Heuliez schließt seine Pforten

Die letzten Tage waren nicht gerade gut für die europäische Automobilindustrie. Mit der Schließung des britischen Werks in Southampton von Ford und von Volvo in Udevalla folgte nun die Stilllegung eines der wichtigsten französischen Werke der PSA-Gruppe, im Herzen Frankreichs (das Werk in Aulnay), ab dem 1. November. Heuliez hat seine Pforten nach 93 Jahren Betrieb geschlossen.
Heuliez war einer der bedeutendsten französischen Zulieferer, der irgendwann Fahrzeuge für Citroen, Peugeot, Renault und Opel baute. Die Probleme begannen im Jahr 2006, als man den Großteil der Einheiten des Opel Tigra fertigte. Vom Bau ganzer Modelle ging man zur Fertigung von Karosserieteilen über, allerdings ohne den Erfolg früherer Jahre, als man noch Autos baute.
Nach drei Insolvenzanträgen innerhalb der letzten vier Jahre beschlossen die aktuellen Eigentümer und Hauptinvestoren, dass es an der Zeit sei, ein Unternehmen nicht länger zu finanzieren, das auf direktem Weg in den sicheren Untergang steuerte. Die französische Regierung hätte Heuliez möglicherweise retten können, hielt sich aber heraus und konzentrierte ihre Bemühungen auf andere Hilfen und Aktienkäufe, sowohl bei Renault als auch bei der PSA-Gruppe.
Heuliez baute außerdem einige eigene Prototypen, der jüngste davon der Heuliez WILL (Foto) aus dem Jahr 2009. Er bot erstmals ein elektrisches Radnabenantriebssystem und ein ebenfalls elektrisches Federungssystem direkt in den Rädern. Zudem wurde im Chassis der Raum frei, der bei anderen Fahrzeugen dem Motor vorbehalten ist, egal ob Elektro- oder Verbrennungsmotor, was eine bessere Nutzung des Innenraums ermöglichte.
Quelle: Automotive News
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