Test: BMW X4 20d xDrive, Stil und Vielseitigkeit gehen Hand in Hand

Daniel Valdivielso    @valdi92    23 November 2016     10 min.
Test: BMW X4 20d xDrive, Stil und Vielseitigkeit gehen Hand in Hand

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Diese Woche haben wir in der Testrubrik von Highmotor einen ganz besonderen Gast: ein echtes SUV aus dem Haus des Schöpfers des Konzepts „SUV-Coupé“.

Ihr wisst sicher schon, von wem wir sprechen, oder? Genau, wir sprechen vom kleinen Bruder des X6, dem BMW X4, der in seiner Version 20d xDrive bei uns zum Test steht.

Das Segment der SUV ist zweifellos einer der Protagonisten – wenn nicht sogar der wichtigste – der letzten Jahre, mit einer stetig wachsenden Beliebtheit, die sich naturgemäß in einem immer größeren Marktanteil niederschlägt. Heutzutage ist es praktisch unmöglich, eine Marke zu finden, die sich nicht mehr oder weniger stark in diesem beliebten Segment engagiert.

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BMW ist keine Ausnahme und gilt zudem als einer der Pioniere, denn sein erstes SUV, der X5, ist mit über 15 Jahren auf dem Buckel bereits ein Veteran. Ausgehend vom X5 ist eine ganze Reihe von SUV-Modellen entstanden, vom X1 bis zum X6, mit unserem Protagonisten, dem X4, der zu den neuesten Ergänzungen des bayerischen Modellangebots gehört.

Äußeres Design

Das Außendesign des X4 ist vor allem eines: klar. Klar, prägnant, präzise, in seinen Wurzeln unverkennbar. Der X4 ist durch und durch ein BMW, mit allen Merkmalen, die dazugehören. Die Front des X4 fällt durch die großen Nieren auf, das Markenzeichen des Hauses, die in dieser Version in Grau mit verchromten Rändern ausgeführt sind. Die Persönlichkeit des Modells prägen außerdem die Leuchteinheiten der neuesten Generation, in diesem Fall mit adaptiver LED-Technik.

Die Stoßstange ist markant und unterstreicht die Robustheit des Modells. Die Nebelscheinwerfer sitzen etwas höher als üblich, was bereits als Erkennungszeichen aller X-Modelle von BMW gelten kann. Der Bug des X4 wird durch eine Art graue Zierleiste am unteren Teil der Stoßstange abgeschlossen, die als Schutz dient, wenn man das Asphaltband verlässt.

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Der X4 misst 4,67 Meter in der Länge, 1,88 Meter in der Breite und 1,62 Meter in der Höhe. Sein Leergewicht, ohne Optionen und fahrbereit, beträgt 1.825 kg.

Die Seitenansicht wirkt sehr vertraut, da sie dem großen Bruder, dem X6, stark ähnelt. Der abfallende Dachverlauf ist einer der zentralen Punkte des Designs des X4, ohne den die Formensprache des Modells nicht zu verstehen wäre. Auch die Form der Verglasung ist sehr charakteristisch: Sie behält die „Hofmeister-Kink“ hinter der hinteren Tür bei und wird durch die verchromte Zierleiste betont, die entlang der Fensterrahmen verläuft.

Im Übrigen ist die Karosserie sehr klar gestaltet, ohne viele Falze, abgesehen von einer ausgeprägten, ansteigenden Schulterlinie, auf der die Türgriffe angebracht sind. Die silbernen unteren Türkanten und die Radhausverkleidungen aus schwarzem Kunststoff vervollständigen das Bild, das sich perfekt mit den auffälligen – und optionalen – 19-Zoll-Felgen verbindet.

Am Heck finden wir wieder eine Formensprache, die dem X6 sehr ähnelt, mit einer stark abfallenden Heckklappe, die dem Gesamtbild seinen Coupé-Charakter verleiht. Die Rückleuchten wirken sehr vertraut und setzen wie bei allen BMW eine Mischung aus Halogen- und LED-Technik ein.

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Die Ladekante ist etwas hoch, was aber bei praktisch jedem SUV üblich ist, vor allem wenn es, wie beim X4, in erster Linie unter ästhetischen Gesichtspunkten entworfen wurde. Ist die elektrisch betätigte Heckklappe jedoch einmal geöffnet, ist der Zugang dank der großen Ladeöffnung sehr bequem.

Die Heckstoßstange wird, wie vorne, durch eine graue Zierleiste abgeschlossen, die die Robustheit des Gesamtbildes unterstreicht. Je nach gewähltem Motor ist der Auspuff einfach – oval – oder doppelt – rund –, er befindet sich aber immer auf der linken Seite. Nur der X4 M40i verfügt über eine symmetrische Auspuffanlage mit je einem Endrohr auf jeder Seite des Hecks.

Innendesign

Sobald wir die Tür öffnen und in den Innenraum eintreten, bietet uns der X4 ein typisch BMW-Ambiente, mit einem Stil, der uns zwangsläufig an jedes andere Produkt des bayerischen Herstellers erinnert. Die Linien des Armaturenbretts sind schlicht und klar, wirken aber etwas altbacken im Vergleich zu anderen Modellen der Marke, was logisch ist, wenn man bedenkt, dass das Armaturenbrett identisch mit dem des X3 ist, einem der betagtesten Produkte der Marke.

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Viel Qualität und ein Stil, der sofort als BMW zu erkennen ist.

Das hat seine Schattenseiten, etwa das bereits erwähnte Detail, aber auch seine positiven Seiten für manche Kunden, denn der X4 bietet beispielsweise immer noch einen Bildschirm, der vollständig „integriert“ in das Armaturenbrett eingelassen ist, anstelle des großen, „schwebenden“ Displays in Tablet-Form, das in letzter Zeit so modern geworden ist und manche Verbraucher nicht wirklich überzeugt.

Wie dem auch sei, der Innenraum des X4 ist sehr hochwertig verarbeitet, dank der weichen Materialien an den meisten Stellen, an denen wir die Hände hinlegen. Nur an der unteren Partie des Armaturenbretts und der Türen finden wir einige harte Kunststoffe, diese sind aber stets sauber verarbeitet. Der Innenraum unseres Testwagens war außerdem sehr edel ausgestattet, mit dem Lederbezug Nevada, der sich perfekt mit den Holzzierleisten Fineline kombinieren ließ.

Die Innenbeleuchtung ist quantitativ gut, qualitativ jedoch nicht ganz. Es ist nicht vertretbar, dass in einem so modernen Fahrzeug mit einem Grundpreis ohne Extras von rund 50.000 Euro die Deckenleuchten heutzutage noch mit herkömmlichen Glühbirnen ausgestattet sind, zumal im Fußraum sowie in der Ambientebeleuchtung der Türen und des Armaturenbretts LEDs verwendet werden.

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Die Sitzposition ist sehr angenehm, vollständig individuell einstellbar, vor allem wenn das Fahrzeug, wie unser Testwagen, mit dem Sitzspeicher für den Fahrersitz ausgestattet ist. Die Instrumentierung ist typisch BMW und bietet eine große Menge an Informationen auf einen Blick, unterstützt in diesem Fall durch das Head-up-Display, das Informationen auf die Windschutzscheibe in Augenhöhe des Fahrers projiziert.

Der Platz an Bord ist vorne gut und hinten etwas weniger. Obwohl das Fahrzeug für fünf Insassen zugelassen ist, reisen nur vier mit einigermaßen vertretbarem Komfort, was vor allem am durch den abfallenden Dachverlauf begrenzten Kopfraum liegt. Dadurch ist außerdem die Sicht durch den Innenspiegel schlechter als wünschenswert.

Der Kofferraum bietet ein Volumen von 500 Litern, das sich durch Umklappen der Rücksitzlehnen auf maximal 1.400 Liter erweitern lässt. Die Heckklappe ist serienmäßig elektrisch zu betätigen und kann zudem durch eine Fußbewegung unter der hinteren Stoßstange geöffnet werden.

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Fahrverhalten: Dynamik und Leistung

Beim Anlassen des X4 offenbart er sofort seinen Charakter als Vierzylinder-Diesel: Besonders im kalten Zustand ist der Start, obwohl er sofort erfolgt, etwas rau und überträgt einige Vibrationen über Lenkrad und Pedale in den Innenraum. Sobald man unterwegs ist, ist die Geräuschdämmung jedoch mehr als gut.

Der Antrieb dieses X4 ist der Einstiegsmotor der Dieselpalette, ein 2.0-Vierzylinder mit 190 PS und 400 Nm. Es handelt sich um einen Motor der neuesten Generation, der mit den früheren 2.0-Dieselmotoren des Herstellers nichts gemein hat. Er ermöglicht eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 8 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h. Der offizielle Verbrauch liegt bei 5,6 Litern in der Stadt, 4,9 Litern auf Landstraßen und 5,2 Litern im Mischzyklus. Die Realität sieht deutlich anders aus: Mit einem Mischverbrauch von 8,1 Litern nach über 1.700 km Testfahrt – bei ruhiger Fahrweise sind jedoch leicht 6,5 Liter möglich.

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Der Vierzylindermotor harmoniert hervorragend mit dem herrlichen Steptronic-Getriebe mit 8 Gängen

Er ist mit dem wunderbaren Steptronic-Automatikgetriebe mit 8 Gängen und Drehmomentwandler gekoppelt, wohl das beste Automatikgetriebe dieser Art, das derzeit auf dem Markt erhältlich ist. Es ist zweifellos ein „Must-have“ für jeden, der den Kauf eines BMW in Erwägung zieht, dank eines makellosen Ansprechverhaltens, einer Laufruhe, die ein Doppelkupplungsgetriebe nicht erreicht, und einer sehr gut gelungenen künstlichen Intelligenz, die dafür sorgt, dass der Motor in jeder Situation im optimalen Drehzahlbereich arbeitet.

Sobald wir losfahren, verhält sich der X4 wie ein guter BMW, mit seinen Vor- und Nachteilen. In der Stadt bewegt er sich gut, auch wenn es nicht sein bevorzugtes Terrain ist, da seine Abmessungen und die eher eingeschränkte Sicht nicht gut zu den engen Straßen der Städte passen. Auf offenen Landstraßen und Schnellstraßen wird der X4 dank der guten Geräuschdämmung und des Komforts seiner Sitze zu einem hervorragenden Langstreckenfahrzeug.

Auf kurvigen Landstraßen zeigt er, trotz eines Gewichts von knapp 2 Tonnen inklusive aller Optionen dieses Testwagens, ein sehr bemerkenswertes Verhalten. Die Massenträgheit ist spürbar und das Gewicht macht sich bemerkbar, doch bei feinfühligem Umgang mit Gaspedal und der sehr direkten Lenkung gleitet man für ein SUV mit erstaunlich hohem Tempo dahin.

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Das Verhalten am Grenzbereich ist sehr neutral, mit einer leichten Untersteuertendenz, wobei der permanente Allradantrieb und die Stabilitätskontrolle alles im Griff behalten. Nur wenn man auf rutschigem Untergrund mit dem Gaspedal nachhilft, zeigt das Heck ein leichtes Ausbrechen. Die Bremsanlage ist ausreichend. Wie bei anderen BMW kann man das Fahrverhalten über die verschiedenen Fahrmodi verändern, vom ECO PRO, das den Verbrauch priorisiert, bis zum Sport+, der die Federung und die Lenkung verhärtet, die Gaspedalreaktion schärft und das ESP teilweise deaktiviert.

Erwähnenswert ist außerdem die adaptive LED-Beleuchtung in Kombination mit dem Fernlichtassistenten, der die verschiedenen Ausleuchtungsbereiche jedes Scheinwerfers einzeln steuert, sodass das Fernlicht eingeschaltet bleiben kann, ohne andere Verkehrsteilnehmer zu blenden.

Was kostet das Fahrzeug, das Sie sehen?

Das ist eine der heikelsten Fragen, also gehen wir der Reihe nach vor. Der Grundpreis des X4 xDrive20d beträgt 49.200 €, mit Automatikgetriebe sind es 51.922 €. Die Serienausstattung umfasst alles Notwendige, etwa Tempomat, Front-, Seiten- und Kopfairbags, Xenonscheinwerfer, Licht- und Regensensor sowie schlüsselloses Starten.

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Wie bei einem typischen BMW kann die Liste der Optionen jedoch nahezu endlos werden, wie dieser Testwagen eindrucksvoll zeigt. Die Menge an Sonderausstattung ist zu lang, um sie vollständig aufzuzählen, aber zu den kostenpflichtigen Extras gehören unter anderem die Ausstattungslinie xLine (5.399,99 €), die elektrische Einstellung der vorderen Sitze mit Speicher auf der Fahrerseite (1.301,88 €), das Fahrassistenzpaket Driving Assistant Plus (1.917,31 €), die adaptive LED-Beleuchtung (2.118,51 €) oder das Head-up-Display (1.301,88 €).

Wir betonen es nochmals: Die Ausstattung dieses Fahrzeugs ist noch umfangreicher, als diese Liste vermuten lässt, denn der Endpreis, ohne Rabatte, aber inklusive Steuern, steigt vom Grundpreis von 49.200 € auf stolze 79.626,08 €, was mehr als 30.000 € an Sonderausstattung bedeutet.

Angebot und Versionen

Das Angebot des X4 umfasst drei Diesel- und vier Benzinmotoren:

  • X4 xDrive20D 190 PS 49.200 €
  • X4 xDrive20i 184 PS 49.550 €
  • X4 xDrive28i 240 PS 57.250 €
  • X4 xDrive30d 258 PS 61.750 €
  • X4 xDrive35i 306 PS 65.850 €
  • X4 xDrive35d 313 PS 66.050 €
  • X4 M40i 360 PS 73.500 €

Foto | Daniel Valdivielso


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