BMW 218d Active Tourer, Meinung und Test

Diego G. Moreira     19 July 2015     8 min.
BMW 218d Active Tourer, Meinung und Test


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BMW ist voll in das Segment der Premium-Vans eingestiegen, ein Segment, in dem Mercedes seit Jahren mit seiner B-Klasse der zweiten Generation alleine ist. Doch der BMW Serie 2 Active Tourer ist der Außenseiter der bayerischen Marke: Frontantrieb, Dreizylinder-Motoren und Van-Design.

Ist er geräumig? Hat er die DNA von BMW am Steuer? Und die Ausstattungen? Wir beantworten all das und mehr im Test des ersten Vans der Marke.

Außendesign: die Essenz von BMW im XL-Format

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Betrachtet man den neuen Serie 2 AT von außen, erkennt man an der Front die DNA der Marke, mit den typischen Nieren und den Scheinwerfern mit den unverwechselbaren kreisförmigen Tagfahrlichtern. Unser Testwagen war mit Full-LED-Scheinwerfern ausgestattet, die eine hervorragende Ausleuchtung bieten.

Die Seitenansicht hat ein markantes Design und einen für dieses Segment ungewöhnlich sportlichen Charakter. Auffällig ist die große Glasfläche mit großen Seitenfenstern.

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Am Heck sehen wir die typischen Rückleuchten im BMW-Design (mit LED-Technik), eine große Heckklappe, und die verchromte Auspuffendblende verleiht den sportlichen Akzent.

Innendesign: Neuerungen gegenüber dem Serie 1 und Schlichtheit

Es stimmt, dass die Innenräume von BMW meist sehr schlicht sind, mit guten Materialien, die jedoch allzu nüchtern wirken. Doch der Serie 2 Active Tourer hat uns angenehm überrascht, denn das Armaturenbrett unterscheidet sich deutlich vom Serie 1 und dem herkömmlichen Serie 2.

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Es ist ein eher van-typisches Design mit getrennten Bedienelementen und mehr Ablagefächern für unsere Sachen. Die Verarbeitung ist hochwertig, mit angenehm weichen Kunststoffen, und die Mittelkonsole ist durch ein Handschuhfach geteilt.

Die Instrumentierung entspricht allerdings der der übrigen Modelle, und obwohl sie informationsreich ist, bleibt sie schlicht.

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Die Sitzposition ist erhöht, aber nicht so hoch wie bei anderen Vans und auch nicht so wie bei seinem direkten Konkurrenten, der Mercedes B-Klasse. Der Sitz stützt den Körper gut, auch wenn es etwas dauert, bis man die bequemste Position findet. Sobald man sich daran gewöhnt hat, ist es ein komfortables Auto mit serienmäßigen Sitzen, die den Körper gut halten, und man hat zudem eine gute Sicht.

Die Rücksitze sind gut zugänglich, verfügen über Luftauslässe und bieten ausreichend Platz für Füße und Kopf. Ein weiteres praktisches Detail sind die einzeln umklappbaren Einzelsitze auf der Rückbank.

Stauraum und Kofferraum

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Zu den bereits erwähnten Ablagen im Armaturenbrett kommen jene im Mitteltunnel, das Staufach und das große Handschuhfach hinzu. Auf den Rücksitzen gibt es zudem Armlehnen.

Der Kofferraum fasst 468 Liter (während eine Mercedes B-Klasse 486 Liter bietet), und er verfügt über einen doppelten Boden und seitliche Fächer für kleinere Gegenstände.


Motor und Fahrleistungen

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Unser BMW war der 218d, also der Diesel mit 150 CV. Der Antrieb ist der bekannte 2.0-Diesel, der jetzt bis zu 190 CV leistet, in der Version 18d jedoch bei 150 CV bleibt. Es ist ein Motor der neuen Generation, ebenso wie die Benziner, die der Serie 2 Active Tourer mit drei Zylindern eingeführt hat.

Am auffälligsten ist die Leistungsentfaltung: Er spricht kraftvoll ab 1500–1800 U/min bis etwa 4.000 U/min an. Seine 150 CV reichen völlig, um den Serie 2 AT souverän zu bewegen, doch etwas mehr Laufkultur wäre wünschenswert, vor allem akustisch.

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Der Motor ist mit einem manuellen Sechsganggetriebe kombiniert, das präzise und sehr angenehm zu schalten ist. Es verfügt über ein System, das beim Herunterschalten die Drehzahlen angleicht, um die typischen Rucke beim Zurückschalten zu vermeiden.

Man muss sich zunächst daran gewöhnen, denn anfangs scheint das Auto nicht herunterzuschalten, doch es sorgt für großen Komfort beim Gangwechsel.

Fahrverhalten

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Die DNA von BMW zeigt sich nicht nur im Design, sondern auch im Motor und im Fahrverhalten. Der Serie 2 AT ist agil (deutlich mehr als die Mercedes B-Klasse), denn das Fahrgefühl ähnelt eher dem einer Limousine als dem eines Vans, und ich wage zu behaupten, dass es Limousinen gibt, die weniger dynamisch sind als dieser BMW.

Er ist der erste BMW, der die neue Plattform der Mini nutzt. Er liegt satt auf der Straße, und das Fahrwerk ist straff, ohne an Komfort einzubüßen oder hart zu werden. Auf Landstraßen und Autobahnen vermittelt der Serie 2 AT ein Gefühl von Stabilität und Komfort; dynamisch begrenzt ihn lediglich die (van-typische) Höhe, während die Geräuschdämmung dem Segment und dem Premium-Anspruch entspricht.

In der Stadt wirkt er zunächst groß und schwer zu handhaben, doch je länger man mit ihm durch die Stadt fährt, desto geringer wird dieser Eindruck. Die Sicht ist hervorragend (außer nach hinten), und Einparksensoren oder die (optionale) Einparkhilfe erleichtern das Rangieren.

Insgesamt ist es ein Van mit einem für dieses Segment ungewöhnlich dynamischen Charakter, was teilweise dem kraftvollen, leistungsstarken Antrieb zu verdanken ist, der eher auf spontane Reaktion als auf Komfort setzt.

Verbrauch

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In diesem Punkt ist der BMW Serie 2 AT recht sparsam, denn für seine Größe und Leistung waren die Verbrauchswerte durchweg niedrig. Auf der Autobahn, auf unserer üblichen Strecke zwischen Madrid und Vigo, lag der Durchschnittsverbrauch bei 5,3 Litern pro 100 km.

Auf der Landstraße liegt der normale Verbrauch bei etwa 5,5 Litern pro 100 km, und es ist leicht, unter sechs Liter zu bleiben. In der Stadt, bei unserer üblichen Strecke durch Vigo (mit zahlreichen Steigungen), liegt der Durchschnittsverbrauch bei 7,5 Litern pro 100 km.


Ausstattung

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Der Serie 2 AT ist in mehreren Ausstattungslinien erhältlich: Base, Advantage, Sport, Luxury und M Sport. Serienmäßig ist er bereits umfassend ausgestattet, unter anderem mit Zweizonen-Klimaanlage, Licht- und Regensensor, Reifendruckkontrolle, 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, Lederlenkrad, Bluetooth-Freisprecheinrichtung, USB und dem Radio BMW Professional, unter anderem.

Die Ausstattungsvariante Advantage (unser Testwagen) ist sehr empfehlenswert, da sie einige wichtige Extras bietet, etwa die Full-LED-Leuchten (außerdem Tempomat, vordere Nebelscheinwerfer und Parkhilfe hinten).

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Das serienmäßige Radio§h93± mit sechs Lautsprechern ist ordentlich. Guter Klang, ein kleiner Bildschirm mit reichlich Informationen und mehrere Funktionen zur Smartphone-Anbindung. Allerdings ist keine Sprachsteuerung vorhanden (beim Drücken der Lenkradtaste wird man an die Sprachsteuerung des Telefons verwiesen).

Preis des BMW Serie 2 Active Tourer

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Mit der Basisausstattung gelten folgende Preise:

  • 218i 136 CV 29.050 Euro
  • 220i 192 CV 33.750 Euro
  • 225i 231 CV 39.150 Euro
  • 225i xDrive 231 CV 41.350 Euro
  • 216d 116 CV 28.450 Euro
  • 218d 150 CV 30.850 Euro
  • 220d 190 CV 36.450 Euro
  • 220d xDrive 190 CV 38.850 Euro

Mit dem Advantage-Paket kommen 989 Euro hinzu, mit dem Sport-Paket 2.689 Euro mehr gegenüber der Basis, mit dem Luxury-Paket etwa 4.089 Euro mehr, und schließlich ist das M Sport 4.589 Euro teurer als die Basisausstattung (die Aufpreise sind ungefähr angegeben).

Persönliche Meinung und Bewertung

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Dass BMW heute in das Segment der Großraumlimousinen einsteigt, und dies sogar mit Dreizylindermotoren im Angebot oder mit dem umstrittenen Frontantrieb, mag so wirken, als würde die Marke ihre DNA in Sachen Essenz und Sportlichkeit verlieren. Doch trotz allem ist das kein Frevel, und der Serie 2 Active Tourer bewahrt die Essenz des bayerischen Herstellers, was man am Steuer spürt.

Vergleicht man den BMW Active Tourer mit seinem direkten Rivalen – dem Mercedes B-Klasse –, wird schnell klar, dass beide auf unterschiedliche Zielgruppen ausgerichtet sind. Der BMW ist in der Reaktion deutlich sportlicher, im Fahrgefühl und sogar in den Außenlinien. Der 218d mit 150 CV, den wir gefahren haben, ist ein Motor mit Charakter, mehr als genug für alle, die einen leistungsstarken Diesel suchen, und er bietet einen unterhaltsamen Akzent in einem Segment, in dem es nur wenige dynamische Optionen gibt.

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Und ist er geräumig? Innen bietet er die typischen Details eines Vans, von zahlreichen Ablagen für unsere Sachen (sogar die Mittelkonsole wurde umgestaltet und hat ein kleines Handschuhfach) bis hin zu ausreichend Platz für fünf Erwachsene oder sogar sieben (in der größeren Variante).

Ein weiterer wichtiger Punkt, der uns gefallen hat, ist die umfangreiche Serienausstattung. Es scheint, als würden die Marken bei den Basisversionen umdenken, denn serienmäßig ist alles Wesentliche für ein Modell dieser Art enthalten, und für gerade einmal 1.000 Euro mehr bekommt man einen vollständig ausgestatteten Serie 2 Active Tourer.

Zusammenfassend: Wer einen Premium-Van mit gewissem Charakter sucht, für den ist dieser BMW eine interessante Alternative. Außerdem bietet er eine dem Segment entsprechende Verarbeitung und im Vergleich mit seinem direkten Rivalen einen Dynamik-Plus.

Fotos | Testteam

Technische Daten dieses Autos


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