GWM Ora 5: ein SUV, drei Antriebe und eine Frage: Benziner, Hybrid oder Elektro? Ich verrate dir, welcher meiner Meinung nach für welchen Einsatz am besten passt

Antonio Roncero    @roncero_antonio    29 September 2026     10 min.
GWM Ora 5: ein SUV, drei Antriebe und eine Frage: Benziner, Hybrid oder Elektro? Ich verrate dir, welcher meiner Meinung nach für welchen Einsatz am besten passt

Das erste Modell von GWM in Spanien, der Ora 5, ist mit Benzinmotor, Hybrid oder vollelektrisch erhältlich. Ich bin alle drei Versionen gefahren und helfe dir, anhand deines Einsatzzwecks die richtige Wahl zu treffen.

Dass eine Marke ein Modell mit bis zu drei verschiedenen Antrieben anbietet, wird immer üblicher. Dass sie dies aber von Anfang an tut, und zwar mit einem kompakten SUV, das dank Aktionsangeboten und Finanzierung schon unter 20.000 Euro beginnt, inklusive serienmäßigem Automatikgetriebe, ist schon seltener. Genau dieses Konzept verfolgt der neue Ora 5, mit dem die chinesische Marke GWM ihre kommerzielle Laufbahn in Spanien beginnt und den wir gerade in seinen drei Varianten gefahren sind: Benziner, Hybrid (HEV) und Elektro.

Da es sich um dasselbe Auto mit drei unterschiedlichen Herzen handelt, ist neben dem Fahrverhalten vor allem interessant, für wen welche Version Sinn ergibt. Los geht’s.

Ein kompaktes SUV, das mit dynamischem Fahrverhalten, Design und guter Verarbeitung überzeugt

Der Ora 5 misst 4,47 Meter in der Länge, 1,83 Meter in der Breite und 1,64 Meter in der Höhe, bei einem Radstand von 2,72 Metern. Er gehört zum Segment der kompakten SUV, ist in der Stadt sehr handlich und bietet genügend Platz und Kofferraum, auch für den Familienalltag.

Allen drei Versionen gemeinsam ist ein Fahrwerk mit einer Abstimmung, die sich deutlich von dem unterscheidet, was man bei den meisten chinesischen Autos findet. Es fühlt sich straff, aber keineswegs unbequem an, fast sportlich, mit einer präzisen Lenkung. Dahinter steckt gezielte Entwicklungsarbeit für Europa, mit einer McPherson-Federung vorn und einer Mehrlenkerachse hinten, und Abstimmungsfahrten auch auf spanischen Straßen.

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Gerade der dynamische Bereich hat mich am meisten überrascht, doch sollte man auch die gute Raumausnutzung und die hochwertig wirkende Verarbeitung nicht übersehen, wobei dies bei den neuen chinesischen Autos, die auf den Markt kommen, inzwischen immer häufiger zu finden ist. Der Kofferraum ist ordentlich: 422 Liter in den Versionen mit Benziner und Elektroantrieb und etwas weniger, 390 Liter, in der Hybridversion. Mit umgeklappten Rücksitzen steigt das Volumen auf 1.120 Liter (1.088 beim HEV).

Unabhängig vom Antrieb zeichnet sich der Ora 5 auch durch seine umfangreiche Serienausstattung aus, mit Elementen wie dem 14,6-Zoll-Multimediadisplay, 7 Airbags, mehr als 20 ADAS, LED-Scheinwerfern, Regen- und Lichtsensor, elektrisch beheizbaren Sitzen und Keyless-Entry ab der Ausstattung Explore. Für rund 2.500 Euro ergänzt die Ausstattung Advance unter anderem eine elektrische Heckklappe, elektrisch anklappbare Außenspiegel, ein Panoramadach, Kunstlederpolster, ein Ambiente-Lichtsystem und eine Audioanlage mit 9 Lautsprechern.

Ora 5 1.5T Benziner: der niedrigste Preis… und der höchste Verbrauch

Die Benzinversion ist der Einstieg in die Ora-5-Reihe und die Option für alle, die den niedrigsten Preis wollen und keine ECO-Plakette benötigen. Sie verfügt über einen 1.5-Turbomotor mit 118 kW (160 CV) und 270 Nm sowie serienmäßig ein Doppelkupplungs-Automatikgetriebe mit sieben Gängen. Die offiziellen Leistungsdaten lauten 8,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und 190 km/h Höchstgeschwindigkeit, bei einem homologierten Verbrauch von 6,9 l/100 km und 158 g/km CO₂.

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Die Kombination aus 1.5T-Motor und Automatik funktioniert sowohl bei ruhiger Fahrweise als auch wenn man das Fahrwerk ausreizen möchte richtig gut. Beim realen Verbrauch sollte man allerdings auf dem Boden bleiben. Im Alltag mit kurzen Strecken oder Stadtverkehr muss man mit rund 9 l/100 km rechnen. Auf der Landstraße sinkt er mit dem Eco-Modus und sanfter Fahrweise auf 7-7,5 Liter. Nichts Dramatisches, aber über den homologierten Werten und deutlich über dem Verbrauch des Hybrids, wie wir gleich sehen werden.

Dennoch ist es ein angenehmer Motor mit einer in dieser Klasse ungewöhnlichen Technik, etwa dem Turbolader mit variabler Geometrie. Wer wenig fährt und den Anschaffungspreis in den Vordergrund stellt, für den kann das sinnvoll sein.

Ora 5 1.5T HEV: die Version, die ich wählen würde

Ohne Zweifel lohnt sich der Hybrid den Aufpreis mehr als genug, selbst wenn man keine ECO-Plakette bräuchte, die aber ohnehin nie schadet. Er kombiniert einen 110-kW-Benzinmotor (150 CV) mit einem 140-kW-Elektromotor (190 CV), was eine Gesamtleistung von 223 CV und 476 Nm Drehmoment ergibt. Das Getriebe ist ein zweistufiges DHT, der Akku hat 1,09 kWh. Er beschleunigt in 7,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht 185 km/h. Der homologierte Verbrauch liegt bei 5,1 l/100 km mit 117 g/km CO₂.

In der Praxis ist der HEV deutlich angenehmer zu fahren, mit spontanerem Ansprechverhalten, und vor allem verbraucht er unter allen Bedingungen deutlich weniger: etwa 2,5 bis 3 Liter weniger als der Benziner. Für 2.000 Euro mehr im Listenpreis bekommst du mehr Leistung, bessere Fahrleistungen, angenehmere Bedienung und einen deutlich günstigeren Verbrauch.

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Eine Besonderheit: Der Benzinmotor ist nicht derselbe wie in der Verbrennerversion. Hier handelt es sich um einen 1.5-Turbo mit Miller-Zyklus und Turbolader mit fester Geometrie, eine effizientere Lösung, die besser zu einem Hybridsystem passt. Gegenüber dem Benziner verliert der HEV etwas Kofferraumvolumen, doch seine 390 Liter sind immer noch ein vernünftiger Wert.

Ora 5 EV: nur, wenn du sicher bist, auf Elektromobilität umzusteigen

Bei der Empfehlung des Elektroautos muss man vorsichtiger sein, vor allem wenn es nicht in deinen Plänen lag. Denn die Einschränkungen dieser Fahrzeugart auf längeren Reisen bestehen weiterhin. Du solltest dir sicher sein, dass du den Schritt gehen willst und dein Einsatz passt: viel Stadtverkehr, die Möglichkeit, zu Hause oder bei der Arbeit zu laden, und gelegentliche, gut geplante Fahrten. Wenn das zutrifft, ist er gegenüber seinen Konkurrenten in Größe und Preis eine sehr empfehlenswerte Option.

Er verfügt über einen Elektromotor mit 150 kW (204 CV) und 260 Nm, beschleunigt in 7,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ist auf 170 km/h begrenzt. Der Akku hat 58,3 kWh in LFP-Chemie und ermöglicht eine homologierte Reichweite von 435 km WLTP kombiniert (603 km im Stadtzyklus) bei einem Verbrauch von 15,5 kWh/100 km. Die erste Probefahrt zeigt klar, dass es sich um ein sehr angenehmes und zugleich effizientes Auto handelt: Im gemischten Betrieb ist der homologierte Verbrauch nicht schwer zu erreichen.

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Beim Laden akzeptiert er bis zu 120 kW Gleichstrom, sodass man in etwa 30 Minuten von 10 auf 80 % kommt (von 30 auf 80 % in 20 Minuten). Am Wechselstrom lädt er mit bis zu 11 kW, für eine komplette Ladung von null dauert es 6 Stunden und 36 Minuten. Und wie bei chinesischen Elektroautos üblich, ist die V2L-Funktion mit bis zu 6 kW an Bord, um externe Geräte direkt aus dem Akku zu versorgen.

Preise des GWM Ora 5: ohne Förderung, mit Aktion und Finanzierung

Vergleicht man die Versionen des Ora 5 mit entsprechender Ausstattung, ohne Aktionen oder Rabatte, beginnt die Ausstattung Explore bei 26.950 Euro als Benziner, 28.950 als Hybrid und 34.950 als Elektro. In der Ausstattung Advance liegen die Werte bei 29.500, 31.500 bzw. 37.500 Euro. Mit den Markenaktionen ergeben sich folgende Ab-Preise:

  • Ora 5 1.5T Benziner: Listenpreis ab 26.950 Euro; mit Barzahlungsaktion ab 22.450 Euro; und finanziert ab 19.950 Euro.
  • Ora 5 1.5T HEV: Listenpreis ab 28.950 Euro; bar ab 24.350 Euro; und finanziert ab 22.350 Euro.
  • Ora 5 EV: Listenpreis ab 34.950 Euro; bar ab 25.950 Euro; und finanziert ab 23.950 Euro.

Zu diesen Zahlen sind einige Anmerkungen angebracht. Erstens: Der Benziner-Ora-5 ist mit Finanzierung eines der günstigsten SUV dieser Größe auf dem Markt, zumal er serienmäßig ein Automatikgetriebe hat. Zweitens: Der Unterschied zwischen Benziner und Hybrid beträgt im Listenpreis 2.000 Euro (1.900 bar und 2.400 finanziert), ein Aufpreis, der sich, wie gesagt, auch ohne Rechnung der Kilometer lohnt, die man bräuchte, um ihn allein durch den geringeren Verbrauch wieder hereinzufahren.

Drittens: Der Abstand zwischen Hybrid und Elektro, der im Listenpreis 6.000 Euro beträgt, schrumpft mit den Aktionen auf nur 1.600 Euro, da der Plan Auto+ greift. Eine Verlockung für alle, die bereits über den Wechsel zum Elektroauto nachdenken.

Fazit: Welche Version des Ora 5 soll man wählen?

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Meine Empfehlung lautet:

  • Wenn du den niedrigsten Preis suchst, wenig fährst und keine ECO-Plakette brauchst, ist der Benziner eine sehr logische Wahl. Beachte nur, dass sein realer Verbrauch deutlich über dem homologierten Wert liegen wird.
  • Wenn du das beste Gesamtpaket für fast jeden Einsatz willst, würde ich den Hybrid nehmen. Stärker, angenehmer, mit ECO-Plakette und deutlich geringerem Verbrauch, für einen sehr vernünftigen Aufpreis.
  • Wenn du bequem laden kannst und sicher bist, auf Elektro umsteigen zu wollen, ist der EV eine sehr wettbewerbsfähige Alternative in Größe und Preis, vor allem mit den aktuellen Aktionen. Wenn du aber häufig weit fährst, plane deine Strecken gut.

In allen drei Fällen bekommst du das Beste am Ora 5: ein sehr gut abgestimmtes Fahrwerk, einen geräumigen und gut verarbeiteten Innenraum und ein Fahrgefühl, das überrascht, und das bei einem Auto, das mit den aktuellen Aktionen unter 20.000 Euro beginnt.

Welche Alternativen bietet der Markt?

So weit zum Ora 5. Aber… welche anderen Optionen gibt es zu einem gleichwertigen oder niedrigeren Preis? Schauen wir uns das an.

Wenn du ein Benzin-SUV willst: Jaecoo 5

Für den Preis des Ora 5 gibt es nicht viel Auswahl, aber da wäre ein C3 Aircross, der außerdem eine ECO-Plakette hat. Auch der Livan X6 ist vom Format, Platzangebot und Preis der ähnlichste, liegt aber bei Qualität und Fahrverhalten etwas zurück. Die besten Alternativen kommen aus der Chery-Gruppe: der Ebro S700, der Jaecoo 5 und der Omoda 5. Jeder hat seinen Stil: der Ebro familiärer, der Omoda mit dem gefälligeren Design und der Jaecoo irgendwo dazwischen. Alle drei teilen sich einen 147-CV-Benzinmotor, der seinen Dienst tut, aber auch ziemlich durstig ist.

Wenn du einen Hybrid willst: Ebro S700 HEV

Bei den SUV um 4,5 Meter mit HEV-Antrieb und günstiger als der Ora 5 finden wir den Citroën C3 Hybrid und den Opel Frontera Hybrid, die weniger Leistung und weniger Serienausstattung bieten. Die beste Alternative beim Preis ist der MG ZS Hybrid+, der derzeit mit Rabatten ab 19.840 Euro angeboten wird, also sogar unter dem Benziner-Ora-5. Bei ähnlichem Einstiegspreis oder nicht weit von den 29.000 Euro des Ora 5 HEV entfernt – ohne Rabatte – würde ich den Ebro S700 HEV wählen, wobei ich auch den Kia Niro HEV oder den Toyota C-HR Hybrid 140 in Betracht ziehen würde, die ebenfalls ohne Rabatte um die 30.000 Euro kosten.

Wenn du ein Elektroauto willst: Leapmotor B10

Mit nahezu identischen Außenmaßen bietet der Leapmotor B10 Life Pro einen Motor mit 218 CV und einen 56,2-kWh-Akku, der 361 km WLTP-Reichweite homologiert, dazu einen Kofferraum mit 430 Litern. Der angekündigte Preis liegt etwas unter dem des Ora 5 EV, sowohl bar als auch finanziert. Weitere Alternativen wären der Jaecoo 5 EV und der Skoda Elroq 60, beide teurer.

GWM Ora 5 – Bildergalerie


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