnern allerdings an die alten japanischen Fahrzeuge im Retro-Stil. Das Navigationsdisplay ist ein Touchscreen, über den man das Multimediasystem und die Navigation steuert, während direkt darunter die Bedienelemente der Klimaanlage liegen.

Die Sitzposition ist erhöht, mit elektrisch verstellbaren Sitzen (auch das Lenkrad ist elektrisch verstellbar), die den Körper gut umschließen – mit guter Seitenführung – und mit Sitzheizung und Belüftung ausgestattet sind. Die Mittelkonsole ist hoch und besitzt eine große Armlehne, die zwei geräumige Fächer zur Ablage bietet.

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Die Fondsitze sind sehr geräumig, sowohl in der Breite als auch bei Bein- und Kopffreiheit. Außerdem lässt sich die Neigung der Rückenlehne verstellen. Unser Testwagen in der VXL-Ausstattung verfügte über eine Dreizonen-Klimaautomatik mit separaten Bedienelementen für die Fondpassagiere und Sitzheizung.

Die dritte Sitzreihe bietet ausreichend Breite, aber wenig Beinfreiheit. Immerhin sind die Sitze geräumiger als bei vergleichbaren Siebensitzern.

Der Kofferraum hat eine hohe, aber praktische Ladekante und fasst 554 Liter mit fünf Sitzen sowie 104 Liter mit allen sieben Sitzen. Man kann die Heckscheibe oder die Heckklappe öffnen, die seitlich aufschwingt.

Motor und Leistung: 177 CV reine Kraft

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Hinter der Bezeichnung 180D verbirgt sich ein Dieselmotor mit 2.700 ccm und 177 CV, der dieses fast fünf Meter lange und über zwei Tonnen schwere Geländefahrzeug mit gewisser Souveränität und viel Kraft bewegt.

Es ist kein sanfter oder sportlicher Motor, aber dank seines Drehmoments von 420 Nm im Bereich zwischen 1.400 und 2.600 U/min bewegt sich dieser Land Cruiser mit viel Kraft, lässt aber nach 3.000 Umdrehungen spürbar nach. Das ist in diesem Geländewagensegment völlig logisch, denn hier zählt das Drehmoment mehr als die Leistung.

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Unser Testwagen hat ein Automatikgetriebe mit Drehmomentwandler. Es ist zwar komfortabel, holt aber nicht das volle Potenzial aus dem Motor heraus und kann bei hohen Drehzahlen störend wirken. Meiner Meinung nach lassen sich mit einem Schaltgetriebe die 177 CV besser nutzen, aber das hängt davon ab, was man sucht, denn in Sachen Komfort ist es mehr als ordentlich.

Fahrverhalten: typisch Geländewagen

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Am Steuer des Land Cruiser muss man sich bewusst sein, dass es sich um einen Geländewagen handelt, also ein hohes Fahrzeug mit beachtlichen Abmessungen und einem Gewicht von über zwei Tonnen. Ausgehend davon verfügt der getestete Wagen in der VXL-Ausstattung über eine adaptive Federung, die je nach Fahrmodus das Fahrwerk unter Kontrolle hält.

Es gibt drei Fahrmodi: ECO, Normal und Sport. Im ECO– und im Normal-Modus spürt man in Kurven die für seine Größe typischen Massenträgheiten, die die Wirksamkeit und sogar den Komfort beeinträchtigen, etwa beim Hoch- oder Hinunterfahren eines Bergpasses. In dieser Situation ist es am besten, den Sport-Modus zu aktivieren, der das Fahrverhalten des Fahrwerks deutlich verbessert, fester wird und die Trägheit in jeder Kurve verringert. Allerdings ist der Wagen trotz Sport-Modus ein eher langsam beschleunigendes Fahrzeug.

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Auf der Landstraße verhält er sich, solange die Strecke nicht allzu anspruchsvoll ist, stabil und setzt auf Komfort, besonders wenn der Asphalt stark beschädigt oder rissig ist. Auf der Autobahn läuft er ordentlich, mit guter Geräuschdämmung, obwohl der Motor nicht leise ist und seine Form der Aerodynamik nicht gerade zuträglich ist.

Ein weiterer Punkt ist das Bremssystem, an das man sich gewöhnen muss. Man sollte, wie selbstverständlich, nicht zu hart bremsen, denn obwohl es seine Aufgabe erfüllt, bleibt die Physik Physik.

Allrad-Dynamik: der König abseits des Asphalts

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Ohne jeden Zweifel: Wenn man einen Land Cruiser fährt, ist es egal, wie der Untergrund beschaffen ist oder welches Gelände man befährt. Seine enorme Bodenfreiheit von 21,5 cm, seine großzügigen Winkel – Böschungswinkel vorne: 31 Grad, hinten: 25 Grad und Rampenwinkel: 22 Grad – oder seine Wattiefe von bis zu 70 cm sind äußere Merkmale, die bereits eine Vorstellung von seiner Leistungsfähigkeit abseits des Asphalts vermitteln.

Hinzu kommt ein permanenter Allradantrieb mit Untersetzung und je nach Version Sperren für das Mittel- und Hinterachsdifferenzial (oder sogar das Multi-Terrain Select System, eine spezielle Geländewahl, die in der Spitzenausstattung Limited serienmäßig ist). Unser Testwagen mit der Ausstattung VXL verfügte über die traditionelle Untersetzung und die Sperre des Mittendifferenzials, die uns in etwa 90 % der schwierigen Geländesituationen sicher durchkommen lässt.

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Um das zu testen, haben wir eine Bergtour unternommen, um den Wagen gezielt im Schnee zu prüfen. Serienmäßig war unser Testwagen mit M+S-Reifen der Dimension 265/55 R19 bestückt, die zwar keine Winterreifen sind, aber insgesamt die Prüfung mit Bravour bestanden haben.

Der Land Cruiser kann im Modus 4x4H oder 4x4L gefahren werden, wobei stets dauerhafter Allradantrieb anliegt. In diesem Modus meistert man den Großteil der Hindernisse, und sollte die Piste schwieriger werden, reicht es, anzuhalten und die Untersetzung zu aktivieren, damit einen buchstäblich nichts mehr aufhält. Während des Tests auf verschiedenen Strecken mit unterschiedlich hohem Schnee brauchten wir die Sperre des Mittendifferenzials zu keinem Zeitpunkt.

Auf Bergstrecken spielt es keine Rolle, wie zerfurcht die Piste ist, denn dank der Bodenfreiheit und der Reifen mit großzügigem Profil meistert dieser Land Cruiser jedes Gelände problemlos.

Zusammenfassend: Eine technisch anspruchsvolle Off-Road-Strecke oder Sand haben wir nicht getestet, dafür aber mehrere Kilometer auf verschneiten Pisten mit unterschiedlichen Schneearten sowie Waldwege mit kaputten Pisten und Feuerschneisen. Die 4×4-Fähigkeit dieses Toyota scheint keine Grenzen zu kennen, abgesehen von denen, die durch die Reifen gesetzt werden (für einen intensiveren Geländeeinsatz empfiehlt es sich immer, speziellere Reifen aufzuziehen).

Verbrauch

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Die Verbrauchswerte sind nicht das Herausragendste an diesem Allradfahrzeug, denn aufgrund seiner Eigenschaften liegen sie höher als etwa bei einem SUV. Auf der Autobahn betrug der Durchschnittsverbrauch 10,9 Liter auf 100 km, auf der Landstraße war der niedrigste Wert, den wir erreichten, 8,2 Liter auf 100 km, normalerweise liegt er jedoch bei rund 10 Litern auf 100 km.

Ausstattung

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Die Fünftürer-Version gibt es in mehreren Ausstattungsvarianten: GX, VX, VXL und Limited. Die Basis-Ausstattung umfasst unter anderem: ein selbstsperrendes Mittendifferenzial (mit Untersetzung), Reifen 245/70 R17 mit Stahlfelgen, ein Radio mit CD und 6 Lautsprechern, AUX- und USB-Anschluss sowie eine manuelle Klimaanlage (Automatik bei 7 Sitzen). Die Stufe VX ergänzt Tempomat, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, Rückfahrkamera und das Toyota Touch 2 Touchscreen-Display, unter anderem.

Die Ausstattung unseres Testwagens, VXL, bietet 19-Zoll-Leichtmetallfelgen, Full-LED-Scheinwerfer, die Sperre des Hinterachsdifferenzials LSD Torsen, das Kinetic Dynamic Suspension System (KDSS) und ein Solardach, unter anderem. Die Topstufe Limited ergänzt das Active Drive Assist System (Crawl Control), ein Unterhaltungssystem für die Fondpassagiere, die Navigation GO mit erweiterten Funktionen, die variable adaptive Federung AVS und das Multi-Terrain-System (MTS).

Zur Ausstattung gehören besonders die Full-LED-Scheinwerfer unseres Testwagens, die eine hervorragende Sicht bieten. Verbesserungsbedarf besteht beim Unterhaltungssystem, das nicht flüssig arbeitet und im Vergleich zu dem, was andere Modelle heute bieten, zurückbleibt.

Preis und persönliche Meinung

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Da es nur noch wenige echte 4×4 gibt, wird dieser Land Cruiser immer wichtiger. Es steht außer Frage, dass er nicht für jene gedacht ist, die ein großes Fahrzeug für die Landstraße suchen. Auf der Straße fährt er ordentlich, aber das ist nicht sein bevorzugtes Terrain. Doch wenn der Asphalt endet und Pisten oder anderes Gelände beginnen, entfaltet dieser Toyota Land Cruiser sein volles Potenzial. Betrachtet man die Ausstattung, so mussten wir mit der VXL-Ausstattung das Multi-Terrain-System nie einsetzen, um aus schwierigen Situationen herauszukommen. Mit der Untersetzung gelingt es zudem, etwa 95 % der üblichen Situationen zu meistern (ländliche Pisten, Schnee, schwieriges Gelände abseits der Wege). Anders sieht es bei anspruchsvolleren Off-Road-Strecken aus, wo das System durchaus sinnvoll sein kann.

Der Einstiegspreis für die Fünftürer-Version in der Basisausstattung GX beträgt 40.500 Euro, während der getestete Wagen 59.300 Euro kostete.

Fotos | Testteam


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