Wir haben den Volkswagen T-Cross getestet: Kaufberatung für eine gute Wahl

Antonio Roncero    @roncero_antonio    27 May 2019     10 min.
Wir haben den Volkswagen T-Cross getestet: Kaufberatung für eine gute Wahl

Wir haben bereits am Steuer des Volkswagen T-Cross gesessen, des neuen kleinen SUV der Marke. Wir erzählen dir, wie er fährt, und geben dir die wichtigsten Tipps, damit du die richtige Wahl treffen kannst.

Bei der Präsentation des neuen Volkswagen T-Cross wird immer wieder ein Satz betont, der aufhorchen lässt: „Viel mehr als ein urbanes SUV“. Und das Erste, woran man denkt, ist: Dafür gibt es doch den Volkswagen T-ROC, oder? Der Vergleich liegt auf der Hand, und die Frage ist berechtigt.

Deshalb lohnt es sich, die wichtigsten Unterschiede zwischen einem VW T-Cross und einem T-ROC zu kennen, bei Größe, Motorenangebot, Preis … Und hier findest du auch den entsprechenden Test des VW T-ROC mit der Analyse des Angebots und Kaufempfehlungen.

Jetzt geht es um den neuen T-Cross. Und zum Einstieg gibt es nichts Besseres als ein Video:

https://youtu.be/yHt7OycgmTA

Außen- und Innengestaltung des Volkswagen T-Cross

Der kleinste der SUV von Volkswagen misst 4,11 Meter in der Länge, hat eine Breite von 1,78 Metern und erreicht eine Höhe von 1,56 Metern. Von Größe, Konzept und Preis her sind seine wichtigsten Rivalen der Seat Arona, der Peugeot 2008, der Renault Captur oder der Kia Stonic.

Die Plattform, auf der der T-Cross aufbaut und die im Werk von Volkswagen in Pamplona gefertigt wird, ist die gleiche wie beim „Cousin“, dem Seat Arona. Auch der Seat Ibiza und der Volkswagen Polo basieren auf derselben Grundlage.

Volkswagen T-Cross

Außen weist der T-Cross große Ähnlichkeit mit dem T-ROC auf, besonders beim Frontdesign. Hinten verleiht die Verbindung der beiden Leuchteinheiten ihm ein sehr charakteristisches Aussehen. Es gibt 12 Karosseriefarben, und das Dach kann in Perlgrau oder Schwarz gewählt werden.

Einer der Vorteile des T-Cross gegenüber der Konkurrenz ist sein großzügiges Platzangebot, das ihn sogar zur Alternative für einen Kompaktwagen macht. Die hinteren Plätze bieten sehr gute Kopf- und Beinfreiheit, mit dem Vorteil, dass die Rücksitzbank in Längsrichtung um 14 Zentimeter verschoben werden kann.

Dadurch steht ein variables Kofferraumvolumen von 385 bis 455 Litern zur Verfügung (bis zu 1.281 bei umgeklappten Rücksitzlehnen), einer der besten Werte in seiner Klasse. Serienmäßig ist ein Reparatur-Set für Reifenpannen an Bord, optional kann es aber auch durch ein Notrad ersetzt werden.

Volkswagen T-Cross

 

Das Armaturenbrett ist ergonomisch sehr gut gelöst, mit praktischen Ablagen und einer guten Sitzposition am Lenkrad. Wie beim T-ROC ist die Verarbeitungsqualität gut. Der Eindruck wird allerdings durch die große Menge an harten Kunststoffen im gesamten Innenraum getrübt. Von einem Volkswagen erwartet man in dieser Hinsicht etwas deutlich über dem Durchschnitt, was weder beim T-ROC noch beim T-Cross der Fall ist.

Volkswagen bietet für den T-Cross verschiedene Multimediasysteme an, von dem Radio Composition Media mit 8-Zoll-Touchscreen bis zum fortschrittlicheren Discover Media mit Navigationsdaten für Europa, das drei Jahre lang die Dienste von Guide&Inform bietet.

Volkswagen T-Cross

Eine technische Option, die sehr zu empfehlen ist, ist das konfigurierbare digitale Kombiinstrument. Das Problem ist, dass es nur serienmäßig in der Ausstattungsvariante Sport erhältlich ist und in den übrigen nicht als Option bestellt werden kann. Hervorzuheben ist, dass es sich um eine neue Version des Digital Cockpit von Volkswagen handelt, mit einem noch größeren Display als dem des T-ROC selbst.

Volkswagen T-Cross

Die konventionelle Instrumentierung besteht aus klassischen Rundinstrumenten mit einem zentralen Informationsdisplay.

Volkswagen Connect: serienmäßig bestens vernetzt

Die Konnektivität gewinnt in neuen Autos immer mehr an Bedeutung, und bei Volkswagen weiß man das genau. Deshalb setzt die Marke in diesem Bereich voll auf Vernetzung, was bei einem Fahrzeug, dessen Zielgruppe vor allem junge Kunden sind, unerlässlich ist.

Die Multimediasysteme sind mit Android Auto und Apple CarPlay kompatibel. Außerdem gibt es serienmäßig bis zu 4 USB-Anschlüsse (ab der zweiten Ausstattungsstufe) oder ein kabelloses Ladegerät für das Smartphone.

Zudem bietet die App Volkswagen Connect viele Funktionen, die das Smartphone beim Anschluss an das Fahrzeug über das serienmäßige Modul VW Connect DataPlug zu einem echten persönlichen Assistenten machen.

Volkswagen T-Cross

Unter anderem liefert MyVolkswagen Informationen zum Fahrzeug wie den Kraftstoffstand, Serviceintervalle oder Kontrollmeldungen. Die Funktion Parkplatzsuche ermöglicht es, den letzten Standort des Autos auf einer Karte zu finden, mit der Möglichkeit, sich dorthin navigieren zu lassen. Mit dem Routenverlauf kann man auf die täglichen Fahrten zugreifen, in denen Parameter wie Dauer, Kraftstoffkosten usw. gespeichert werden.

Außerdem gibt es eine Pannenhilfe-Funktion auf der Straße über den VW Service sowie die Möglichkeit, direkt den bevorzugten VW Servicebetrieb anzurufen oder eine Werkstattanfrage zu senden. Man kann sich sogar mit anderen Nutzern hinsichtlich Effizienz vergleichen und über Meine Challenges Punkte und Trophäen sammeln.

Am Steuer des Volkswagen T-Cross

Vorerst stehen beim Kauf eines T-Cross drei Möglichkeiten zur Auswahl: zwei 1,0-Liter-Dreizylinder-Benzinmotoren mit 95 und 115 PS oder ein 1.6-Diesel mit 95 PS. Zum Jahresende wird der 1.5 TSI mit 150 PS erwartet. Für den 1.0 mit 115 PS ist ein DSG-Getriebe erhältlich, und Allradversionen gibt es nicht.

Keiner der drei Motoren wirkt für einen Wagen wie den T-Cross zu schwach. Der 1.0 Benziner ist angenehm zu fahren, auch wenn sein Klang oder seine Charakteristik deutlich zeigen, dass es sich um einen Dreizylinder handelt, etwa wenn man ihn im oberen Drehzahlbereich arbeiten lässt.

Volkswagen T-Cross

Bei städtischer Nutzung oder effizienter Fahrweise wäre es schwer festzustellen, welche Version man fährt. Zwar hat der schwächere Motor ein 5-Gang-Schaltgetriebe im Vergleich zum 6-Gang-Getriebe des 115-PS-Motors, aber die Gänge des Ersteren sind enger abgestuft.

Die Mehrleistung des 115-PS-Motors steht allerdings bereit, wenn man sie braucht. Er zieht besser durch, beschleunigt deutlich schneller, und mit seinen längeren Gängen lässt sich auf der Autobahn mit niedrigerer Drehzahl fahren. Das bringt einen doppelten Vorteil: weniger Lärm und weniger Verbrauch. Deshalb sollte man bei der Motorwahl gut rechnen und keine Angst vor der höheren Leistung des 115-PS-Motors haben. Im Verbrauch zahlt man dafür nicht drauf, und du bekommst außer den 20 zusätzlichen PS noch mehr, wie ich später erzählen werde.

Volkswagen T-Cross

Den 1.6 TDI haben wir im T-Cross nicht getestet, aber kürzlich einen Seat Arona mit diesem Motor gefahren. Er kostet etwa 500 Euro mehr als der 1.0 mit 115 PS beim Einstiegspreis. Ein sehr leistungsfähiger Motor, der im T-Cross viel Spielraum bietet. Er ist die Wahl … nur wenn du viel über Land fährst und wenig in der Stadt unterwegs bist. Andernfalls ist Benzin die bessere Wahl.

Und das sage ich nicht nur wegen des Verbrauchs, sondern auch weil Diesel eher zur Werkstatt müssen, wenn man nicht regelmäßig auf der Landstraße mit ihm fährt. Übrigens nutzt dieser 1.6 TDI bereits AdBlue für den Partikelfilter. Beide, sowohl der 1.0 TSI als auch der 1.6 TDI, haben einen Zahnriemen.

Volkswagen T-Cross

Im Übrigen ist der T-Cross einer dieser Wagen, mit denen man sich schnell zurechtfindet, egal welcher Motor. Die Bedienelemente sind weich und lassen sich leicht handhaben. Die Lenkung ist präzise und vermittelt gut, was zwischen Fahrbahn und Reifen passiert. Die Sicht ist gut, er ist wendig und agil in der Stadt, und das Fahrwerk arbeitet gut, wenn es darum geht, die Karosseriebewegungen zu dämpfen, mit einem gelungenen Gleichgewicht zwischen Effizienz und Komfort.

Ohne verfügbaren Allradantrieb und ohne Offroad-Fahrhilfen ist der T-Cross dank einer etwas höheren Karosserie gegenüber einem Pkw durchaus in der Lage, die Asphaltstraße zu verlassen. Man sollte sich jedoch nur auf Pisten oder Wege wagen, die nicht in schlechtem Zustand sind.

Ausstattung und Preise des VW T-Cross: gut überlegen

Anfänglich umfasst das Modellprogramm des T-Cross die beiden erwähnten Varianten des 1.0 TSI Dreizylinder-Benziners mit 95 und 115 PS sowie den 1.6 TDI mit 95 PS. Der einzige Motor, mit dem das DSG-Getriebe gewählt werden kann, ist der stärkere 1.0 Benziner. Und Achtung: das Doppelkupplungsgetriebe wird immer günstiger: 1.210 Euro kostet es als Option, absolut empfehlenswert.

Volkswagen T-Cross

Diese Motoren werden mit drei Ausstattungsstufen kombiniert, Edition, Advance und Sport, wobei der Sport nur mit dem 115-PS-Motor angeboten wird, für den die Edition nicht verfügbar ist. Hier die Preise:

  • T-Cross 1.0 TSI 95 PS 5-Gang Edition: 18.990 €
  • T-Cross 1.0 TSI 95 PS 5-Gang Advance: 20.620 €
  • T-Cross 1.0 TSI 115 PS 6-Gang Advance: 21.310 €
  • T-Cross 1.0 TSI 115 PS 6-Gang Sport: 23.230 €
  • T-Cross 1.0 TSI 115 PS DSG Sport: 22.520 €
  • T-Cross 1.0 TSI 115 PS DSG Sport: 24.440 €
  • T-Cross 1.6 TDI 95 PS 5-Gang Edition: 21.790 €
  • T-Cross 1.6 TDI 95 PS 5-Gang Advance: 23.420 €

Um die richtige Wahl zu treffen, vor allem wenn das Budget knapp ist, sollte man die Ausstattung jeder Version genau kennen.

Beachte: Die Edition-Versionen sind bereits sehr gut ausgestattet, und nur die Leichtmetallfelgen fehlen. Dazu gehören zum Beispiel Geschwindigkeitsbegrenzer, Multifunktionslenkrad, Klimaanlage, Müdigkeitserkennung, Notbremsassistent und Anti-Kollisionssystem, Nebelscheinwerfer mit Abbiegelicht sowie App-Connect.

Die Ausstattung der Advance-Version würde einzeln bestellt 2.000 Euro kosten, aber diese Version kostet 1.630 Euro mehr als eine Edition. Sie ergänzt 16”-Leichtmetallfelgen, schwarze Dachreling, Lederlenkrad, Parksensoren, Klimaautomatik und adaptiven Tempomat. Die Investition lohnt sich.

Darüber steht die Ausstattungsvariante Sport, die 1.920 Euro mehr kostet als der Advance, aber 3.000 Euro an Ausstattung bietet. Hier gibt es 17-Zoll-Felgen, verchromte Dachreling, LED-Frontscheinwerfer sowie Fahrprofilauswahl, Rückfahrkamera, Lichtpaket und Sichtpaket, elektrisch anklappbare Außenspiegel und das digitale Kombiinstrument.

Volkswagen T-Cross

Als Sonderausstattungspakete kann man bei der Edition das Komfortpaket für 750 Euro hinzufügen, das das Licht- und Sichtpaket, die Klimaautomatik und Komfortsitze umfasst. Für den Advance bietet das Technologiepaket den gleichen Preis und umfasst Rückfahrkamera, Licht- und Sichtpaket, klappbare Außenspiegel und Vordersitze mit Lendenwirbelstütze. Bei den Sport-Versionen beinhaltet dasselbe Paket das schlüssellose Startsystem, den Park-Assistenten und das induktive Ladegerät für das Smartphone.

Volkswagen T-Cross

Um den T-Cross zu individualisieren, muss man von der höchsten Ausstattungsvariante, dem Sport, ausgehen. Nur in diesem Fall werden das sportliche R-Line-Paket (2.175 Euro) und die Designpakete Green und Orange (665 Euro) angeboten. Achtung bei diesen Letzteren: Die farbigen dekorativen Einsätze außen und innen oder die 18-Zoll-Felgen können optisch auffallen. Sie erfordern jedoch Reifen der Größe 215/45, ein sehr niedriges Profil, was Auswirkungen auf den Komfort, die Reifenkosten beim Wechsel und die Sorgfalt hat, die man walten lassen muss, um die Felgen nicht zu verkratzen.

Welcher VW T-Cross ist der ideale?

Meine Empfehlung lautet, wann immer möglich, sich die Mühe zu machen und zum 1.0 TSI mit 115 PS zu greifen. Er kostet 2.300 Euro mehr als der Basis-T-Cross, aber man bekommt viel dafür. Zunächst einmal die gesamte Ausstattung, die die Advance-Variante bietet, wie oben beschrieben.

Volkswagen T-Cross

Doch vor allem, und das ist das Wichtigste, bietet er einen stärkeren Motor, der im realen Betrieb nicht mehr verbraucht, mit einer Leistungsreserve, die gelegen kommt, wenn man die Stadt verlassen oder eine lange Strecke bewältigen muss, ein Sechsganggetriebe statt eines Fünfgangs und Scheibenbremsen hinten statt Trommelbremsen.

Bildergalerie VW T-Cross

Technische Daten dieses Autos


Comentarios cerrados