Toyota Yaris Cross Hybridautos ÖKO Tests
Toyota Yaris Cross: Wir haben den japanischen „Mini-SUV“ als Hybrid getestet
Der neue Toyota Yaris Cross Hybrid positioniert sich als Einstiegsmodell in der SUV-Palette von Toyota und kostet ab 21.500 Euro, inklusive Rabatte.

Mit dem neuen Toyota Yaris Cross vervollständigt die japanische Marke ihr Karosserieangebot der Baureihe Yaris und ergänzt es um ein SUV, das sich neben den C-HR, Rav4 und Highlander einreiht. Ziel von Toyota ist es, im SUV-Segment unter den Volumenmarken wieder einen zweistelligen Marktanteil zu erreichen, und zwar 10 % bis 2022. Zur Erinnerung: Die Marke erreichte mit dem Rav4 der zweiten Generation einmal 18 % Anteil im SUV-Segment, als dieses noch nicht so groß besetzt war wie heute.
Und was bietet Toyota in einem so umkämpften Segment wie dem der urbanen SUV? Ein Auto, das durch Design, Vielseitigkeit, niedrige Verbrauchswerte sowie eine umfangreiche Ausstattung bei Sicherheit, Komfort und Multimedia überzeugt und außerdem Varianten mit Allradantrieb anbietet. Wir haben uns bei einer ersten Probefahrt ans Steuer gesetzt und berichten, was uns aufgefallen ist.
Das Außen- und Innendesign des Toyota Yaris Cross
Äußerlich ist der Yaris Cross ein recht gefälliges SUV. Wenn nicht der Name Yaris davorstünde, würde man kaum vermuten, dass es sich in Wirklichkeit um die SUV-Version des japanischen Kleinwagens handelt, auch wenn die Plattform dieselbe ist – mit an Größe und Gewicht angepassten Federungen und Lenkung.

Erstaunlich: Trotz des größeren Formats wiegt der Yaris Cross bei gleicher Ausstattung nur 95 kg mehr als der Yaris. Er ist 4,18 Meter lang und 1,56 Meter hoch; das sind 24 bzw. 9 cm mehr als beim Yaris. Die Breite wächst um 2 Zentimeter. Die Sitzposition liegt 6 cm höher als beim Yaris, und die Bodenfreiheit steigt von 14,5 auf 17 Zentimeter. Die größere Länge entsteht durch die Überhänge, denn der Radstand bleibt mit 2.560 mm unverändert.
Im Innenraum gibt es einige Unterschiede zum Yaris, doch die grundlegende Gestaltung des Armaturenbretts bleibt erhalten. Neue Materialien kommen zum Einsatz, und die Mittelkonsole rückt stärker in den Vordergrund. Auch die Türverkleidungen wurden verändert. Rund um den Schalthebel sind die fahrrelevanten Bedienelemente gruppiert, etwa der Fahrmodus-Wähler, die elektrische Feststellbremse, der Knopf zur Deaktivierung der Stabilitätskontrolle und bei den Allradversionen der Drehregler für die Programme des Allradantriebs.
Platzangebot und Kofferraumvolumen
Insgesamt sind Verarbeitung, Ergonomie und Übersichtlichkeit sehr gut, mit dem in erhöhter Position angebrachten Display des Multimediasystems, einer Ablage zwischen diesem und den Klimabedienelementen, einer großzügigen Mulde vor dem Schalthebel sowie zusätzlichen Fächern hinter dem Hebel und in der Mittelarmlehne.

Besonders gefallen haben mir die Sitze der Adventure-Versionen, die wir fahren konnten: sportlich im Design, aber bequem und mit gutem Seitenhalt. Auch das Lenkrad überzeugt haptisch, und die Bedienelemente für die wichtigsten Funktionen sind übersichtlich angeordnet. Während der Probefahrt hatte die kabellose Verbindung des Smartphones mit Apple CarPlay allerdings gelegentlich Aussetzer. Software, Menüs und die Bildschirmqualität des Multimediasystems wurden dafür deutlich verbessert.
Der Yaris Cross bietet naturgemäß ein großzügigeres Platzangebot, vor allem auf den Rücksitzen. Man kann ihn als Viersitzer betrachten oder als Fahrzeug für zwei Erwachsene mit Kindern, denn auch das Ladevolumen passt dazu. Es beträgt 397 Liter (320 Liter bei der Allradversion) und übertrifft damit den Yaris um mehr als 100 Liter. Zu den besten der Klasse gehört er nicht; er liegt im Mittelfeld der Konkurrenz wie dem Volkswagen T-Roc, dem Peugeot 2008 oder dem Renault Captur, die deutlich über 400 Liter bieten. Er bewegt sich damit auf dem Niveau eines Ford Puma, eines Seat Arona oder eines Skoda Kamiq.

Dafür sind die Formen sehr regelmäßig und gut nutzbar. Es gibt Ladungssicherungsgurte und einen zweistufig verstellbaren Ladeboden, und die Rücksitzlehnen lassen sich umklappen, im Verhältnis 60:40 oder bei den besser ausgestatteten Versionen 40:20:20. Optional öffnet sich die Heckklappe auch per Fußsensor.
Hybridmotor mit 116 PS: vorerst nur eine Version…
Zumindest vorerst bietet Toyota den Yaris Cross ausschließlich mit dem gleichen selbstladenden Hybridantrieb wie den Yaris an. Eine Bestätigung gibt es nicht, aber stärkere Versionen für die Zukunft sind auch nicht ausgeschlossen. Mit dem Konzept dieses kleinen SUV reichen die angegebenen 116 PS allerdings völlig aus.
Der 1,5-Liter-Benziner mit drei Zylindern im Atkinson-Zyklus leistet 92 PS und 120 Nm Drehmoment und wird von einem 580-Volt-Elektromotor unterstützt, der bis zu 80 PS (59 kW) und 141 Nm Drehmoment liefert. In dieser vierten Generation des Hybridsystems von Toyota kommt eine kompakte Leistungssteuereinheit mit effizienterer Kühlung zum Einsatz. Die Lithium-Ionen-Batterie liefert zudem mehr Leistung als die des Yaris Hybrid der Vorgängergeneration. Sie besteht aus 48 Zellen, arbeitet mit einer Nennspannung von bis zu 177,6 Volt, und ihre Kapazität beträgt 0,76 kWh.

Das verlängert die Zeit, in der das Fahrzeug elektrisch fahren kann. Außerdem ist es jetzt möglich, dass das Auto kurze Strecken rein elektrisch mit bis zu 130 km/h zurücklegt. Entsprechend gut fallen die homologierten Verbrauchswerte aus: 4,4 bis 5,2 l/100 km beim Frontantrieb und ab 4,7 l/100 km beim Allradmodell.
Für die Variante mit Hinterradantrieb installiert Toyota einen zweiten Elektromotor an der Hinterachse. Dafür wird auch die Verbundlenkerachse durch eine Mehrlenkerkonstruktion ersetzt. Deshalb verliert die Allradversion knapp 80 Liter Kofferraumvolumen.
Das System, das Toyota AWD-i nennt, ist eigentlich kein auf Leistung oder Performance ausgelegter Allradantrieb. Der unabhängige Elektromotor an der Hinterachse leistet 3,9 kW bei 52 Nm und greift nur bis 70 km/h ein, um beim Anfahren oder auf sehr griffigen Fahrbahnen die Traktion zu verbessern. Mit diesem System verfügt der Yaris Cross über einen Drehregler, mit dem man zwischen dem Snow-Modus oder dem Trail-Programm wählen oder per Tastendruck in den Normalmodus zurückkehren kann.

Im Snow-Modus wird das auf die Räder übertragene Drehmoment reduziert, damit sie beim Anfahren oder Beschleunigen nicht durchdrehen. Im Trail-Modus werden die Räder mit dem größten Schlupf leicht abgebremst, damit mehr Drehmoment an die Räder mit besserer Haftung geht. Im normalen Fahrbetrieb verteilt das System das Drehmoment von 100:0 bis zu maximal 60 % auf die Hinterachse.
Am Steuer des Toyota Yaris Cross
Bei unserer ersten Probefahrt mit dem Yaris Cross legten wir viele Kilometer auf der Autobahn zurück, außerdem eine kurvenreiche Landstraße bei Regen und rutschigem Asphalt sowie verschiedene Stadtstrecken.
Im Vergleich zum Yaris merkt man am Steuer, dass der Yaris Cross mehr Auto ist … aber man sollte nicht das Fahrgefühl eines Corolla erwarten, zum Beispiel. Der Yaris Cross bewegt sich in Stadt und auf Überlandstrecken wie ein Fisch im Wasser, wo der Hybridantrieb das SUV agil antreibt und das Fahren sehr einfach macht. Verbräuche, die selbst für einen Diesel schwer zu erreichen wären, sind möglich. Im Eco-Modus lassen sich die offiziellen Werte mit etwa 4,5 l/100 km im Schnitt ohne Weiteres erreichen.

Das heißt nicht, dass man mit dem Yaris Cross nicht lange Strecken zurücklegen könnte. Man sollte aber bedenken: Wer häufig lange Strecken auf der Autobahn oder Landstraße fährt, braucht Gelassenheit, um das Fahren wirklich zu genießen. Die Funktionsweise des Hybridsystems fordert zu einer effizienten Fahrweise auf. Vor allem, weil bei nicht konstanter Geschwindigkeit oder wenn aus irgendeinem Grund beschleunigt werden muss – etwa zum Überholen, bei einer Steigung oder um nach dem Bremsen schnell wieder Tempo aufzunehmen – die besondere Kraftübertragung des Yaris Cross die Drehzahl und damit den Lärm ansteigen lässt. Das ist, wie bei allen Hybriden von Toyota, nicht besonders komfortabel.
Hinzu kommt: Anders als in der Stadt ist der Innenraum des Yaris Cross bei Autobahntempo nicht besonders leise, und lange Fahrten können anstrengend werden. Ein Corolla Touring, der in der Modellpalette von Toyota zum gleichen Preis wie der Yaris Cross positioniert ist, ist deutlich komfortabler und vermittelt beim Fahren angenehmere Fahreindrücke. Er hat einen besser isolierten Innenraum und eine Federung, die Unebenheiten besser schluckt.

Im Übrigen ist das Fahrverhalten gut, und der Yaris Cross ist leicht zu fahren. Die Allradversionen haben eine etwas straffer abgestimmte Federung, die bei starken Schlaglöchern, Bodenwellen oder Asphaltfugen etwas hart wirken kann. Die Frontantriebsversionen mit weicherer Abstimmung dürften in dieser Hinsicht komfortabler sein. Das Paket an Fahrassistenzsystemen umfasst serienmäßig die Safety-Sense-Ausstattung von Toyota mit Pre-Collision-System, das die Lenkung unterstützt, adaptivem Tempomat – der wirklich gut funktioniert –, Spurhalteassistent und serienmäßigem Mittenairbag.
Preise und Rabatte des Toyota Yaris Cross
Die Business-Plus-Ausstattung, die vor allem für Flotten und Unternehmen gedacht ist, lassen wir hier außen vor. Die Yaris-Cross-Palette umfasst drei Ausstattungslinien für die Frontantriebsversionen, nämlich Active Tech, Style und Style Plus, sowie zwei Linien für den AWD-i mit Allradantrieb, die Premiere Edition und die Adventure.
Dies sind die Preise mit dem Händlerrabatt von Toyota, der bereits abgezogen ist. Er reicht von 2.400 Euro beim Active Tech bis 3.400 Euro bei den übrigen Ausstattungen.
- Yaris Cross Active Tech: 23.350 €
- Yaris Cross Style: 24.350 €
- Yaris Cross Style Plus: 26.100 €
- Yaris Cross Adventure: 27.600 €
- Yaris Cross Premiere Edition: 30.300 €
Die gute Nachricht: Auf diese Preise gewährt die Marke noch einen zusätzlichen Rabatt von 1.850 Euro, wenn man den Kauf über die Marke finanziert. Damit kostet der Yaris Cross Active Tech, das Einstiegsmodell, nur noch 21.500 Euro.

Bei der Finanzierung ist der zusätzliche Rabatt nicht der einzige Vorteil. Toyota bietet zwei sehr interessante Servicepakete, die man im Auge behalten sollte. Das Paket Easy Plus, das 500 Euro kostet, umfasst eine auf 4 Jahre verlängerte Garantie und 4 Jahre Wartung. Mit dem Paket Easy Complete für 950 Euro kommt außerdem ein Jahr Vollkaskoversicherung mit einer Selbstbeteiligung von 300 Euro hinzu.
Bei der Finanzierung mit Toyota Easy Plus beträgt die monatliche Rate für einen Yaris Cross Active Tech 185 Euro, mit einer Anzahlung von 6.079 Euro und einer Schlussrate von 11.150 Euro nach 48 Monatsraten. Mit dem Leasing von Kinto One erhält man einen Yaris Cross Business Plus ab 279 Euro (zzgl. MwSt.) monatlich, ohne Anzahlung und mit allem inklusive.
Ausstattung des Toyota Yaris Cross: Was bekomme ich?
Die Version Active Tech wird der Verkaufsschlager sein. Obwohl sie die Einstiegsversion ist, ist die Ausstattung sehr umfangreich: VollLED-Scheinwerfer, automatisch einklappbare Außenspiegel, schlüsselloses Zugangs- und Startsystem sowie ein 7-Zoll-Farb-TFT-Display.
Für diese Ausstattung gibt es zwei optionale Pakete. Das Paket Komfort umfasst intelligente Einparkhilfe, 360-Grad-Kameras, eine Heckklappe mit Handsfree-Öffnung und automatische Pre-Collision-Bremsung hinten. Der Preis beträgt 1.750 Euro.
Das Paket Connect ergänzt das Multimediasystem Toyota Smart Connect mit 9-Zoll-Display, drahtloser Anbindung an Apple CarPlay und Android Auto, einem Navigationssystem mit Online-Kartenupdates und einer induktiven Ladestation für das Smartphone. Der Preis beträgt 750 Euro. Der einzige Haken: Beide Pakete lassen sich nicht zusammen bestellen; man muss sich für eines entscheiden.

Wer ohnehin den Active Tech mit dem Paket Connect wählen würde, sollte lieber gleich zur Ausstattung Style greifen. Sie kostet 1.000 Euro mehr, bietet aber zusätzlich zu allem aus dem Paket Connect 18-Zoll-Felgen, abgedunkelte Heckscheiben, eine teilweise Lederpolsterung, beheizbare Vordersitze, im Verhältnis 40:20:40 umklappbare Rücksitze, eine Zweizonen-Klimaautomatik und einen Totwinkel-Assistenten. Außerdem kann man ab dieser Ausstattung die zweifarbige Lackierung mit kontrastierendem Dach wählen, die 900 Euro kostet. Es gibt wirklich auffällige Kombinationen.
Der Style Plus bietet unter anderem ein Schiebedach, eine Heckklappe mit Handsfree-Öffnung und ein farbiges 10-Zoll-Head-up-Display, das Informationen auf die Windschutzscheibe projiziert.
Bei den Allradversionen ist die Premiere Edition eine Startversion, die später wieder aus dem Programm verschwinden wird. Sie ist sehr umfangreich ausgestattet, kostet aber über 30.000 Euro. Die vernünftigste Wahl ist die Adventure, die neben den speziellen Designdetails für den Offroad-Look (Zierleisten und Stoßfänger) serienmäßig Dachreling, zweifarbige Karosserie, teilweise Lederpolsterung im Adventure-Stil und das Multimediasystem Smart Connect umfasst.
Bildergalerie des Toyota Yaris Cross
Technische Daten dieses Autos
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