Renault Twingo Kompaktwagen Historia
Autos mit Geschichte: Der Renault Twingo wird 20 Jahre alt

Im Jahr 1989 verfolgte Renault ein ehrgeiziges Projekt: Dem Projektleiter Yves Dubreil wurde der Auftrag erteilt, ein kleines Auto zu entwickeln, das kompakt, praktisch, sparsam und komfortabel sein sollte, jedoch kein direkter Rivale des Clio werden durfte. Ziel war es, das Redundante und Gewöhnliche eines Autos durch Einzigartiges zu ersetzen, etwa durch die verschiebbare Rücksitzbank zur Vergrößerung des Innenraums, die „Bettsitze“ oder das digitale Instrumentenpanel in der Mitte des Armaturenbretts.
Zum Marktstart im Jahr 1993 ließ sich nicht behaupten, dass der Twingo eine besonders vielfältige Konfiguration bot: Es gab nur einen 1,2-Liter-Motor mit 55 PS, vier Farben und eine einzige Innenausstattungsvariante, die immerhin elektrische Fensterheber bot.
Der Twingo Easy kam 1994 auf den Markt und verfügte über eines der ersten semiautomatischen Getriebe des Marktes mit Kupplungsautomatik, dazu kam der Twingo Wind, eines der wenigen Fahrzeuge dieses Segments mit Klimaanlage. Im Jahr 2000 wurde der Modellreihe ein neuer Motor hinzugefügt, der 1,2-Liter-16V mit 75 PS.
Viele wissen nicht, dass das Design des Renault Twingo nicht ausschließlich eine Idee der Designer von Renault war. Als die Vorarbeiten zum Projekt begannen, wurde das Design eines polnischen Autos namens Beskid „gestohlen“, das ursprünglich von FSM (Fabryka Samochodow Malolitrazowych) entworfen worden war und sich Jahre später in Fiat Polen verwandeln sollte. FSM machte den Fehler, die Eigentumslizenzen für den Beskid nicht rechtzeitig zu erneuern, sodass Renault sich problemlos in den Besitz der Entwürfe bringen konnte.
Im Jahr 2007 erschien der Twingo II, dessen Basis der Renault Clio II bildete. Insgesamt hat der Twingo bis heute nur wenige Änderungen erfahren und wurde an die jeweilige Zeit angepasst. Die letzte Überarbeitung wurde 2011 vorgestellt und ist die aktuell verkaufte Version. Der Twingo, ein neuartiges und unterhaltsames Auto, das entstand, als es noch kein „Corporate Design“ gab, musste sich heute anpassen. Zum Guten oder zum Schlechten?
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