Der W16 von Bugatti: ein Rückblick auf die Geschichte eines weltweit einzigartigen Motors

Antonio Roncero    @roncero_antonio    2 August 2022     4 min.
Der W16 von Bugatti: ein Rückblick auf die Geschichte eines weltweit einzigartigen Motors

Wir blicken auf die Entwicklung eines der beeindruckendsten Motoren der Welt zurück, des W16, der die Hypersportwagen von Bugatti über zwei Jahrzehnte angetrieben hat.

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Heutzutage, im Zeitalter der Elektrifizierung, braucht man deutlich mehr als die Finger beider Hände, um die Sportwagen zu zählen, die mühelos mehr als 1.000 CV Leistung erreichen. Doch im Jahr 2005, als Bugatti die Daten seines Veyron 16.4 vorstellte, klang alles noch ganz anders. Immerhin 16 Zylinder in einer bisher unerprobten Anordnung, acht Liter Hubraum, vier Turbolader und eine Leistung von 1.001 CV … Der kompakte W16 ermöglichte es dem Veyron 16.4, in 2,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen und eine Höchstgeschwindigkeit von über 400 km/h zu erreichen.

Gut zehn Jahre später, im März 2016, präsentierte die italienische Marke den Nachfolger des Veyron, den Bugatti Chiron. Unter der Haube steigerte die Weiterentwicklung des W16 die Leistung auf stolze 1.500 CV und ein maximales Drehmoment von 1.600 Nm. Dies ist die Geschichte des W16, eines weltweit einzigartigen Motors, dem man zuschreiben kann, die Kategorie der echten „Supersportwagen“ begründet zu haben.

Die Ursprünge: 18 Zylinder, die auf 16 reduziert wurden

Nicht größer als ein V12, mit einem Gewicht von etwa 400 kg … und 1.000 CV Leistung. Damals glaubten selbst die Ingenieure von Bugatti nicht, dass sich die Idee verwirklichen ließe, die Ferdinand Karl Piëch, damals Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, dem Motorenentwicklungschef Karl-Heinz Neumann vorstellte.

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Piëchs ursprüngliche Idee eines Motors mit 18 Zylindern rückte schnell in den Hintergrund, um sich auf den W16 zu konzentrieren, der aus der Anordnung zweier V8-Blöcke ergibt, die einen Winkel von 90 Grad zueinander bilden. Man muss bedenken, dass die ersten Entwürfe aus der Zeit um das Ende der 1990er-Jahre stammen. Es gab damals weder Serienfahrzeuge mit Motoren von mehr als zwölf Zylindern … noch solche, die über 350 km/h erreichten.

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Schon bei den ersten Tests, die 2001 durchgeführt wurden, erreichte der W16, der aus mehr als 3.500 Teilen besteht und komplett von Hand montiert wird, auf dem Prüfstand 1.001 CV. Das Ziel war damit aber noch lange nicht erreicht. Es galt noch, alle Herausforderungen zu lösen, die mit dem Einbau dieses Motors in ein für den Straßenverkehr bestimmtes Fahrzeug verbunden sind: Kühlung, Belüftung, Abführung der Abgase …

Ein Teil der Lösung war ein vollständig aus Titan gefertigtes Auspuffsystem. Wirklich innovativ war jedoch das Kühlsystem mit zwei Kreisläufen, durch die bis zu 40 Liter Kühlmittel zirkulierten, wofür drei Wärmetauscher im vorderen Bereich des Fahrzeugs nötig waren, um den Motor auf optimaler Betriebstemperatur zu halten. Ein eigener Kreislauf senkte die Temperatur der Ladeluft aus den vier Turboladern um bis zu 130 Grad Celsius, dank zweier zusätzlicher Ladeluftkühler im Inneren des Motors.

Geschwindigkeitsrekord: die 431,072 km/h des Bugatti Super Sport

Der W16 hatte großes Potenzial zur weiteren Entwicklung, und sei es nur „per Turbo“. Mit größeren Turboladern sowie weiteren Änderungen lieferte er ab 2010 bereits 1.200 CV im Veyron 16.4 Super Sport, der im selben Jahr in das Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen wurde, nachdem er eine Höchstgeschwindigkeit von 431,072 km/h erreicht hatte, ein Rekord für ein Serienfahrzeug.

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Auf den Bugatti Veyron 16.4 Super Sport folgten die Versionen Grand Sport und Grand Sport Vitesse, die bereits vor ihrer Ankündigung einen Besitzer hatten und heute als echte Sammlerstücke gelten. Bis der Nachfolger des Veyron kam: der Bugatti Chiron. Und Bugatti war sich über eines im Klaren: Der Motor musste weiterhin ein W16 sein.

Der Bugatti Chiron: die Magie der Aufladung

Leistungsstärker, effizienter, ebenso kompakt … Die W16-Formel blieb gültig, auch wenn der Motor praktisch neu entwickelt wurde, wobei man der Aufladung treu blieb. Das Ergebnis war eine Leistungssteigerung von 50 % gegenüber dem ursprünglichen W16, auf 1.500 CV … und 100 CV mehr, also 1.600 CV, im Chiron Super Sport und im Chiron Centodieci. Wieder etwas, das es bis dahin noch nie gegeben hatte.

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Das Geheimnis? Die neue sequentielle Aufladung mit zwei Turboladern pro Zylinderbank mit acht Zylindern, die in zwei Stufen arbeiten, und fast 70 % größer als die des Veyron. Natürlich war dies nicht die einzige wichtige Änderung. So verfügte nun beispielsweise jeder Zylinder über zwei Einspritzdüsen (insgesamt 32).

Mit diesem neuen Motor und dank eines großenteils aktiven aerodynamischen Systems wurde der Chiron Super Sport 300+ im Jahr 2019 zum ersten Serienfahrzeug, das einen wenige Jahre zuvor undenkbaren Rekord brach: die Marke von 300 mph überschritt und eine Spitzengeschwindigkeit von 490,484 km/h erreichte, was 304,773 mph entspricht.

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Jeder der Motoren für die 500 Einheiten des Chiron, die letztlich gebaut werden, wird im Motorenwerk von Volkswagen in Salzgitter gefertigt, wo zwei erfahrene Techniker sechs Tage lang die 3.712 Teile von Hand zusammensetzen, aus denen, laut Bugatti, dieses einzigartige Ingenieurswerk besteht.

https://www.youtube.com/watch?v=gwrQ3cXttio

 

 

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