Kaufberatung Volkswagen Passat: Willst du wirklich einen SUV?

Antonio Roncero    @roncero_antonio    15 June 2018     8 min.
Kaufberatung Volkswagen Passat: Willst du wirklich einen SUV?

Der Volkswagen Passat ist nach wie vor eine der besten Limousinen seiner Klasse, und die aktuellen Rabatte können bis zu 5.000 Euro betragen. Brauchst du wirklich einen SUV?

In seiner aktuellen Generation – der achten – ist der Volkswagen Passat seit gut drei Jahren auf unserem Markt erhältlich. Das Angebot ist inzwischen das umfassendste im Segment, mit Limousinen- und Kombi-Versionen – der Passat Variant– ist mit bis zu acht Motoren erhältlich, bei Benzin- und Dieselantrieben mit Leistungen zwischen 120 und 280 CV. Außerdem wird der Passat Alltrack angeboten, eine Variante des Passat Variant mit spezieller Ausstattung, die auch für Fahrten abseits befestigter Straßen geeignet ist, worauf wir später noch eingehen.

Volkswagen Passat

Es gab eine Zeit, bevor SUV alles dominierten, da war der Volkswagen Passat die begehrteste Limousine für alle, die ein Auto mit einem gewissen Status suchten, denn er markierte – und tut es noch immer – die Grenze zwischen Premium- und Volumenmodellen. Qualitativ und auch preislich.

Was den Passat gegenüber seinen wichtigsten Konkurrenten vor allem auszeichnet, ist das Gleichgewicht zwischen Verfeinerung und Laufruhe, Platzangebot im Innenraum, Kofferraumvolumen und der Sicherheit, die er beim Fahren vermittelt. Und wenn du unter den Alternativen einen Volkswagen Tiguan in Betracht ziehst, solltest du wissen: Mit den entsprechenden Rabatten gibt es kaum einen Preisunterschied zwischen dem Passat und dem SUV mit demselben Motor und derselben Ausstattungsvariante.

Volkswagen Passat

Abseits von reiner Mode oder Designfragen hat der Tiguan die typischen Vorteile einer SUV-Karosserie. Dazu gehört ein einfacherer Einstieg dank der höheren Sitzposition. Die größere Vielseitigkeit seines Kofferraums ist es nicht mehr so sehr, wenn man den Passat Variant berücksichtigt. Und wer aufs Land möchte, hat außerdem den Passat Alltrack. Insgesamt finden wir den Passat für viele Kilometer auf der Landstraße das bessere Auto, vor allem aus Sicht des Fahrers.

Die Rabatte beim VW Passat

Eine weitere Eigenschaft der Volkswagen allgemein und des Passat im Besonderen ist ein höherer Listenpreis als bei seinen direktesten Konkurrenten. Aber Achtung: Schau nicht auf die offiziellen Preise, nutze immer den Konfigurator der Marke, um den Endpreis mit dem aktuell gültigen Rabatt zu ermitteln. Anschließend fragst du beim Händler nach dem Preis.

Volkswagen Passat

Zum Beispiel beginnen die Preise der Limousine bei knapp über 25.000 Euro für die Basisversion – inklusive Händlerrabatt von 1.960 Euro – und reichen bis 44.120 Euro für die Spitzenversion, den Plug-in-Hybrid namens Passat GTE, bei dem der Rabatt über 4.200 Euro liegt. Beim Passat Alltrack ist der Rabatt noch größer.

Der Händlerrabatt in der Passat-Reihe kann je nach Version über 5.000 Euro betragen, dazu kommen weitere 2.930 Euro bei Finanzierung über die Marke.

In der gesamten Passat-Reihe kann man zum Endpreis mit dem jeweiligen Händlerrabatt noch weitere 2.930 Euro Nachlass bei Finanzierung über die Marke addieren, sodass du einen Passat schon ab knapp unter 23.000 Euro bekommst, gegenüber den 27.425 Euro Listenpreis.

Die Basismotoren des Passat: 1.4 TSI und 1.6 TDI

Welche Leistung brauche ich, um bei der Wahl eines Volkswagen Passat nicht zu knapp dazustehen? Die Antwort ist einfach: Schon die Basisversionen, der 1.4 TSI mit 125 CV bei Benzin und der 1.6 TDI mit 120 CV bei Diesel, sind eine sehr empfehlenswerte Untergrenze.

Volkswagen Passat

Zwar wäre der Sweetspot bei einem Auto dieser Größe die Versionen mit 150 CV, der 1.4 TSI mit Zylinderabschaltung und der 2.0 TDI. Doch ersterer wird nicht in der Ausstattung Edition angeboten und man müsste in die Varianten Advance wechseln, mit dem damit verbundenen Aufpreis; wenn du kannst, musst du nicht zögern, der 1.4 TSI ist nach wie vor ein hervorragender Motor. Der 2.0 TDI mit 150 CV kostet bei gleicher Ausstattung 2.500 Euro mehr als der TDI mit 120 CV. Das will also gut überlegt sein. Wähle die 150 CV, wenn du häufig mit Beladung reist und auf Strecken unterwegs bist, auf denen du nicht problemlos eine konstante Geschwindigkeit halten kannst, zum Beispiel auf Landstraßen mit Gegenverkehr, auf denen Überholen notwendig ist. Für den übrigen Einsatz ist der 1.6 TDI mit 120 CV völlig ausreichend.

Volkswagen Passat

Hier noch einige Überlegungen. Wenn du einen Benziner-Passat mit DSG-Doppelkupplungsgetriebe möchtest, musst du mindestens zum 1.8 TSI mit 180 CV greifen – ein Musterbeispiel an Laufruhe, der serienmäßig mit dem 7-Gang-DSG und ausschließlich in der Ausstattung Sport angeboten wird. Und wenn du einen Passat mit Allradantrieb 4Motion willst, müssen es die beiden leistungsstärksten Motoren sein, der 2.0 TSI mit 280 CV und der 2.0 Biturbo mit 240 CV. Beide befinden sich preislich und leistungsmäßig auf einem anderen Niveau. Starke Argumente.

Volkswagen Passat

Außerdem gibt es eine Version 2.0 TDI mit 190 CV, allerdings nur in Kombination mit dem DSG. Sie kostet rund 1.400 Euro mehr als der 2.0 TDI mit 150 CV mit demselben Getriebe, der bereits mehr als genug Leistung bietet.

Passat Variant: für lange Reisen

Die Kombi-Version, der Volkswagen Passat Variant, behält Länge und Breite der Limousine bei, ist aber 2 cm höher. Der Passat Variant kostet je nach Version rund 2.000 Euro mehr. Dafür und für einen minimal höheren Normverbrauch (der Kombi wiegt etwa 40 kg mehr), der in keinem Fall entscheidend ist, erhält man ein Auto mit einem deutlich größeren und vielseitigeren Kofferraum.

Volkswagen Passat Variant

Entscheidend für alle, die es brauchen, ist, dass der Variant im Vergleich zum Passat mit Stufenheck einen um 65 Liter größeren Kofferraum bietet – 650 Liter bis zur Gepäckraumabdeckung, eine der größten Kapazitäten der Klasse. Mit dem optionalen Gepäcknetz lässt sich der Raum bis zum Dach nutzen. Außerdem gibt es Längsschienen mit verschiebbaren Ösen zur Ladungssicherung. Die Rückenlehnen der hinteren Sitze lassen sich über Hebel an den Seiten des Kofferraums umklappen.

Volkswagen Passat Variant

Der Passat Variant ist mit denselben Motoren wie die Limousine und mit denselben Getriebekombinationen erhältlich, also wahlweise mit DSG-Automatik oder mit 4MOTION-Allrad. Unsere Empfehlung wäre der 1.4 TSI mit 150 CV und Zylinderabschaltung beim Benziner, mit einem Preis ab 30.430 Euro. Beim Diesel ist der 2.0 TDI mit 150 CV zwar nicht so laufruhig, bietet aber ein sehr gutes Verhältnis von Leistung und Verbrauch. Die Basisversion Edition kostet 30.785 Euro.

Volkswagen Passat Alltrack: die SUV-Alternative

Wenn wir die Optik beiseitelassen und ein SUV als ein Auto betrachten, das abseits befestigter Straßen fahren oder zum Beispiel einen Anhänger ziehen kann, hat die Passat-Reihe eine interessante Alternative: den Volkswagen Passat Alltrack. Ausgangspunkt ist der Passat Variant, mit Änderungen, die das Fahren auf Schotterwegen und Feldwegen erleichtern.

Volkswagen Passat Alltrack

Das Wichtigste ist das Fahrwerk, das die Bodenfreiheit um bis zu 2,7 cm erhöht und Kunststoffschutz an der Unterseite umfasst. Der Preisunterschied zwischen einem Passat Variant und der Alltrack-Version, bei gleichem Motor, beträgt etwa 4.000 Euro. Der Passat Alltrack bietet zusätzlich sein eigenes Design, etwas mehr Ausstattung und den Allradantrieb 4Motion.

Volkswagen Passat Alltrack

Mit serienmäßigen reinen Straßenreifen zeigt der Volkswagen Passat Alltrack auf der Straße seine größere Bodenfreiheit kaum, er bietet weiterhin hohen Federungskomfort und eine präzise Fahrdynamik. Der Unterschied bei den Fahrleistungen zum Passat Variant ist praktisch nicht spürbar, und der Verbrauch kann je nach Version um 0,1 bis 0,2 Liter pro 100 km steigen. Optional – serienmäßig bei den beiden stärksten Motoren – ist das elektronische Sperrdifferenzial XDs+ erhältlich, das die Agilität verbessert, indem es beim Bremsen in Kurven das innere Rad abbremst. Um aus dem Gelände herauszukommen, gibt es neben dem Allradantrieb ein spezielles Offroad-Programm im Fahrmodusschalter und einen Bergabfahrassistenten.

Volkswagen Passat Alltrack

Der Passat Alltrack ist mit dem 2.0 TDI in Varianten mit 190 CV und 240 CV sowie mit dem 2.0 TSI-Benziner mit 220 CV erhältlich, alle serienmäßig mit 7-Gang-DSG. Die interessanteste Version hinsichtlich Leistung und Verbrauch ist der 2.0 TDI mit 190 CV, der einen Listenpreis von 46.025 Euro hat, mit einem aktuellen Rabatt von 5.180 Euro und weiteren 2.930 Euro bei Finanzierung über die Marke. Du bekommst also einen Passat Alltrack 2.0 TDI 190 CV ab 38.000 Euro bei Anrechnung aller Rabatte. Das sind 3.750 Euro weniger als der Biturbo-TDI mit 240 CV … und rund 500 Euro mehr als der 2.0 TSI, den man im Auge behalten sollte, wenn du einen im realen Fahrbetrieb etwa 2,5 l/100 km höheren Durchschnittsverbrauch in Kauf nehmen kannst, dafür aber mit mehr Laufruhe und besseren Fahrleistungen.

 

Technische Daten dieses Autos


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