Review Omoda 9 SHS: Warum der chinesische Plug-in-Hybrid-SUV 2026 die Premium-Messlatte höher legt

Dani Montesinos     31 August 2026     7 min.
Review Omoda 9 SHS: Warum der chinesische Plug-in-Hybrid-SUV 2026 die Premium-Messlatte höher legt

Wir analysieren den Omoda 9 SHS, den Plug-in-Hybrid mit 537 CV und 145 km elektrischer Reichweite, der die deutschen Premium-SUV für weniger als 45.000 Euro herausfordert

Im Segment der Premium-Plug-in-Hybrid-SUV der D-Klasse konkurrieren etablierte Deutsche mit einem schwedischen Anbieter, der sein Handwerk versteht. Das Auftreten des Omoda 9 SHS zwingt zu einer neuen Bewertung: 537 CV kombiniert, 145 km homologierte elektrische Reichweite und ein unverbindlicher Listenpreis ab 40.000 €. Von der Liste chinesischer Rivalen haben wir für diese Analyse den BYD Seal U DM-i ausgeschlossen: Unserer Einschätzung nach hat sich das Segment schnell entwickelt, und das Gesamtkonzept des Omoda – Leistung, Batterie, Ausstattung und Markenwahrnehmung – ist ausgewogener, wenn es darum geht, den Deutschen Terrain streitig zu machen. Damit geklärt, kommen wir zu den Details.

Omoda 9 SHS: Das Plug-in-Hybrid-Konzept, das 2026 nach Spanien kommt

Die Marke der Gruppe Chery bringt einen 4,77 Meter langen D-Klasse-SUV auf den Markt, der nicht über den Preis mit chinesischen Kompaktwagen konkurrieren will, sondern sich an den Tisch der europäischen Premiumhersteller setzen möchte. Der Name SHS (Super Hybrid System) fasst die Philosophie zusammen: ein komplexer Antriebsstrang mit einem 1.5 TGDI-Motor, drei Elektromotoren und einer Batterie, die den Durchschnitt des PHEV-Segments deutlich übertrifft.

Außendesign: Präsenz eines D-SUV mit eigener Identität

Die Silhouette löst sich von der Ästhetik des Omoda 5 und setzt auf eine prägnantere Formensprache mit langer Motorhaube, ausgeprägten Schultern und einer horizontalen Lichtsignatur, die die Front optisch streckt. 20-Zoll-Felgen serienmäßig, bündig eingelassene Türgriffe und eine saubere Heckpartie mit doppelter LED-Lichtleiste. Ist das ein revolutionäres Design? Nein, und wahrscheinlich ist das eine kluge Entscheidung. Er setzt auf mitteleuropäische Zurückhaltung statt auf Übertreibung.

Omoda 9 Shs (18)

Innenraum und Platzangebot: die gelungenste Überraschung des Jahres

Hier punktet der Omoda 9 SHS am stärksten beim Premium-Anspruch. Doppelbildschirm mit 24,6 Zoll in gebogener Form, Nappa-Lederpolsterung, vordere Sitze mit Massagefunktion in acht Programmen, festes Panoramadach, Vier-Zonen-Klimaanlage und ein Sony-Soundsystem mit 14 Lautsprechern. Weiche Kunststoffe reichen bis in die zweite Reihe. In einer Preisklasse um 43.000 € ist das wahrgenommene Niveau beachtlich.

Platzangebot: 4,77 Meter Länge und 2,80 Meter Radstand ergeben großzügige Platzverhältnisse im Fond und einen Kofferraum mit 660 Litern. Fünf Sitzplätze, keine Option auf sieben.

SHS-Technik: 540 CV kombiniert und intelligenter Allradantrieb

Das Herzstück ist ein 1.5 TGDI mit 143 CV, kombiniert mit drei Elektromotoren – einem vorne und zwei hinten –, die zusammen eine Systemleistung von nahezu 537 CV und 650 Nm ergeben. Das Getriebe ist ein dreistufiges DHT, aufwendiger als die im Segment üblichen e-CVT. Das Ergebnis: 0-100 km/h in etwa 5 Sekunden und ein elektronisch gesteuerter Allradantrieb, der das Drehmoment achsweise verteilt.

Auf dem Papier Sportwagenwerte. In der Praxis bestimmt das Gewicht (etwa 2.270 kg) den Charakter: gewaltiger Vortrieb auf der Geraden, aber man sollte keine dynamischen Glanzleistungen auf dem Niveau eines X5 M60i erwarten. Das ist auch nicht das Ziel.

Elektrische Reichweite im Alltag: 145 km homologiert, die die Regeln verändern

Die 34,5-kWh-Batterie ist das überzeugendste Argument. Die meisten deutschen Rivalen bewegen sich zwischen 25 und 30 kWh nutzbarer Kapazität. Übersetzt heißt das: 145 km WLTP-Reichweite im elektrischen Betrieb und ein homologierter Verbrauch von 1,5 l/100 km im Mischbetrieb. Für Stadt- und Pendelverkehr könnten viele Fahrer wochenlang den Verbrennungsmotor nicht starten. Gleichstrom-Schnellladen mit bis zu 70 kW, was bei einem PHEV ungewöhnlich ist.

Leistung kW Leistung CV Höchstgeschwindigkeit Elektrische Reichweite Verbrauch Umweltplakette Kraftstoff
395 kW 537 CV 180 km/h 145 km (WLTP) 1,7 l/100 km NULL PHEV

Fahrverhalten auf der Straße: Premium-Komfort mit Nuancen

Mehrlenker-Hinterachse, adaptive Dämpfung und progressive Lenkung. Die Abstimmung setzt auf Langstreckenkomfort statt Sportlichkeit, und das ist richtig so: Der Omoda 9 SHS genießt man eher auf einer gelassenen Fernfahrt als auf einer kurvenreichen Passstraße. Dennoch überrascht die Geräuschdämmung: 100 km/h werden ohne störende Abrollgeräusche erreicht, was man einem chinesischen Produkt dieser Kategorie noch vor ein paar Jahren nicht zugetraut hätte.

Allerdings hat die Rekuperationsbremse bei Übergängen noch ein Gefühl, das mich nicht ganz überzeugt. Das ist eine Nuance, kein gravierender Mangel.

Omoda 9 Shs (16)

Ausstattung und Technik: Niveau der europäischen Oberklasse

Serienmäßig sind Head-up-Display, teilautonomes Fahren Stufe 2+, 540°-Kamera, schlüsselloses Öffnen mit Gesichtserkennung, belüftetes kabelloses Laden und Over-the-Air-Updates an Bord. Das auf dem Snapdragon 8155 basierende Betriebssystem reagiert flüssig. Kabelloses Android Auto und Apple CarPlay selbstverständlich.

Preis und Positionierung gegenüber Premium-Rivalen

Der unverbindliche Listenpreis beginnt bei rund 42.517 €. Als redaktionelle Referenz und ohne auf das Kleingedruckte einzugehen: Diese Zahl ist die vom Hersteller empfohlene Preisempfehlung, ohne Händlerrabatte, punktuelle Aktionen oder die aktuell gültigen Förderungen des Plan Auto+ (aktuellen Betrag auf der offiziellen Website prüfen). Im Vergleich zu einem BMW X5 xDrive50e oder einem Mercedes-Benz GLC 300 e bietet der Omoda 9 SHS mehr Leistung, mehr elektrische Reichweite und vergleichbare Ausstattung zu teils der Hälfte des Preises. Die Frage bleibt die altbekannte: Restwert, Servicenetz, Markenwahrnehmung?

Direkte Rivalen: Wer sollte den Blick nach oben richten

Die großen Premium-Plug-in-Hybrid-SUV der D-Klasse bewegen sich in einer anderen Preisliga. Doch der reine technische Vergleich liefert unbequeme Daten für München, Göteborg und Stuttgart. In dieser europäischen Premiumliga spielt auch das best gestaltete Interieur im PHEV-Segment eine Rolle, in dem sich der Omoda 9 souverän behauptet.

BMW X5 xDrive50e ab 95.100 €

Leistung kW Leistung CV Höchstgeschwindigkeit Elektrische Reichweite Verbrauch Umweltplakette Kraftstoff
360 kW 489 CV 250 km/h 100 km 1,2 l/100 km NULL PHEV

Volvo XC60 T6 ab 66.450 €

Leistung kW Leistung CV Höchstgeschwindigkeit Elektrische Reichweite Verbrauch Umweltplakette Kraftstoff
246 kW 335 CV 180 km/h 77 km 2,8 l/100 km NULL PHEV

Mercedes-Benz GLC 300 e ab 68.990 €

Leistung kW Leistung CV Höchstgeschwindigkeit Elektrische Reichweite Verbrauch Umweltplakette Kraftstoff
230 kW 313 CV 218 km/h 127 km 2,1 l/100 km NULL PHEV

Übersichtstabelle und redaktionelle Bewertung

Modell CV Elektrische Reichweite Preis ab Bewertung
Omoda 9 SHS 537 145 km 42.517 € 8,7
BMW X5 xDrive50e 489 100 km 95.100 € 8,5
Volvo XC60 T6 335 77 km 66.450 € 7,9
Mercedes-Benz GLC 300 e 313 127 km 68.990 € 8,2

Fazit: der erste chinesische PHEV, der am Premium-Tisch Platz nimmt

Der Omoda 9 SHS ist nicht perfekt – das Vertriebsnetz ist jung, der Restwert muss sich erst festigen –, aber erstmals bietet ein chinesischer Plug-in-Hybrid-SUV technische Argumente, die deutsche Hersteller in ihrer nächsten Generation erst einmal einholen müssen. Wenn Ihre Entscheidung mehr vom Datenblatt als vom Logo abhängt, lohnt sich das Gespräch. Wer andere Alternativen im gleichen Format sucht, findet im Ranking der Plug-in-Hybrid-SUV mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis unter 45.000 € eine Ergänzung mit preiswerteren Optionen.

FAQ

Wie viel elektrische Reichweite hat der Omoda 9 SHS tatsächlich?
Die WLTP-homologierte Angabe liegt bei etwa 145 km, dank einer nutzbaren Batterie von rund 34,5 kWh. Im realen Mischbetrieb (Stadt und Landstraße mit Klimaanlage) liegt die vernünftige Spanne zwischen 110 und 130 km, deutlich über dem Durchschnitt des Premium-PHEV-Segments.

Was kostet der Omoda 9 SHS in Spanien?
Der unverbindliche Listenpreis beginnt bei etwa 42.000 €. Dies ist die vom Hersteller empfohlene Angabe ohne Händlerrabatte, punktuelle Aktionen oder die aktuell gültigen Förderungen des Plan Auto+.

Ist er wirklich eine Alternative zu einem BMW X5 PHEV oder einem Volvo XC60 Recharge?
Auf dem Papier ja: Er bietet mehr Leistung (537 CV), mehr elektrische Reichweite und vergleichbare Ausstattung zu einem Preis, der etwa der Hälfte entsprechen kann. Wie sich der Restwert und die Markenwahrnehmung langfristig entwickeln, bleibt abzuwarten.

Welche Umweltplakette hat der Omoda 9 SHS?
Umweltplakette NULL der DGT, da er die für Plug-in-Hybride geforderten 40 km elektrische Reichweite deutlich überschreitet. Freie Einfahrt in Umweltzonen (ZBE) und damit verbundene steuerliche Vorteile.

Technische Daten dieses Autos

GeländewagenBMW X55 Varianten · ab 96.150 €

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