Test Kia Stonic: ein Crossover mit Persönlichkeit und einem fairen Preis
Wir haben den Kia Stonic mit dem 1.0 T-GDi-Motor mit 120 CV getestet und sind von seiner Praktikabilität, der guten Ausstattung, dem Fahrverhalten und dem Preis überzeugt.
Der Kia Stonic ist eines dieser Kompaktmodelle, die an Höhe gewonnen haben, um zur derzeit angesagten Fahrzeugklasse zu werden: den urbanen SUV. Der südkoreanische Crossover kommt serienmäßig mit einer umfangreichen Ausstattung und ist ab 15.600 Euro erhältlich. Bei Top 10 Motor haben wir ein Exemplar mit einem 1.0 T-GDi Benzinmotor mit 120 CV Leistung gefahren. Dies sind unsere Eindrücke von einem der beliebtesten urbanen SUV auf dem Markt.
Der Kia Stonic von außen: individuell gestaltbares Design

Der Kia Stonic basiert auf dem Kia Rio, doch sein Design hat eine völlig andere Note erhalten. Front, Flanken und Heck wirken muskulöser, ein Merkmal, das bei Crossovern sehr verbreitet ist.
Das Fahrzeug ist außerdem mit bis zu vier Dachfarben erhältlich: Schwarz, Rot, Orange und Limettengrün. Durch diesen Kontrast zwischen Karosserie und Dach wirkt der Kia Stonic jugendlicher und auffälliger als andere urbane Crossover wie beispielsweise der Ford EcoSport.

Innenraum: Ergonomie, ausreichend Platz und vernünftige Qualität
Der Kia Stonic zeichnet sich im Innenraum nicht durch eine herausragende Verarbeitungsqualität aus, gehört aber auch nicht zu den schlechtesten. Tatsächlich liegt er in diesem Punkt im Mittelfeld des Segments. An den Türverkleidungen, dem Armaturenbrett und der Mittelkonsole finden sich einige harte Kunststoffe, doch die wahrgenommene Qualität im Innenraum ist für einen Crossover in dieser Preisklasse nicht karg. Auch im Vergleich mit den Wettbewerbern schneidet er nicht schlecht ab, von denen viele beim Einstiegspreis über dem Stonic liegen. Hier sind harte Materialien üblich, entscheidend ist aber, dass Passung und Verarbeitung stimmen, und das tut der Stonic. Zudem ist die Gestaltung der Kabine (Armaturenbrett, Bedienelemente, Infotainmentsystem) sowie die Anordnung einiger Elemente (Lüftungsdüsen) recht gut gelöst.

Der Innenraum bietet ein attraktives Design mit der Möglichkeit, einzelne Teile in einer anderen Farbe als die übrigen Elemente zu wählen. Je nach Ausstattungsvariante lassen sich einige Teile des Armaturenbretts und der Mittelkonsole in Orange oder Limettengrün bestellen, zwei Töne, die einen Kontrast zu den schwarzen und grauen übrigen Innenelementen bilden.
Große Praktikabilität dank der Ablagefächer
Der Kia Stonic bietet im Innenraum ausreichend Ablagefächer für alle möglichen Utensilien, von Zweiliterflaschen in den Türfächern bis zu Getränkedosen mit einem halben Liter in der Mittelkonsole, ganz zu schweigen vom praktischen Fach unter dem Armlehnendeckel oder der „Brillenablage“ im Dachbereich. Außerdem ist die Mittelkonsole zweistufig ausgeführt, was ebenfalls einen sehr nützlichen Stauraum für verschiedene Gegenstände bietet.

Sitzposition: eher wie ein Kompaktwagen als wie ein Crossover
Ein Aspekt, der an diesem Fahrzeug besonders auffällt, ist die Sitzposition. Anders als bei den meisten Crossovern bietet der Kia Stonic keine erhöhte Sitzposition. Tatsächlich unterscheidet sich die Anordnung kaum von der eines beliebigen Kompaktwagens, etwa des Kia Ceed, um nur das Modell derselben Marke zu nennen. Wer einen Crossover mit hoher Sitzposition sucht, könnte davon enttäuscht sein, doch dies schmälert nicht, dass die Sicht vom Fahrersitz des Kia Stonic genauso gut ist wie bei jedem anderen Crossover.

Rücksitze und Kofferraum des Stonic: leicht unterhalb des Durchschnitts
Der Platz auf den Rücksitzen ist etwas begrenzt. Die Kopffreiheit und der Knieraum sind für alle, die mehr als 1,80 Meter messen, eher knapp bemessen. Die Sitze bieten einen akzeptablen Komfort; außerdem ist der Boden nahezu eben, was das Umsteigen von einem Sitz auf den anderen erleichtert. Dabei sollte man berücksichtigen, dass der Kia Stonic kein Fahrzeug ist, bei dem die Praktikabilität im Fond im Vordergrund steht, wie etwa beim Renault Captur oder beim Seat Arona, , bleibt aber geräumiger als der Kia Rio, auf dem er basiert.

Der Kofferraum des Kia Stonic fasst 352 Liter, was ihn etwas unter dem Durchschnitt seines Segments einordnet: Zum Vergleich der Seat Arona (400 Liter), der Renault Captur (377 Liter), der Nissan Juke (354 Liter) oder der Peugeot 2008 (338 Liter). Immerhin bietet der Kofferraum einen doppelten Boden, in dem sich etwas mehr Gepäck unterbringen lässt. Außerdem lassen sich die Rücksitzlehnen nahezu bis auf 180 Grad umklappen, was eine sehr nützliche Ladefläche für lange und sperrige Gegenstände schafft.

Gute Serienausstattung
Einer der Aspekte, die dieses urbane SUV besonders auszeichnen, ist seine umfangreiche Serienausstattung. In der Basisversion umfasst das Fahrzeug folgende Elemente:
- Tempomat
- Parksensoren
- LED-Rückleuchten
- Navigationssystem mit Rückfahrkamera
- Integration von Apple CarPlay und Android Auto (für die Nutzung von Android ist ein USB-Kabel erforderlich, was bei anderen Modellen nicht der Fall ist)

Zu beachten ist, dass man für 650 Euro mehr ein umfangreiches Paket an Fahrassistenzsystemen namens Advanced Driving Pack wählen kann, das wir empfehlen, da es folgende Systeme umfasst:
- Autonomes Notbremssystem
- Spurhalteassistent
- Müdigkeitserkennungssystem
- Berganfahrassistent
Infotainmentsystem: ordentliche Grafik und einfache Bedienung

Der Kia Stonic wird serienmäßig mit einem Infotainmentsystem ausgeliefert, das einen sieben Zoll großen Touchscreen umfasst. Dieses Element überzeugt nicht durch hochwertige Grafiken, wohl aber durch seine einfache Bedienung. Das System ist sehr intuitiv und ermöglicht es, den Bildschirm zu teilen, um zwei Dinge gleichzeitig anzuzeigen, zum Beispiel Navigation und Musik.
Neben dem Infotainmentsystem befindet sich ein USB-Anschluss zum Verbinden eines Smartphones, oder zwei, wenn man ein zweites Telefon laden möchte. Dafür kann man die daneben liegende Zigarettenanzünderbuchse nutzen.

Die Audioanlage ist ordentlich. Sie ist nicht die leistungsstärkste am Markt, aber die Klangqualität ist durchaus akzeptabel. Das einzige Problem ist, dass die Marke kein optionales System anbietet, das die Serienanlage verbessert. Wer also großen Wert auf guten Klang legt, muss auf Nachrüstlösungen aus dem Zubehörmarkt zurückgreifen.
Fahrdynamik: eher wie ein Kompaktwagen als wie ein SUV
Der Kia Stonic hat uns mit seiner guten Fahrdynamik angenehm überrascht. Dieser Crossover verhält sich auf der Straße sehr harmonisch und vermittelt ein Fahrgefühl, das dem eines Kompaktwagens (Seat Leon, Ford Focus …) sehr ähnlich ist. Solche Fahrzeuge haben einen tieferen Schwerpunkt und sind daher in Kurven stabiler. Tatsächlich vermittelt der Kia Stonic am Lenkrad eine gewisse Sportlichkeit, die man so nicht unbedingt erwartet, was zum Teil daran liegt, dass er einer der niedrigsten urbanen Crossover des Segments ist (1,52 Meter Höhe). Der Renault Captur ist zum Beispiel vier Zentimeter höher.

Die Abstimmung des Fahrwerks ist straffer als bei anderen Crossovern, was eine hohe Karosseriestabilität in Kurven begünstigt, auf Kosten eines leicht geringeren Komforts beim Überfahren ausgeprägter Schlaglöcher. Das ist in jedem Fall kein Grund zur Sorge: Man gewinnt mehr Stabilität in Kurven, als man an Fahrkomfort verliert.
Lenkung, Schaltung, Bremse, Kupplung … alles hat eine leichte und direkte Rückmeldung, was das Fahren ziemlich angenehm macht.

1.0 T-GDi-Motor: hervorragendes Verhältnis von Verbrauch und Leistung
Der Kia Stonic ist mit drei Motorisierungen erhältlich: einem 1.6-Diesel mit niedrigem Verbrauch, der im Betrieb aber etwas rau ist, einem 1.4-Benziner, der etwas mehr verbraucht, als uns lieb wäre, und einem 1.0-Benziner mit 120 CV, den wir wegen seines guten Verhältnisses von Leistung und Verbrauch empfehlen. Zumindest bis die 100-CV-Variante erscheint, die wir bei anderen Modellen der Gruppe getestet haben und die auf dem Papier ebenfalls ausreichen dürfte, um ein Fahrzeug wie den Stonic souverän zu bewegen.

Der 1.0 T-GDi, mit dem wir eine Woche unterwegs waren, hat uns mit seiner großen Elastizität (er hat schon bei sehr niedrigen Drehzahlen Kraft und das über den gesamten Drehzahlbereich) und seiner hohen Laufkultur begeistert. Es handelt sich um einen Dreizylindermotor, der bei niedrigen Drehzahlen zwar eine gewisse Rauheit aufweist (typisch für Dreizylinder), beim Hochschalten aber sehr sanft läuft. Außerdem werden die 120 CV dieses Motors sehr gut genutzt, sodass der Kia Stonic in etwa zehn Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt.
Bei einer Woche gemischter Nutzung auf allen Straßenarten und mit Stadtfahrten haben wir einen Verbrauch von sieben l/100 km gemessen. Bei sparsamer Fahrweise lässt sich dieser Wert leicht auf sechs Liter senken. Wenn man dagegen die maximale Leistung des Motors ausnutzt, kann der Verbrauch auf acht Liter steigen … und sogar zweistellige Werte erreichen, wenn man die 120 CV voll ausschöpft und „entschlossen“ fährt.

Fazit
Der Kia Stonic ist nicht so praktisch wie ein Seat Arona oder ein Renault Captur, bei denen der Innenraum oder der Kofferraum im Vordergrund stehen. Dafür bietet er eine umfangreiche Serienausstattung, ein attraktives Design, ist mit einem sehr effizienten Benzinmotor erhältlich und macht Spaß beim Fahren. Außerdem gehört er mit Rabatten zu den günstigsten SUV oder Crossover seiner Kategorie und bietet sieben Jahre Garantie. Wer einen Crossover mit Persönlichkeit und einem fairen Preis sucht, der auch als Alternative zu einem Kompaktwagen dienen kann, wenn es nicht nur um den Stadtverkehr geht (sofern Kofferraum und Platzangebot ausreichen), für den ist der Kia Stonic mit diesem Benzinmotor eine sehr empfehlenswerte Wahl.
Technische Daten dieses Autos
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