RAV4 Toyota Hybridautos Tests SUV
Vorstellung und Test des Toyota RAV4 Hybrid, die Hybridisierung des SUV

Wenn wir über Hybridautos sprechen, denkt man unweigerlich an den japanischen Hersteller Toyota. Sein Prius war eine echte Revolution, und die anschließende Einführung neuer Hybridmodelle hat diese Technologie so weit verbreitet, dass sie heute als eine weitere Alternative zum Diesel- oder Benzinantrieb gilt. Auf dem alten Kontinent hat Toyota die Marke von einer Million verkauften Hybridfahrzeugen überschritten, wobei zu dieser Zahl zweifellos der Auris Hybrid (siehe Test) maßgeblich beigetragen hat.
Zum Yaris Hybrid, zum Auris Hybrid oder zum leibhaftigen Prius (siehe Vorstellung Prius 2016) gesellt sich nun ein neues Mitglied mit Elektro- und Benzinmotor: der Toyota RAV4 Hybrid. Der RAV4 kam 1994 auf den Markt, und in seiner über 20-jährigen Geschichte war er stets eine Referenz als Crossover mit urbanem Charakter. Nun stärkt diese Hybridversion seine Vielseitigkeit in der Stadt und ist durch die strengen Fahrverbote bei hoher Schadstoffbelastung in Großstädten (von denen Elektro- und Hybridfahrzeuge ausgenommen sind) besonders interessant.
Außendesign, leichte Aktualisierung des Toyota RAV4

Äußerlich wurde der RAV4 Hybrid gegenüber der aktuellen Generation aktualisiert, die 2013 auf den Markt kam, mit Änderungen an Front und Heck. Dabei folgt er dem Vorbild anderer kürzlich aktualisierter Modelle wie dem Auris oder dem Avensis und setzt auf schärfere Linien, die leicht an seine Geschwister der Lexus erinnern.
Vorne fällt die neue Stoßstange auf, die ihm ein stärkeres SUV-Gefühl verleiht, außerdem gibt es neue Leuchten mit Full-LED-Technologie (sowohl für das Tagfahrlicht als auch für Abblend- und Fernlicht). Das Logo erhält das für Hybride typische Blau, und die Lücken auf beiden Seiten der Scheinwerfer wurden verkleinert. Hinter dem Markenlogo verbirgt sich ein Radar, das zusammen mit der Kamera an der Windschutzscheibe die neuen Sicherheitssysteme integriert.

Die Leichtmetallfelgen haben ein neues Design, während die Heckleuchten komplett neu sind und nun LED-Technik für Positions- und Bremslicht verwenden. Schließlich gibt es am unteren Teil der Heckklappe eine Zierleiste (die elektrisch betätigt wird).
Innenraumdesign, wenige Änderungen, aber verbesserte Materialqualität

Das Innendesign des Toyota RAV4 Hybrid unterscheidet sich kaum von dem der übrigen Modellpalette, allerdings liegt der Schwerpunkt der Änderungen auf der Qualität der verwendeten Materialien. Toyota wollte seinem Hybrid-SUV einen eher premiumhaften Charakter verleihen, und obwohl das Design unverändert blieb, wurde die Qualität der Materialien im Innenraum verbessert. Im oberen und unteren Bereich des Armaturenbretts gibt es weiterhin reichlich harte Kunststoffe, doch in der Mitte des Armaturenbretts findet sich nun eine neue gepolsterte Zierleiste, außerdem wurden die Materialien der Türen verbessert und es gibt eine neue Farbinstrumententafel.
Was man nicht anfassen muss, aber deutlich spürt, ist die verbesserte Dämmung: Die Schalldämmung wurde deutlich erhöht, was den Innenraum spürbar leiser macht (wozu auch das Hybridsystem beiträgt, das leiser arbeitet als ein herkömmlicher Dieselmotor). Auf der Straße führt das zu einem komfortableren Fahrgefühl mit weniger Abrollgeräuschen und geringerer Geräuschkulisse im Innenraum.

Unverändert bleibt der Platz im Innenraum: der Toyota RAV4 Hybrid behält seine Raumverhältnisse unverändert bei, und als SUV bietet er viel Platz sowohl auf den vorderen als auch auf den hinteren Sitzen. Der Kofferraum fasst 501 Liter (ein guter Wert für einen SUV und obendrein einen Hybriden), der sich bei den 4×4-Versionen um nur 30 Liter verringert.
Motor mit 197 CV, Allradantrieb 4×4 und e-CVT-Getriebe

Das Hybridsystem, das den RAV4 Hybrid antreibt, kennen wir bereits aus anderen Modellen der Gruppe (wie dem Lexus NX). Es handelt sich um einen 2,5-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor, der mit einem 105-kW-Elektromotor kombiniert ist; zusammen ergeben beide eine Gesamtleistung von 197 CV. Die Versionen mit Allradantrieb verfügen über einen zweiten, kleineren Elektromotor (50 kW) an der Hinterachse.
Das Getriebemanagement wurde verbessert: Es soll ein konventionelles Getriebe mit sechs Gängen nachahmen, wodurch die Beschleunigung progressiver wird. Diese neue Funktion nennt die Marke e-CVT.
In der Praxis spürt man die neue Steuerung bei normaler Fahrweise, doch wenn wir überholen müssen oder das Gaspedal durchtreten, kehrt das System zu seiner herkömmlichen Funktionsweise zurück und die Drehzahl steigt auf ihr Maximum, um eine bessere Beschleunigung zu erreichen (ein typischer Effekt bei Hybriden). Das Getriebe verfügt über eine sequenzielle Schaltfunktion, die praktisch ist, um zurückzuschalten oder am Steuer ein stärkeres Gefühl der Kontrolle zu haben.
Am Steuer des Toyota RAV4 Hybrid

Die Eigenschaft, die den RAV4 Hybrid am besten beschreibt, ist der Innenraumkomfort: Am Steuer ist er ein Fahrzeug, das den größtmöglichen Komfort für die Insassen anstrebt. Sobald man ihn startet, herrscht Stille, denn zunächst arbeitet der Elektromotor. In den ersten Metern oder wenn wir das Gaspedal entschlossen durchtreten, springt der Verbrennungsmotor an. Der erste Teil der Probefahrt führte über die Autobahn, wo beim Beschleunigen oder Einfädeln die Drehzahl steigt (typisch für Hybride), doch bei ruhiger Fahrt ist der Antrieb kaum zu hören.
Fährt man ruhig, fühlt es sich nicht an, als würde man ein Auto mit fast 200 CV bewegen. Man bemerkt die neue Funktionsweise des Getriebes, das die Gangwechsel simuliert, indem es die Drehzahl stufenweise steigen lässt. Tritt man das Gaspedal voll durch, erwachen tatsächlich alle Pferdestärken, und dann wird der Motor lauter, weil er auf Höchstdrehzahl hochdreht, um die Leistung voll auszunutzen.
Auf der Autobahn fällt der Komfort der Federung auf, die weich abgestimmt ist und Fahrbahnunebenheiten sehr gut filtert. Gerade diese Federung mindert jedoch die Agilität in Kurven, und dieser RAV4 Hybrid ist auch nicht für sportliches Fahren konzipiert. Er ist ein unkomplizierter, komfortabler Wagen ohne große dynamische Ambitionen, der auf eine ruhige und effiziente Fahrweise ausgelegt ist.

Es gibt Versionen mit Front- und Allradantrieb (4×2 und 4×4), wobei die Allradversionen über einen zweiten Elektromotor geringerer Leistung verfügen, der die Kraft an die Hinterachse leitet. Trotz des Allradantriebs ist der RAV4 Hybrid nicht für anspruchsvolle Routen oder Offroad-Gelände gedacht. Er ist recht hoch, doch der Unterbodenschutz ist gering, und das Antriebssystem ist auf geringe Traktionsverluste oder den Anfahrvorgang bei widrigen Bedingungen ausgelegt, nicht aber auf den Offroad-Einsatz. Dafür ist die Anhängelast bei den 4×4-Versionen höher und liegt bei bis zu 1.680 kg gegenüber 800 kg bei den Fronttrieblern. Das getestete Modell mit Allradantrieb war mit M+S-Reifen ausgestattet, die die Traktion stets verbessern.
Eine Besonderheit, die uns aufgefallen ist, sind die Bremsen: Das Bremspedal sendet keine direkten Befehle an die Bremspumpe. Vielmehr entscheidet das Fahrzeug selbst, welche Bremskraft es je nach Pedalbetätigung und Situation aufbringt – es rekuperiert die Bremsenergie und lädt die Batterien oder aktiviert das konventionelle Bremssystem. Das ist bei Hybridfahrzeugen üblich, doch beim RAV4 Hybrid ist es stärker ausgeprägt. Es ist einfach eine Frage der Gewöhnung, denn wenn man dringend bremsen muss, arbeitet das Bremssystem einwandfrei.
Was den Verbrauch betrifft,
gibt der Hersteller für den RAV4 Hybrid 4,9 Liter pro 100 km an. In unserem Test war der Verbrauch leicht höher, sicherlich lag das an der Autobahnfahrt, denn die höhere Effizienz von Hybridfahrzeugen liegt vor allem im Stadt- und Landstraßenverkehr und weniger auf der Autobahn. Der von uns erzielte Verbrauch lag etwas über dem homologierten Wert, doch bei ruhiger Fahrweise sind 6,5 Liter pro 100 km erreichbar.
Ausstattung

Die Hybridpalette des Toyota RAV4 bringt neue Sicherheitsausstattung mit sich, insbesondere das, was der japanische Hersteller Toyota Safety Sense nennt, dank einer Kamera im oberen Bereich der Windschutzscheibe und eines Radars an der Front. Die RAV4 verfügen damit über: automatische Notbremsung bei Kollisionsgefahr, Fußgängererkennung im Stadtverkehr, adaptiven Tempomaten, automatisches Fernlicht, Verkehrszeichenerkennung und Spurhalteassistent mit Warnung bei unbeabsichtigtem Spurwechsel.
Eine weitere Neuerung in der Ausstattung ist das 360-Grad-Kamerasystem, das aus vier Kameras (vorne, seitlich und hinten) besteht und dem Fahrer eine Draufsicht „aus der Vogelperspektive“ bietet – praktisch zum Rangieren oder Einparken.
Die Ausstattung des neuen Toyota RAV4 Hybrid ist in drei sehr umfangreiche Niveaus unterteilt, beginnend mit der Basisausführung, und zwar: Advance, Feel und Executive. Bereits in der Ausführung Advance sind 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, LED-Scheinwerfer in Full-LED-Technik, elektrische Heckklappe, Klimaanlage, Tempomat und das Toyota Touch-System mit Rückfahrkamera serienmäßig.

Das Niveau Feel ergänzt 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, ein JBL-Soundsystem, Toyota Safety Sense und weitere Elemente. Die Ausführung Executive bietet zusätzlich Sitze mit Lederbezug und Sitzheizung, Navigationssystem, Schiebedach, das 360-Grad-Kamerasystem mit vier Kameras für eine Rundumsicht sowie den Totwinkelassistenten im Außenspiegel und weitere Elemente.
Preise des Toyota RAV4 Hybrid

Alle Preise beinhalten Rabatt:
- RAV4 Hybrid 2WD ADVANCE 29.890 Euro
- RAV4 Hybrid 2WD FEEL 32.990 Euro
- RAV4 Hybrid 2WD EXECUTIVE 35.990 Euro
- RAV4 Hybrid AWD ADVANCE 32.890 Euro
- RAV4 Hybrid AWD FEEL 35.990 Euro
- RAV4 Hybrid AWD EXECUTIVE 38.990 Euro
Galería de fotos -
Toyota RAV4 Hybrid
Fotos | Diego G. Moreira und Toyota Spanien
Technische Daten dieses Autos
Deja un comentario


Peugeot E-208 GTi: ein Spielzeug mit Akku, das den Geist der Sportwagen der Achtzigerjahre wiederbelebt
Neuer Lexus ES: Luxus wächst und wird elektrisch
Erster Kontakt mit dem Dacia Sandero Hybrid 155: Leistung und Effizienz ab 19.890 Euro