C4 Cactus Citroen Kompaktwagen Tests
Citroën C4 Cactus 1.6 HDi 92 CV ETG6, Test und Meinung

Es gibt auffällige Autos, andere, die konventioneller sind, und andere, die überall, wo sie vorbeikommen, für Aufsehen sorgen. Der Citroën C4 Cactus gehört zur letzteren Kategorie. Manche Leute finden ihn schön, andere nicht, aber auf der Straße ist er auf jeden Fall kein Auto wie jedes andere.
Die Verkaufszahlen entwickeln sich sehr gut, und er ist inzwischen ein häufiger Anblick auf unseren Straßen. Wir wollten den Dieselmotor mit dem Automatikgetriebe testen, also den Cactus 1.6 HDi mit 92 CV und dem ETG-Getriebe (das eigentlich kein Automatikgetriebe im klassischen Sinn ist, sondern eine automatisierte Kupplung, aber dazu kommen wir später noch).
Außendesign: Airbumps als Hauptdarsteller

Im Jahr 2007 stellte Citroën ein Concept-Car mit einem ungewöhnlichen Namen vor: Citroën C-Cactus. Es bot ein Design, das sich deutlich vom typischen Kompaktwagen auf der Straße unterschied. Der C4 Cactus kann vieles sein, aber gewöhnlich ist er nicht.
Die Außenansicht wird vom Dach geprägt, das scheinbar schwebt (dank der schwarzen A-Säulen). Dazu kommen die Airbumps, eine echte Designrevolution. Bisher harmonierten Kunststoffschutzleisten selten mit dem Fahrzeugdesign, beim C4 Cactus fügen sie sich nicht nur harmonisch ein, sondern sind Teil des Designs.

Die Airbumps sind die weichen Kunststoffelemente an den Seiten sowie unterhalb der vorderen und hinteren Scheinwerfer. Sie sind ziemlich flexibel und absorbieren Stöße sehr gut. Zudem lassen sie sich bei Kratzern günstiger ersetzen, als es das Lackieren einer Tür oder des ganzen Autos kosten würde. Optisch kann man die Farben an die Karosserie anpassen, und sie gefallen vielleicht mehr oder weniger, aber die seitlichen erfüllen zumindest ihren Zweck. Die vorne und hinten unterhalb der Scheinwerfer sitzenden haben dagegen eher nur Designfunktion, denn Stöße oder Kratzer treffen eher den Stoßfänger, der stärker hervorsteht als der Airbump.
Die Front des Cactus ist ebenfalls nicht konventionell: Die Scheinwerfer sind in drei Gruppen unterteilt, ähnlich wie beim C4 Picasso, und auffällig sind die LED-Tagfahrlichter im oberen Bereich. Die A-Säule ist schwarz lackiert, wodurch der Eindruck entsteht, das Dach schwebe über der Karosserie.

An der Seite finden sich neben den Airbumps auch betonte Radhäuser, die einen leichten SUV-Charakter vermitteln. Die Außenspiegel und die Dachreling lassen sich ebenfalls in einer anderen Farbe als der Karosserie gestalten. Ausgerechnet an der Seitenlinie gibt es ein sparsames, aber verbesserungswürdiges Detail: die hinteren Seitenscheiben, die sich nicht vollständig öffnen lassen, eine Lösung, die man eher von einem Stadtauto kennt und nicht von einem Wagen dieser Klasse.
Das Heck ist ebenfalls sehr eigenwillig, da die Kunststoffteile in Schwarz mit der Wagenfarbe kombiniert werden.
Innenraum: geräumig und minimalistisch

Als ich Platz nahm, fiel mir sofort das Interieur des Visa Club oder Super ein, das sehr futuristisch und gleichzeitig nüchtern wirkte, da alle Bedienelemente rund um das Lenkrad konzentriert waren. Die Jahre sind vergangen, doch das Konzept scheint erhalten geblieben zu sein: Am Lenkrad des Cactus findet man einen minimalistischen Arbeitsplatz (es gibt nicht einmal einen Drehzahlmesser) und alle Bedienelemente sind in der schlichten Mittelkonsole gebündelt.
Das Armaturenbrett kombiniert weiche Kunststoffe, die sich angenehm anfühlen, mit harten Kunststoffen, die im gesamten Innenraum vorherrschen (auch der Renault Captur bietet eine ähnlich gute Verarbeitungsqualität).
Die vorderen Sitze sind geräumig und bequem, aber bei der Automatikversion stimmt es nicht ganz, dass die Sitzbank durchgehend ist (es gibt zwar eine kleine Trennung zwischen den Sitzen, diese ist aber gepolstert, und außerdem gibt es eine Armlehne).
Die Sicht nach vorn ist gut. Das Lenkrad lässt sich nur in der Höhe, nicht aber in der Tiefe verstellen, und kurioserweise befinden sich die Tasten der Automatikschaltung in der Mitte der Mittelkonsole. Dafür gibt es auf den vorderen Plätzen ausreichend Platz für Füße und Kopf.

Auf den hinteren Plätzen ist ebenfalls viel Raum vorhanden. Es gibt keine Einzelsitze, sondern eine Rückbank, die sich über die gesamte Breite erstreckt. Auch der Einstieg in den Fond ist gut, und es gibt genug Platz für Füße und Kopf, vergleichbar mit dem eines Kompaktwagens.
Die Gestaltung der hinteren Seitenscheiben ist durchaus verbesserungswürdig, zumal eine konventionelle Fensterlösung nicht so teuer wäre.
Kofferraum und Ablagen

Der Kofferraum fasst 348 Liter, was für das Segment normal ist, mit regelmäßigen Formen und gut nutzbar. Am meisten punktet der Cactus aber bei den Ablagen, denn im Innenraum gibt es zahlreiche Stellen, an denen man seine Sachen ablegen kann.
An der Mittelkonsole gibt es mehrere Fächer, in die ein Handy oder ein Schlüsselbund passt, besonders groß sind jedoch die Ablagen in den hinteren Türen. Da dort keine Fensterkurbeln vorhanden sind, hat man diesen Platz sehr gut in Form von Ablagefächern genutzt (ein kleines im oberen Bereich und ein großes unten).
Motor und Fahrleistungen

Unter der Haube unseres Testwagens arbeitete der bekannte 1.6-HDi-Motor, der in seiner aktuellen Version 92 CV leistet. Allerdings ist er ausschließlich mit dem Automatikgetriebe ETG mit sechs Gängen kombiniert. Der andere Dieselmotor mit Schaltgetriebe ist ebenfalls ein 1.6 HDi, leistet aber 100 CV (in der letzten Aktualisierung).
Reichen 92 CV aus? Unbedingt. Die Fahrleistungen des Citroën C4 Cactus mit diesem Motor sind mehr als würdig, um den französischen Kompaktwagen mühelos zu bewegen. Das liegt zum Teil daran, dass der Motor ausreichend Leistung bietet (230 Nm ab 1750 U/min), und außerdem ist der Wagen mit 1145 kg nicht besonders schwer.

Auf Landstraße und in der Stadt vermisst man keine Leistung mehr. Fährt man jedoch mit zwei oder mehr Personen an Bord auf der Autobahn, merkt man, dass es 92 CV sind, auch wenn das Ansprechverhalten korrekt ist. Wie üblich ist das Automatikgetriebe (eigentlich eine automatisierte Kupplung) nicht so komfortabel, wie man es sich wünschen würde, vor allem im Vergleich zu einem CVT, aber es ist günstig und funktioniert ordentlich.
Über die Schaltwippen lässt sich zwischen den einzelnen Gängen wechseln (6 Geschwindigkeiten), und die Schalttasten sind an einer sehr gut sichtbaren Stelle in der Mittelkonsole angebracht. Bei dynamischer Fahrweise zeigt sich der fehlende Komfort des Getriebes am deutlichsten, während es bei ruhiger Fahrt angenehm ist, vor allem in der Stadt.
Fahrverhalten

Angenehm überrascht hat uns die Abstimmung der Federung des Cactus, die straffer ist als bei anderen Modellen der Marke. Außerdem ist er ein agiles Auto, besonders mit diesem Turbodiesel, und auch auf der Landstraße ist er stabil.
In der Stadt macht das Automatikgetriebe den Wagen komfortabel, und seine im Vergleich zu anderen Kompaktwagen leicht erhöhte Sitzposition sorgt für bessere Übersicht. Außerdem ist er nicht sehr groß, sodass das Einparken kein Problem darstellt.
Auf der Landstraße ist der C4 Cactus agil, leicht zu fahren und stabil, es macht sogar etwas Spaß. Auf der Autobahn ist er stabil und komfortabel, schwächelt aber bei der Geräuschdämmung (hier gibt es Verbesserungspotenzial).
Verbrauch des Citroën C4 Cactus

Der Bereich Verbrauch ist zweifellos der Punkt, in dem dieser Franzose mit eigener Persönlichkeit am meisten überzeugt: Auf der Landstraße begnügt er sich mit nur 4,5 Litern auf 100 km auf unserer üblichen Testrunde. Auf der Autobahn ist er ebenfalls nicht schlecht, und auf unserer üblichen Fahrt zwischen Madrid, Vigo und zurück nach Madrid lag der Durchschnittsverbrauch bei 4,9 Litern auf 100 km.
In der Stadt steigt der Verbrauch etwas an, auch das Automatikgetriebe wirkt sich dort ungünstig aus, dennoch bleibt er bei 6,5 Litern auf 100 km.
Ausstattung

Die Ausstattung des C4 Cactus ist in fünf Ausstattungsstufen und drei Sondermodelle gegliedert: Live, Feel, Feel Edition, Shine (sowie Business für Flottenkunden). Bereits serienmäßig gibt es eine großzügige Ausstattung: Frontairbags (mit einem Beifahrerairbag, der aus dem Dach und nicht aus dem Armaturenbrett kommt), Seiten- und Kopfairbags, ABS, ESP, Geschwindigkeitsregelung, einen 7-Zoll-Touchscreen, USB-Anschluss und weitere Elemente.

Unser Testwagen war in der Ausstattungsvariante Shine, die bereits ein Lederlenkrad, eine Klimaautomatik, Bluetooth, spezielle Felgen, eine zweite USB-Buchse, ein Navigationssystem, eine Rückfahrkamera und weitere Elemente umfasst.
Erwähnenswert ist, dass sich alles über das zentrale „Tablet“ steuern lässt, denn sowohl der Ton als auch die Klimaanlage werden darüber bedient. Die Klimaanlage ist komplex, denn wenn man sie ausschaltet, wird alles deaktiviert (sogar die Luftverteilung), was bei anderen Modellen mit Klimaanlage nicht passiert: Dort bleibt die für die Windschutzscheibe eingestellte Konfiguration erhalten, beim Cactus dagegen nicht.
Preis des Citroën C4 Cactus

Er ist mit Rabatten und PIVE erhältlich ab 12.900 Euro, während unser Testwagen (Shine) ohne Rabatte bei 19.500 Euro beginnt. Der Diesel ist ab 16.850 Euro erhältlich (ohne Rabatte). Angesichts der Rabattpolitik der Marke empfiehlt es sich, einen Händler der französischen Marke aufzusuchen, um sich über die aktuellen Preise mit Rabatten genauer zu informieren.
Fotos | Testteam, R. Rodriguez
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