Test des OMODA 7 SHS: CERO-Plakette, 279 CV und mehr Argumente als erwartet

Óscar Sanz     3 June 2026     10 min.
Test des OMODA 7 SHS: CERO-Plakette, 279 CV und mehr Argumente als erwartet

Wir sind mehr als 250 km mit dem OMODA 7 SHS gefahren, um zu prüfen, ob seine CERO-Plakette, seine 279 CV und sein Plug-in-Hybridsystem halten, was sie versprechen.

Der OMODA 7 SHS kommt mit einem dieser Datenblätter, die auf dem Papier darauf ausgelegt scheinen, Vorurteile zu entkräften. Es handelt sich um einen Plug-in-Hybrid-SUV mit 4,66 Metern Länge, 279 CV, bis zu 92 Kilometern zertifizierter elektrischer Reichweite, CERO-Plakette und einem Preis, der ihn gegenüber vielen direkten Wettbewerbern sehr konkurrenzfähig positioniert. Doch Daten zu lesen ist eine Sache, mit ihnen auf einer realen Fahrt zu leben, eine ganz andere.

Unser erster Kontakt fand unter besonders interessanten Bedingungen statt: eine Fahrt von Madrid nach Segovia mit Endziel Pedraza. Eine Strecke mit Stadtverkehr, Autobahn, Landstraßen, wechselndem Tempo, Steigungen, Kurven und genau der Art von Fahrt, bei der sich zeigt, ob ein familientauglicher Plug-in-Hybrid nur auf dem Papier effizient ist oder auch dann überzeugt, wenn man mehr von ihm verlangt, als sich zwischen Ampeln zu bewegen.

Von Madrid nach Pedraza: Test mit Verkehr, Autobahn und Landstraße

Die Antwort war eindeutig: Der OMODA 7 SHS zeigte auf allen Straßentypen eine hervorragende Leistung. In der Stadt bewegt er sich mit der Laufruhe eines Elektroautos, solange der Akku geladen ist; auf der Autobahn hält er Reisegeschwindigkeit mit großer Leichtigkeit; und auf Landstraßen, wie denen nach Pedraza, beweist er, dass seine Leistung mehr als ausreicht, um Überholvorgänge, Steigungen und Tempowechsel zu meistern, ohne den Eindruck von Anstrengung zu vermitteln.

Dies ist kein SUV, der Sportlichkeit verkaufen will, und das muss er auch nicht. Seine Stärke liegt woanders: in der Mühelosigkeit, mit der er alles erledigt. Seine 279 CV fühlen sich nicht wie eine Zahl für das Schaufenster an, sondern wie eine echte Reserve an Vortrieb, die bei Bedarf verfügbar ist. Das Auto reagiert kraftvoll, aber nicht ruckartig, und genau das ist eine der Stärken seines Plug-in-Hybridsystems.

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Das SHS-System: Leistung ohne Ruckeln

Die Bezeichnung SHS steht für „Super Hybrid System“. Dahinter verbirgt sich ein PHEV-Antriebssystem, das einen 1.5 TGDI DHE Vierzylinder-Benzinmotor, ein dediziertes Hybridgetriebe DHT und einen Akku mit 18,4 kWh kombiniert. Das Gesamtpaket leistet 205 kW, entsprechend 279 CV, und ein maximales Drehmoment von 365 Nm.

Wichtiger als die Zahlen ist jedoch, wie das System arbeitet. Elektromotor und Verbrennungsmotor greifen sehr natürlich ineinander, ohne Ruckeln, ohne spürbare Unterbrechungen und ohne dass der Fahrer ständig darauf achten muss, welche Energiequelle den Wagen gerade antreibt.

Auf der Strecke Madrid–Segovia–Pedraza arbeitete das PHEV-System mit bemerkenswerter Reife. Auf städtischen Abschnitten und bei geringer Last übernimmt der Elektromotor einen Großteil der Arbeit, mit unmittelbarem und lautlosem Ansprechen. Auf Schnellstraßen schaltet sich der Benzinmotor unauffällig zu und liefert Unterstützung, wenn das Auto Geschwindigkeit halten oder Vortrieb gewinnen muss.

Wenn der Akku leer wird, bleibt das Auto nicht stehen

Ein wichtiger Punkt bei jedem Plug-in-Hybrid ist, was passiert, wenn der Akku nicht mehr in seinem günstigsten Bereich liegt. Beim OMODA 7 SHS arbeitet das System dann wie ein konventioneller Hybrid, mit elektrischer Unterstützung bei Beschleunigungsphasen und geringer Last. So entsteht nicht das Gefühl von „schwerem, durstigem Auto“, das bei anderen PHEV manchmal auftritt, wenn die Batterie erschöpft ist.

Der bei unserem Test gemessene Verbrauch lag zwischen 2 und 2,5 l/100 km, ein besonders interessanter Wert angesichts der Strecke, der Fahrzeuggröße und der Leistung. Wie bei jedem Plug-in-Hybrid hängt das Endergebnis stark vom anfänglichen Ladezustand des Akkus und davon ab, wie konsequent das Laden betrieben wird. Doch der OMODA 7 SHS macht deutlich, dass sein Konzept sich nicht darauf beschränkt, einen guten Normverbrauch zu erreichen. Richtig eingesetzt, kann er im realen Straßenverkehr sehr vernünftige Verbräuche bieten. Seine besondere Stärke ist aber, dass man mit ihm problemlos die meisten Strecken fahren kann, ohne den Akku aufzuladen. Und für sein Verhältnis von Gewicht zu Leistung erreicht er bei gesetzlich erlaubter Geschwindigkeit sehr moderate Verbräuche von nur 6–6,5 Litern.

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Bis zu 92 km elektrisch: Der Schlüssel liegt im Laden

Die zertifizierte elektrische Reichweite von bis zu 92 Kilometern ist eines seiner wichtigsten Argumente. Im täglichen Gebrauch deckt diese Zahl viele Fahrten ohne Benzin ab, besonders im städtischen und stadtnahen Verkehr.

In einer Stadt wie Madrid, wo Umweltzonen zum Alltag gehören, ist die CERO-Plakette kein bloßes Verkaufsargument, sondern ein praktischer Vorteil. Sie ermöglicht die Einfahrt mit weniger Einschränkungen, mehr Bewegungsfreiheit und eine echte Nutzung des elektrischen Betriebs auf alltäglichen Strecken.

Auch das Laden ist für diese Fahrzeugklasse gut gelöst. Der Akku lässt Wechselstromladung mit bis zu 6,6 kW und Gleichstromladung mit bis zu 40 kW zu. An einem heimischen Ladepunkt dauert eine vollständige Ladung etwa drei Stunden, während sich beim Schnellladen in rund 20 Minuten ein erheblicher Teil der Reichweite wiederherstellen lässt. Er soll ein reines Elektroauto nicht ersetzen, erlaubt aber, ihn unter der Woche überwiegend elektrisch zu nutzen, wenn man regelmäßig lädt.

Leise, komfortabel und fürs Reisen durchdacht

Überraschend ist nicht nur, wie schnell er fährt oder wie wenig er verbraucht, sondern vor allem, wie komfortabel er ist. Der OMODA 7 SHS ist fürs Reisen gemacht, und das merkt man schon nach den ersten Kilometern. Die Geräuschdämmung ist sehr gut umgesetzt, die doppelt verglasten Scheiben isolieren den Innenraum, und das aktive Geräuschunterdrückungssystem verstärkt das Gefühl einer leisen Blase, die auf langen Strecken besonders geschätzt wird.

Auf offener Landstraße wird diese Ruhe zu einem seiner wichtigsten Argumente. Er vermittelt keine Nervosität, verlangt keine ständigen Korrekturen und filtert Fahrbahnunebenheiten gut heraus. Die Federung priorisiert klar den Komfort, was bei einem familienorientierten SUV nur logisch ist.

In der Stadt wirkt er zudem handlicher, als seine Abmessungen vermuten lassen, mit einer leichtgängigen Lenkung und einfacher Reaktion beim Rangieren, in engen Straßen oder auf Parkplätzen.

Viel Platz für Familienreisen

Auch die Raumverhältnisse sprechen klar für ihn. Mit 4.660 mm Länge, 1.875 mm Breite, 1.670 mm Höhe und 2.720 mm Radstand bewegt sich der OMODA 7 SHS in einem sehr interessanten Bereich des Marktes: geräumiger und reisetauglicher als viele kompakte SUV, aber ohne das Volumen eines großen SUV der oberen Klasse.

Vorne herrscht ein gutes Raumgefühl, hinten reist man sehr geräumig, und kompakt betrachtet, unterstreicht der Kofferraum mit 537 bis 1.294 Litern sein Profil als Familienauto.

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Ein beeindruckendes Display, aber mit einem wichtigen Verzicht

Der Innenraum hinterlässt einen positiven Eindruck durch Design, Verarbeitung und wahrgenommene Qualität. Es gibt angenehm anzufassende Materialien, gut wirkende Passungen und eine sehr im Vordergrund stehende technische Inszenierung. Das digitale Instrumentenfeld mit 8,88 Zoll und der große Zentralbildschirm mit 15,6 Zoll und 2.5K-Auflösung prägen einen Großteil des Erlebnisses an Bord.

In der Ausstattungsvariante Premium lässt sich der Bildschirm außerdem jederzeit zur Beifahrerseite schieben, eine auffällige, ungewöhnliche und sehr markante Lösung bei einem ersten Kontakt.

Diese Lösung hat aber auch einen wichtigen Nachteil. Um das elektronische System für das Verschieben des Bildschirms unterzubringen, musste OMODA den gesamten Raum opfern, den sonst das Handschuhfach einnehmen würde, einschließlich des im Alltag so praktischen Ablagefachs. Wir gewinnen also eine sehr spektakuläre technische Funktion, verlieren dafür aber eine grundlegende praktische Lösung. Und bei einem Familienauto fällt dieser Verzicht auf.

Zu viel innerhalb des Bildschirms

Hier liegt das größte „Aber“ des OMODA 7 SHS. Er überzeugt durch Platz, Komfort, Leistung und Effizienz, weniger jedoch durch den Ehrgeiz, praktisch alle Funktionen auf den Bildschirm zu verlagern.

Das Multimediasystem ist schnell, optisch ansprechend und recht intuitiv, unterstützt von einem Qualcomm Snapdragon 8155 Prozessor, 12 GB Arbeitsspeicher und 128 GB Speicher. Das Problem ist nicht, dass der Bildschirm schlecht funktioniert. Das Problem ist, dass sich darin zu viele Dinge befinden.

Während der Fahrt fehlen physische Bedienelemente für grundlegende Funktionen. Nicht alles sollte von Touchmenüs abhängen, besonders nicht in einem Familien- und Reiseauto. Technik soll das Leben an Bord erleichtern, nicht den Fahrer zwingen, mehr Aufmerksamkeit von der Straße abzuziehen als unbedingt nötig.

Das ist ein allgemeiner Branchentrend, doch beim OMODA 7 SHS fällt er besonders auf, weil der Rest des Autos ein sehr logisches, komfortables und gut durchdachtes Bedienkonzept vermittelt.

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Eine erhöhte Sitzposition und ein sehr präsenter Mitteltunnel

Auch die Sitzposition verdient Erwähnung. Sie ist erhöht, selbst wenn man den Sitz absenkt. Das wird jenen gefallen, die einen dominanten Blick auf die Straße wünschen, mag aber weniger überzeugen, wenn man lieber stärker ins Fahrzeug integriert sitzt.

Der Mitteltunnel bietet viel Platz für Gegenstände und gleicht den fehlenden Handschuhkasten teilweise aus, wirkt aufgrund seines Volumens und seiner Höhe aber mitunter sperrig.

Viel Ausstattung schon in der Variante Pure

Bei der Ausstattung spielt der OMODA 7 SHS eine seiner besten Karten aus. Bereits in der Variante Pure gehören 19-Zoll-Felgen, LED-Scheinwerfer mit automatischem Fernlichtwechsel, Dachreling, beheizbares Lenkrad, beheizbare Vordersitze, Zweizonenklimaautomatik, schlüsselloses Zugangs- und Startsystem, schallisolierte Scheiben, 15,6-Zoll-Zentralbildschirm, kabellose Anbindung von Apple CarPlay und Android Auto, induktives Laden des Smartphones, Rückfahrkamera und 19 ADAS-Systeme zur Serienausstattung.

Die Variante Premium ergänzt 20-Zoll-Felgen, eine 540-Grad-Panoramakamera, vordere Parksensoren, Vordersitze aus Kunstleder, belüftet, mit elektrischer Verstellung und Speicher, Panoramadach, abblendbarer Innenspiegel, Außenspiegel mit Speicherfunktion, verschiebbares Digitaldisplay, intelligente Vier-Zonen-Sprachsteuerung und ein Sony-Soundsystem mit acht Lautsprechern.

Das ist eine sehr vollständige Ausstattung, die vor allem gut auf die Erwartungen an einen modernen Familien-SUV abgestimmt ist.

Preis: eines seiner stärksten Argumente

Der Preis untermauert das Argument zusätzlich. Der OMODA 7 SHS startet in der Variante Pure bei 42.900 Euro und in der Variante Premium bei 45.900 Euro, jeweils vor Förderungen. Mit Einführungsaktionen, Finanzierungsangeboten und der Anwendung des Programms Auto+ kann die Variante Premium auf 32.990 Euro sinken.

In einem Markt, in dem Plug-in-Hybrid-SUV schnell teuer werden, positioniert dieses Angebot das Modell sehr konkurrenzfähig.

Fazit: ein überzeugender Familien-PHEV, aber nicht perfekt

Nach der Fahrt zwischen Madrid, Segovia und Pedraza ist das Fazit klar: Der OMODA 7 SHS ist nicht nur wegen seines Preises interessant. Er ist ein sehr vollständiger Familien-SUV, komfortabel, geräumig und mit einem Plug-in-Hybridsystem, das mit bemerkenswerter Laufruhe arbeitet.

Er hat mehr als genug Leistung für Reisen, eine nützliche elektrische Reichweite für den Alltag und ein Komfortniveau, das sehr gut zu seinem Konzept passt.

Gibt es Verbesserungspotenzial? Ja, vor allem bei der Ergonomie. Das Fehlen physischer Tasten überzeugt mich nicht, und der verschiebbare Bildschirm verlangt, so spektakulär er ist, den Verzicht auf das Handschuhfach und einen Ablageraum, den man in einem Familienauto vermisst. Aber das Gesamtpaket funktioniert. Und es funktioniert sehr gut.

OMODA hat verstanden, dass der heutige Käufer CERO-Plakette, Platz, Technik, Effizienz und einen vernünftigen Preis will. Der OMODA 7 SHS bietet all das mit einer attraktiven Inszenierung und einem Fahrerlebnis, das überzeugender ist, als viele erwarten würden. Er ist nicht perfekt, aber er gehört zu jenen Autos, die man nach einer Probefahrt viel besser versteht als auf dem Papier.

Technische Daten dieses Autos

GeländewagenOmoda 72 Varianten · ab 42.900 €

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