Test Kia Sorento 2.2 CRDI 200 CV 4x2, deutscher Charakter

Diego G. Moreira     13 June 2016     9 min.
Test Kia Sorento 2.2 CRDI 200 CV 4x2, deutscher Charakter

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Nein, wir haben uns nicht geirrt, und der südkoreanische Hersteller ist auch nicht plötzlich deutsch geworden. Der Kia Sorento, den wir testen konnten, hat jedoch von vorne bis hinten deutschen Charakter (vom Design über die Qualität der Verarbeitung bis hin zum Komfort im Innenraum). Als Visitenkarte bietet der Sorento serienmäßig 200 CV aus einem einzigen Dieselmotor und außerdem sieben Sitzplätze, dazu kommt eine umfangreiche Ausstattung bereits in der Basisversion. All das gibt es ab interessanten 27.843 Euro, wodurch der Sorento praktisch konkurrenzlos dasteht.

Außendesign

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Wenn ich sage, dass der Kia Sorento ein großes Auto ist, belegen dies seine Abmessungen: Er misst 4,78 Meter in der Länge, 1,89 Meter in der Breite und 1,69 Meter in der Höhe (eine gute Höhe, um ohne Probleme die meisten Parkhäuser zu befahren). Das Außendesign wurde mit dieser neuen Generation, die Anfang des vergangenen Jahres 2015 auf den Markt kam, komplett überarbeitet. Er folgt nun der Designsprache der Marke, mit einem großen Kühlergrill und einer Frontpartie, die Robustheit ausstrahlt (ich persönlich fühle mich dabei an den typischen amerikanischen SUV erinnert). Die Scheinwerfer unseres Testwagens waren Xenon-Scheinwerfer mit einer soliden Ausleuchtung, außerdem gibt es LED-Tagfahrlicht.

Seitlich fallen die großen Radhäuser auf, die Felgen bis zu 19 Zoll aufnehmen können. Die Räder unseres Testwagens hatten mit 17 Zoll – mehr als ausreichend – Straßenreifen (kein M+S). Am Heck fallen die geraden, schlichten Linien auf, die Rückleuchten nutzen für einige Funktionen LED-Technik, und es gibt Anspielungen auf den Offroad-Einsatz wie die Stoßfänger mit Schutzelementen und Abschlüssen aus schwarzem Kunststoff.

Innendesign: Platz für sieben Insassen serienmäßig

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Innen steht der Kia Sorento einem deutschen SUV in nichts nach, im Gegenteil, persönlich erinnert mich das Armaturenbrett stark an deutsche Fahrzeuge. Schlichte Linien, wenige Tasten, gute Qualität, ein zentraler Bildschirm für das Multimediasystem und sieben Sitze mit sieben Sitzplätzen, so präsentiert sich der Innenraum des Sorento. Die Instrumententafel ist umfassend, mit Navigationshinweisen und Anzeigen der Parksensoren, schlicht, aber mit allen nötigen Informationen. In der Mitte befindet sich ein 7-Zoll-Touchscreen und direkt darunter die Bedienelemente der Klimaanlage (Zweizonen). Die verwendeten Materialien fühlen sich angenehm und weich an, selbst an den Türen ist die Verarbeitung mehr als ordentlich.

Schon beim Einsteigen vermittelt der Wagen ein Gefühl von Platz und Großzügigkeit, er ist sehr komfortabel auf Langstrecke. Die Sitzposition ist erhöht und bietet eine gute Übersicht. Man braucht etwas, um die richtige Haltung zu finden, danach ist es aber sehr bequem. Der Fahrersitz unseres Testwagens war elektrisch verstellbar und bot dem Körper einen guten Halt. Die hinteren Sitze sind ebenfalls sehr geräumig, die Rückenlehnen lassen sich verstellen, und die Sitze können längs verschoben werden, um mehr Beinfreiheit oder mehr Kofferraumvolumen zu gewinnen. Die Passagiere der zweiten Reihe haben außerdem zwei 12-V-Steckdosen (heute unverzichtbar zum Laden unserer Smartphones) und Luftauslässe.

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Die dritte Sitzreihe lässt sich sehr einfach umklappen, indem man die Sitze anhebt, allerdings ist der Einstieg nicht ganz leicht. Die Beinfreiheit ist besser als bei anderen Sieben-Sitzer-SUV, bleibt aber dennoch eher für kurze Strecken geeignet. Erwähnenswert ist, dass die Passagiere der dritten Reihe eine eigene Bedienung für die Intensität der Klimatisierung, Armlehnen und mehrere Ablagen an den Seiten haben – ein praktisches Detail.

Beim Kofferraum ist zunächst zu unterscheiden, ob alle sieben oder nur fünf Sitze genutzt werden, da die Rückenlehnen der beiden zusätzlichen Sitze die Basis des Kofferraums bilden. Mit fünf Sitzen bietet er ein Volumen von 605 Litern – eine mehr als ausreichende Angabe und im Bereich der großen SUV –, während bei Nutzung aller sieben Sitze nur noch 142 Liter bleiben.

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Beim Thema Ablagen ähnelt der Kia Sorento einem Minivan, da er zahlreiche Ablagen im gesamten Innenraum bietet, um verschiedene Gegenstände abzulegen. Die Türfächer sind groß, ebenso das Hauptfach. Im Mitteltunnel gibt es ein großes Fach, in das vom Handy bis zu Schlüsseln und anderem Kleinkram alles passt, dazu kommt die Mittelkonsole.

Motor und Leistung

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Der einzige Dieselmotor im Sorento-Programm ist ein neuer 2.2 CRDI, der 200 CV leistet (eine Weiterentwicklung des bisherigen mit 197 CV). Es handelt sich um einen Antrieb mit Doppelturbo und einer kraftvollen Reaktion schon bei niedrigen Drehzahlen, der dieses große SUV mit 1763 kg mühelos bewegt. Ein Beleg für die Kraft ist das Drehmoment von 441 Nm: Ab knapp 1.200 Umdrehungen beginnt der Motor zu schieben, und zwar bis etwa 4.000 U/min, besonders kräftig im Bereich zwischen 2.500 und 3.500 Umdrehungen.

Ein weiterer positiver Eindruck ist die Laufkultur des Motors, sowohl beim Geräuschpegel als auch beim gleichmäßigen Hochdrehen. Mit dem Motor kombiniert ist ein manuelles Sechsganggetriebe mit gutem Schaltgefühl. Er verfügt über eine Start-Stopp-Automatik und erfüllt die Abgasnorm Euro 6, ohne dass AdBlue benötigt wird.

Fahrverhalten

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Aufgrund seiner Höhe, seiner Abmessungen und seines Gewichts ist es nachvollziehbar, dass der koreanische Hersteller auf eine eher straffe Fahrwerksabstimmung gesetzt hat, die auf unebenem Asphalt sogar etwas hart wirkt, aber ideal ist, um auf kurvenreichen Straßen eine gute Linie zu halten, ohne dass man stark spürt, dass man in einem SUV sitzt. Auf der Landstraße ist er ein komfortables Auto mit hohem Fahrkomfort, und auch in der Stadt lässt er sich dank der erhöhten Sitzposition und der vielen Assistenzsysteme, die Einparken und Rangieren erleichtern, angenehm fahren.

Wir haben die Version 4×2 getestet. Obwohl es bei dieser Art von SUV wenig Sinn ergibt, die Allradversion zu wählen, ist sie beim Sorento je nach Fahrstrecke und Straßenverhältnissen ein Punkt, den man berücksichtigen sollte. Auf Schotter- und Feldwegen hat unsere Version 4×2 gezeigt, dass der Motor viel Drehmoment hat, das schnell auf die Vorderachse übertragen wird, und in einigen Situationen mit geringer Traktion hatte er Mühe, die Kraft auf die Straße zu bringen (zusammen mit den reinen Straßenreifen). Wer aber überwiegend auf asphaltierten Straßen und gelegentlich auf Feldwege unterwegs ist, für den reicht der Sorento 4×2 mehr als aus.

Die Lenkung ist speziell auf den europäischen Markt abgestimmt, bleibt aber wenig präzise. Sie bietet zwei Härtegrade: einen sportlicheren und einen komfortableren. Die Bremsanlage erfüllt ihre Aufgabe korrekt, unabhängig vom Gewicht oder der Größe dieses SUV.

Verbrauch

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Auf unserer üblichen Strecke auf der Autobahn zwischen Madrid, Vigo und zurück nach Madrid lag der durchschnittliche Verbrauch bei 7,2 Litern auf 100 km, ein ziemlich guter Wert für seine 200 CV. Auf der Landstraße liegt der durchschnittliche Verbrauch bei etwa 7,5–8 Litern, je nachdem, wie vorsichtig man mit dem Gaspedal umgeht. Im Stadtverkehr liegt der Durchschnittsverbrauch auf unserer üblichen Stadtstrecke bei etwa 9 Litern auf 100 km.

Ausstattung

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In diesem Abschnitt beginnen wir immer mit der serienmäßigen Sicherheitsausstattung jedes Kia Sorento, zu der sechs Airbags, Reifendruckkontrolle, ABS mit Notbremsassistent, Stabilitätskontrolle und weitere Elemente gehören. Bei den Euro-NCAP-Crashtests 2014 erreichte er fünf Sterne mit 90 % in der Insassensicherheit für Erwachsene und 86 % beim Kinderschutz. Diese Werte wurden nach dem alten Bewertungssystem gemessen, sind aber wirklich gut.

Die Ausstattung des Sorento gliedert sich in folgende Varianten: Concept, Drive und Emotion. Schon die Basisversion umfasst 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, sieben Sitze, LED-Tagfahrlicht, Nebelscheinwerfer, Zweizonen-Klimaautomatik, Tempomat, Licht- und Regensensor, vordere und hintere Parksensoren, ein 7-Zoll-Navigationssystem mit Touchscreen, Rückfahrkamera und weitere Elemente.

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Unser Testwagen hatte die Ausstattungsvariante Drive, die 18-Zoll-Leichtmetallfelgen und Xenon-Scheinwerfer (nicht Bixenon) umfasst. Besonders gefallen hat uns die Bedienung des Multimediasystems, die einfach und intuitiv ist. Je nach Ausstattung sind alle Arten von Fahrassistenzsystemen erhältlich, wie der Parkassistent, die Totwinkelwarnung oder sogar ein System mit vier Kameras, das eine 360°-Rundumsicht bietet, dazu ein Premium-Soundsystem von Infinity mit 10 Lautsprechern – also nichts, was der Ausstattung eines Premium-SUV nachsteht.

Fazit und persönliche Meinung

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Der Kia Sorento hat sich im Laufe der Zeit neu erfunden: Aus einem Geländewagen wurde ein SUV, was dem aktuellen Trend entspricht, wobei er Eigenschaften hinzugewonnen hat, die er früher nicht hatte, wie die sieben Sitze. Wenn wir den Einstiegspreis von 27.800 Euro, die serienmäßigen sieben Sitze, seine Größe und seine 200 CV als Maßstab nehmen, hat er auf dem Markt keine Konkurrenz.

Sein Innenraum steht einem europäischen Modell in nichts nach, die Verarbeitungsqualität liegt auf dem Niveau des Segments, und das Design hat eine deutsche Note erhalten, wobei der Platz im Innenraum die beste Eigenschaft ist. Was die Technik betrifft, ist es ein altbekannter Motor der Marke, der nun auf 200 CV gebracht wurde. Er ist sehr leistungsstark, allerdings empfehle ich den Allradantrieb nur bei regelmäßiger Fahrt auf Strecken mit geringer Traktion oder bei voll beladenem Fahrzeug. Andernfalls sollte man nicht vergessen, dass es sich um einen SUV handelt, der nicht für extremen Offroad-Einsatz konzipiert ist.

Kurz gesagt: Nicht nur wegen des Preises und des Platzangebots, sondern wenn du ein großes Auto suchst, SUVs magst und ein Auto haben möchtest, das auf der Straße reagiert und komfortabel ist, solltest du neben den typischen deutschen Modellen diesen Kia Sorento als Alternative in Betracht ziehen.

Preise des Kia Sorento

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Der Kia Sorento startet mit den aktuellen Rabatten bei 27.843 Euro. Da sich die Aktionen von Monat zu Monat ändern, empfehlen wir immer, für weitere Informationen und zur Bestätigung dieser Preise einen offiziellen Händler zu kontaktieren.

  • SORENTO 2.2 CRDi CONCEPT 4×2 27.843 Euro
  • SORENTO 2.2 CRDi DRIVE 4×2 32.018 Euro
  • SORENTO 2.2 CRDi DRIVE AUT 4×2 33.903 Euro
  • SORENTO 2.2 CRDi DRIVE 4×4 34.518 Euro
  • SORENTO 2.2 CRDi DRIVE AUT 4×4 36.403 Euro
  • SORENTO 2.2 CRDi EMOTION 4×4 38.218 Euro
  • SORENTO 2.2 CRDi EMOTION AUT 4×4 40.103 Euro
  • SORENTO 2.2 CRDi EMOTION AUT 4×4 (PACK LUXURY) 43.253 Euro

Fotos | Testteam Highmotor

Technische Daten dieses Autos


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