Clase E Mercedes Limousinen Tests
Probefahrt im Mercedes-Benz Clase E 300 de, ein PHEV mit Dieselmotor und sehr sparsam
Wir haben den Mercedes-Benz Clase E 300de ausführlich analysiert, also die Diesel-Plug-in-Hybrid-Version (PHEV), die eine elektrische Reichweite von bis zu 100 km bietet und beim Fahren einen sehr niedrigen Verbrauch hat.

Mercedes-Benz hat sich vor einigen Jahren entschieden, auf Plug-in-Hybride zu setzen, und zwar nicht nur mit Benzinmotor, sondern auch mit Diesel. Dieser Weg ist wenig erforscht, und in der Geschichte haben sich nur wenige Marken getraut, Hybridmodelle mit Dieselmotoren auf den Markt zu bringen.
Tatsächlich haben wir die Kombination aus Diesel und Plug-in-Hybrid in diesem Mercedes Clase E 300 de getestet, und unser Eindruck ist, dass er das Beste aus beiden Welten bietet: den niedrigen Verbrauch eines Diesels – wenn der Akku leer ist – und die Möglichkeit, bis zu 100 km rein elektrisch zu fahren.
1. Elegantes Design mit einem technologischen Innenraum

Äußerlich sieht man der Clase E ihre Klasse an. Ihr Design mit fließenden Linien, das sich in den letzten Generationen nur langsam weiterentwickelt hat, wirkt weiterhin elegant, und mit unserer Außenfarbe ist der herrschaftliche Touch garantiert (mir persönlich gefällt diese Kombination).
Die Front verfügt über LED-Leuchten für alle Beleuchtungsfunktionen, und am Heck verlaufen die ebenfalls LED-Leuchten über die gesamte Heckklappe. Seitlich wirkt das Auto groß, es misst knapp fünf Meter (4,94 Meter), und die auffälligen Felgen unter der AMG-Linie fallen ins Auge.

Innen beeindruckt vor allem der technologische Teil, mit seinen drei Multimediadisplays (optional) dank des MBUX Superscreen. Zusätzlich zum digitalen Kombiinstrument und dem Zentraldisplay gibt es einen dritten Bildschirm für den Beifahrer, über den man Multimediaoptionen, den Sitzkomfort und einige weitere Details steuern kann. Das ist nicht unbedingt notwendig, verleiht der Clase E aber einen technologischen Touch.
Innen ist das Auto geräumig und insgesamt hochwertig verarbeitet. Die Klavierlack-Schwarz-Oberflächen wurden verbessert, sind aber an einigen Stellen des Innenraums noch vorhanden und trüben ein ansonsten gut verarbeitetes Gesamtbild, das dem Segment entspricht.

Die hinteren Sitze bieten alle Arten von Komfort (der sich mit Optionen noch steigern lässt) und sind für zwei Passagiere sehr bequem. Der Kofferraum leidet in dieser Plug-in-Hybrid-Version allerdings: Wegen der Batterien schrumpft sein Volumen von 500 auf 370 Liter.
2. Sanft, Diesel und mit 313 PS

Der Antriebsstrang besteht aus einem Zweiliter-Vierzylinder-Dieselmotor, der 197 CV leistet (er ist der Nachfolger des legendären 2.2, der im 220er nicht mehr angeboten wird). In Kombination mit dem Hybridsystem ergibt sich eine Gesamtleistung von 313 CV und 700 Nm Drehmoment, Werte, die einen Eindruck von der Schubkraft dieser Limousine vermitteln.
Dieses Modell ist aber kein Sportwagen, sondern zielt eindeutig auf Komfort und Laufruhe. Zudem darf man nicht vergessen, dass es ein Gesamtgewicht von 2,2 Tonnen hat, was man am Lenkrad spürt: Es ist sanft, wird in der Dynamik aber durch seine großen Abmessungen und sein Gewicht begrenzt. Tritt man allerdings aufs Gaspedal, sind die Pferde sofort da, und das Drehmoment drückt einen in den Sitz.
Zweifellos ist seine Bestimmung das Zurücklegen von Kilometern, ob in der Stadt oder auf Landstraßen, denn der Innenraumkomfort ist hoch, vor allem die Geräuschdämmung und die Federung, die jede Unebenheit des Asphalts abfangen soll.
3. Elektrische Batterie mit bis zu 100 km Reichweite in 2,5 Stunden

Diese PHEV-Version, also der Plug-in-Hybrid, verfügt über eine elektrische Batterie mit 19,5 kWh nutzbarer Kapazität, die es erlaubt, problemlos 100 Kilometer rein elektrisch zu fahren. Bei unseren Tests im Stadtverkehr und außerhalb der Stadt lag der Verbrauch stets unter 20 kWh auf 100 km, weshalb die angegebene Reichweite realistisch ist.

Sie lädt mit bis zu 11 kW, verfügt aber über kein Schnellladen (interessant auf der Autobahn). Diese Option ist nur in der Version Clase E 300 de 4Matic erhältlich, und ich verstehe nicht, warum sie nicht serienmäßig ist. Um die volle Ladeleistung auszuschöpfen, sollte man dies im Ladebereich des Zentraldisplays aktivieren, da der Akku sonst zum Schutz nicht mit maximaler Leistung lädt.
Man kann auch an einer Haushaltssteckdose laden, konventionell, was je nach Anschlussleistung im Haushalt etwa 7 bis 10 Stunden dauert.
4. Diesel und Plug-in-Hybrid: 3,5 Liter auf 100 km nach 2098 km

Wie ich bereits erwähnt habe, ist es mit der Batterie leicht, 100 km zu fahren, und wenn man täglich zu Hause oder bei der Arbeit lädt, vergisst man wahrscheinlich das Tanken. In unserem Fall mussten wir nach einer Woche mit dem Auto nur am Ende der Woche und für die Rückfahrt nach Madrid tanken.
Um es zu erklären: Unsere Tests beginnen wie immer in Madrid, und ich fahre eine Strecke nach Vigo (600 km über die Autobahn), und am Ende der Woche geht es zurück nach Madrid. Während dieser Woche, mit 1200 km auf der Autobahn und dem Rest in der Stadt und im Umland, betrug der durchschnittliche Verbrauch 3,5 Liter auf 100 km, ein wirklich guter Wert.

Ohne Batterie ist es nicht schwer, auf Landstraßen 3,2 bis 3,5 Liter auf 100 km zu erreichen, ein Wert, der in der Stadt (ohne Batterie) natürlich steigt. Wenn man aber clever kombiniert und mit Diesel lädt, ist das Endergebnis wirklich sehr effizient.
5. Avantgardistische Ausstattung und Preis

Der Einstiegspreis des Mercedes-Benz E 300 de (Diesel-Plug-in-Hybrid) liegt bei 70.000 Euro, basierend auf der Ausstattungslinie “Avantgarde“. Sie umfasst unter anderem Ambientebeleuchtung im Innenraum, 19-Zoll-Felgen, teilweise Lederbezüge, das MBUX-System, eine Rückfahrkamera, einen Spurhalteassistenten, Android Auto und Apple CarPlay.
Unter den zahlreichen Optionen stechen Elemente wie “MBUX Superscreen” hervor, also der dritte Bildschirm für den Beifahrer (ehrlich gesagt verzichtbar; abgesehen vom technologischen Mehrwert ist er bei einem Preis von 1800 Euro nicht praktisch), oder das “Fahrassistenzpaket Plus“, das eine Reihe von Assistenzsystemen bietet (eine interessante Zusatzoption).
Ein weiteres Detail, das überrascht, ist ein Raumduft, der mit der Klimaanlage verbunden ist. Man hat so etwas schon in anderen Fahrzeugen dieser Klasse gesehen, es bleibt aber auffällig (“AIR Balance” für 450 Euro). Außerdem kann man die Sitze mit Massageprogrammen bestellen, die mit der Innenbeleuchtung kombiniert werden, um unterschiedliche Atmosphären zu schaffen, neben weiteren optionalen Details.

Zusammengefasst ist es eine sparsame Antriebskombination mit dem Diesel als Hauptdarsteller und der Umweltplakette Null, dazu eine Ausstattung und ein Komfort, die dem Flaggschiff der deutschen Marke nahekommen.
Fotos | Testteam
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