Mercedes-Benz EQC: das erste elektrische SUV von Mercedes

Antonio Roncero    @roncero_antonio    5 September 2018     5 min.
Mercedes-Benz EQC: das erste elektrische SUV von Mercedes

Der Mercedes-Benz EQC, das erste Elektroauto der Marke, ist ein SUV mit zwei Motoren, Allradantrieb, 408 CV Leistung und einer Reichweite von über 450 km.

Mit dem neuen Mercedes-Benz EQC betritt die Marke mit dem Stern voll und ganz die Ära der Elektrifizierung. Dieses hundertprozentig elektrische SUV mit 4,76 m Länge wird gegen den ebenfalls bevorstehenden Audi e-tron antreten, sowie gegen den Jaguar I-PACE und den Tesla Model X. Die Produktion beginnt 2019 im Werk von Mercedes in Bremen (Deutschland), außerdem wird eine Montagelinie für die Fertigung in China eingerichtet. Es ist das erste Modell der neuen Marke für Produkte und Technologien, die Mercedes-Benz unter der Bezeichnung EQ zusammenfasst, dem Kürzel für „Electric Intelligence“ bzw. intelligente Mobilität.

Mercedes-Benz EQC

SUV-Karosserie, Familienpraktikabilität

Wie bei dieser Fahrzeugart üblich, setzt Mercedes auch beim EQC vor allem auf Vielseitigkeit und Funktionalität. Das zeigt sich beim verfügbaren Platz, bei der Ausstattung mit Sicherheits- und Komfortsystemen sowie bei der Reichweite. Hier befinden wir uns in dem Bereich, in dem alle die Schlacht gewinnen wollen. Zuerst gilt es, die Konkurrenz zu überholen. Und zweitens, die Nutzer davon zu überzeugen, dass ein Elektroauto als einziges Fahrzeug für den Alltag eine gute Wahl sein kann.

Mercedes-Benz EQC

Dafür verspricht der Mercedes EQC eine Reichweite von über 450 km, gemäß dem WLTP-Zyklus. Das bedeutet mehr Kilometer mit einer einzigen Ladung als der Audi e-tron und etwas weniger als der Jaguar I-PACE, immer bezogen auf die WLTP-Werte.

Ebenso wichtig wie die Reichweite ist die Art des Aufladens der Batterien. Beim Mercedes EQC verfügt der im Unterboden untergebrachte Lithium-Ionen-Akku über eine Kapazität von 80 kWh. Er lässt sich an einer Haushaltssteckdose laden, dafür müsste das Auto aber eine ganze Nacht lang angeschlossen bleiben. Deshalb sollten Käufer eines Mercedes EQC mindestens die Wallbox installieren, die Ladeleistungen von 7,4 kW ermöglicht und die Zeit deutlich verkürzt. Konkrete Daten dazu gibt es noch nicht, aber Mercedes versichert, dass mit der Wallbox das Laden bis zu dreimal schneller geht.

Mercedes-Benz EQC

Sicher ist, dass der EQC an Schnellladestationen Ladeleistungen von bis zu 110 kW unterstützt, wodurch sich die Batterien in etwas mehr als einer halben Stunde auf 80 Prozent ihrer Gesamtkapazität laden lassen. In diesem Video sehen wir den neuen Mercedes EQC in Aktion, den die Marke als Fahrzeug mit einer Karosserie zwischen einem klassischen SUV und einem SUV-Coupé bezeichnet.

https://www.youtube.com/watch?v=Zhk_r6q3yPk

Elektrisch und SUV, Leistung wie ein Sportwagen

Wenn wir technisch genauer werden, bietet der Mercedes EQC eine Konfiguration mit zwei Elektromotoren, einem an jeder Achse. Das bedeutet, dass es sich um ein Modell mit Allradantrieb handelt. Die Gesamtleistung beträgt 300 kW (408 CV) bei einem maximalen Drehmoment von 765 Nm. Werte, die in der SUV-Palette der Marke den Sportversionen mit V8-Motoren und dem Kürzel „AMG“ entsprechen würden.

Mercedes-Benz EQC

Natürlich ist die Höchstgeschwindigkeit hier, wie bei den meisten Elektroautos auf dem Markt, zum Schutz der Reichweite begrenzt. Sie liegt bei 180 km/h, aber man sollte keinesfalls denken, dass der Mercedes EQC ein langsames Auto ist. Seine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h beträgt nur 5,1 Sekunden. Der Stromverbrauch im Mischzyklus liegt bei 22,2 kWh pro 100 km.

Weitere interessante Daten: Die Außenmaße betragen 4,76 m Länge, 2,09 m Breite und 1,62 m Höhe, bei einem Radstand von 2,87 m. Das Gewicht liegt bei 2.425 kg (allein die Batterien wiegen über 600 kg), und die Anhängelast beträgt 1.800 kg, was von vielen SUV-Nutzern sehr geschätzt wird.

Mercedes-Benz EQC

Mercedes testet bereits rund 200 Prototypen des EQC, damit bis zum Marktstart Millionen Testkilometer auf vier Kontinenten zurückgelegt wurden. Besonderes Augenmerk liegt auf dem elektrischen Antriebssystem und der Batterie. Wie diese Tests ablaufen, zeigt dieses Video.

https://youtu.be/_KYooo1h304

Mercedes EQC: auf dem neuesten Stand beim Infotainment

Wie man es von einem so wichtigen Modell für Mercedes erwarten darf, fehlt es dem EQC nicht an Details. Er ist mit dem Infotainmentsystem MBUX ausgestattet, das im neuen Mercedes A-Klasse debütierte, mit den spezifischen Funktionen eines Elektroautos (Energiefluss, Reichweite, Batteriestatus usw.). Außerdem gibt es ein Fahrmodussystem mit bis zu fünf Programmen, die Komfort, Sportlichkeit oder Reichweite priorisieren, wobei stets eines frei nach den Vorlieben des Fahrers konfigurierbar bleibt.

Mercedes-Benz EQC

Die Schaltwippen am Lenkrad dienen nicht zum Schalten, sondern zur Auswahl der verschiedenen Rekuperationsstufen des Motors, um so die Energierückgewinnung zu steuern. Außerdem kommt ein neuer Fahrassistent im Stil des prädiktiven Systems, das Audi in einigen seiner Modelle anbietet und das auch für den Audi e-tron angekündigt wurde. Auf Grundlage der Daten des Verkehrszeichenerkennungssystems und der Navigation unterstützt er den Fahrer (etwa durch Informationen oder Gaspedal-Impulse), damit er vorausschauend und effizienter fahren kann.

Mercedes-Benz EQC

Auch die entsprechende App Mercedes me App fehlt nicht. Sie ermöglicht dem Nutzer eines Mercedes EQC, verschiedene Fahrzeugfunktionen zu steuern, etwa das Laden, das Öffnen und Verriegeln aus der Ferne oder die Klimatisierung. Außerdem berücksichtigt die optimierte Navigation stets die schnellste Route, einschließlich möglicher Ladepunkte. Mit Mercedes me Charge lässt sich der Zugang zu Ladesäulen verschiedener Anbieter konfigurieren und der Bezahlvorgang über eine integrierte Funktion abwickeln.

Bildergalerie Mercedes-Benz EQC


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