Model 3 Tesla Limousinen Elektroautos
Test des Tesla Model 3: Ist das günstigste Tesla wirklich das BESTE von allen?
Man sagt, Perfektion gibt es nicht… doch manche hören nicht auf, es zu versuchen. Im Jahr 2017 hat Tesla mit dem Model 3 alle Maßstäbe gesprengt. Er war schnell, effizient und zugänglicher als jedes andere Elektroauto seiner Marke. Nun, sieben Jahre später, kommt seine verfeinertste Weiterentwicklung. Leiser. Komfortabler. Effizienter. Dies ist der neue Tesla Model 3 mit Hinterradantrieb, und heute finden wir heraus, ob er in einem immer umkämpfteren Markt immer noch der König ist… oder ob man ihm die Krone entrissen hat.
https://youtu.be/ia-8_eRdyjM
Äußerlich erkennst du ihn sofort, doch alles wirkt polierter. Die Linien sind sauberer, mit schärferen Scheinwerfern und einer bis ins Detail abgestimmten Aerodynamik, die einen cw-Wert von 0,219 ermöglicht, der weiterhin ein Referenzwert ist, den nicht jeder erreicht. Es ist kein radikales Redesign, aber genug, um das Gefühl eines ausgereiften Produkts zu vermitteln. Dazu kommen zwei neue Farben: Ultrarot und Stealth-Grau.
Was sich gegenüber dem bisher Bekannten nicht verändert hat, sind die Abmessungen: Er misst 4.720 mm in der Länge, 1.441 mm in der Höhe und 1.850 mm in der Breite, mit einem Radstand von 2.875 mm. An der Seite gibt es jedoch keine großen Veränderungen. Die herausragenden Elemente sind die Totwinkelkamera am B-Holm, die bündig mit der Karosserie abschließenden Türgriffe und die Felgen, die übrigens aus Kunststoff bestehen, 18 Zoll groß sind und auch in 19 Zoll angeboten werden, wobei diese Option die Reichweite um bis zu 40 km verringert.

Die Heckleuchten ändern ihre Lichtsignatur und sind nun direkt in die Kofferraumklappe integriert, um die Passform und die Aerodynamik zu verbessern. Unter der vorderen Haube verbirgt sich ein praktischer Stauraum, der sogenannte „Frunk“ mit 88 Litern, ideal für Ladekabel oder einen kleinen Reisekoffer. Im hinteren Bereich bietet der Hauptraum 425 Liter, mit einer großzügigen Öffnung und nutzbaren Formen, mehr als genug für Familienreisen und geräumiger als andere Modelle des Segments wie der BYD Seal oder der Hyundai Ioniq 6.
Ein schlichter, aber anspruchsvoller Innenraum
Und das Wichtigste liegt im Inneren: mehr Schallisolierung, eine optimierte Federung, die Unebenheiten besser ausgleicht, und ein Interieur mit hochwertigeren Materialien und einer Ambientebeleuchtung, die es gemütlicher und attraktiver macht. Die Kabine wurde komplett neu gestaltet, mit Materialien, die optisch und haptisch besser wirken, was zuvor einer der Schwachpunkte des Autos war. Echtes Aluminium, neue Textilien und eine Verarbeitung, die man spürt, sobald man es berührt.

Die vorderen Sitze sind nun belüftet und beheizt, und auch die hinteren Sitze erhalten serienmäßig eine Sitzheizung. Die Mittelkonsole ist neu, mit Aluminiumoberfläche, bietet mehr Stauraum und umfasst kabelloses Laden für zwei Smartphones. Zusätzlich gibt es einen vorderen USB-C-Anschluss und zwei hintere mit 65 W Leistung, mehr als genug, um auch einen Laptop schnell aufzuladen. Der 15,4-Zoll-Zentralbildschirm behält seine Größe, hat aber schmalere Ränder für mehr nutzbare Fläche, und die Oberfläche lässt sich nun stärker personalisieren.
Dort werden alle Daten angezeigt, denn es gibt kein Instrumentendisplay hinter dem Lenkrad. Von der Geschwindigkeit bis zum Öffnen des Handschuhfachs, dem Einstellen der Spiegel, des Lenkrads oder dem Abrufen der Reichweite läuft alles über den Bildschirm. Was wir allerdings vermissen: dass Tesla Android Auto und Apple CarPlay noch nicht integriert hat. Auf den Rücksitzen sind Platzangebot und Beinfreiheit sehr beeindruckend. Das Glasdach entfernt die C-Säule und vermittelt ein unglaubliches Raumgefühl. Erstmals gibt es einen 8-Zoll-Bildschirm zur Steuerung von Klima und Lüftung sowie für den Zugriff auf Streaming-Unterhaltung.

Ein Motor für jede Situation
Unter der Haube, besser gesagt unter dem Boden, verbirgt sich ein Motor mit 283 PS, Hinterradantrieb und einem Akku, der eine Reichweite von bis zu 513 Kilometern nach WLTP ermöglicht. Im Alltag auf der Landstraße sind bei gleichbleibendem Reisetempo etwa 325 km realistisch. Es gibt zwar eine weitere Hinterradversion, den Model 3 Long Range§h42? mit Allradantrieb, der 1.828 kg wiegt, rund 100 kg mehr als die Version, die wir testen, und eine Reichweite von 629 Kilometern erreicht, dafür aber 10.000 € teurer ist. Das Laden ist eine der großen Stärken: an einer Schnellladesäule schafft er es in etwas mehr als 25 Minuten von 10 auf 80 %. Und wer es eilig hat, für den ist das Netz der Supercharger von Tesla heute eines der komfortabelsten Angebote, die ein Elektroauto bieten kann. Der Model 3 lädt in nur 15 Minuten bis zu 282 km an einem der 12.000 Supercharger-Standorte in ganz Europa, die 250 kW Leistung liefern.

Fahrgefühl am Steuer
Für unseren Test sind wir die Strecke Madrid–Segovia–Madrid gefahren und haben unser Modell an einer der Supercharger-Stationen von Tesla geladen, wo wir es in nur 15 Minuten vollständig aufladen konnten. Auf 135 Kilometern Fahrt hat das Auto dabei 40 % seiner Reichweite verloren. Der WLTP-Verbrauch liegt bei 13,2 kWh/100 km, doch in unserem Test mit gemischtem Stadt- und Landstraßenbetrieb haben wir 14 kWh/100 km gemessen.
Beim Fahren setzt Tesla auf Einfachheit: Man muss nichts einschalten und keine Handbremse lösen, man setzt sich hin, schnallt sich an und fährt los. Hebel gibt es nicht mehr, sie wurden durch Bedienelemente am Lenkrad und haptische Steuerungen für die Blinker ersetzt. Zum Wählen des Gangs muss man entweder in die linke obere Ecke des Multimediabildschirms gehen und das Autosymbol verschieben oder die Touch-Tasten an der Decke nutzen. Das ist nicht das bequemste, schmälert die Praxistauglichkeit aber nicht. Schließlich musst du nur „D“ oder beim Rangieren „R“ wählen.

Auf der Straße wirkt er noch verfeinerter. Es gibt kaum Geräusche, der Komfort ist beeindruckend, dank einer neuen Akustikverglasung rundum, überarbeiteten Dichtungen und einer verbesserten Federung. Das Ergebnis: 30 % weniger Windgeräusche, 20 % weniger Abrollgeräusche und 25 % weniger Geräusche durch Stöße. Die Lenkung verliert im Vergleich zum Vorgängermodell etwas an Unmittelbarkeit, doch Federung und Karosseriesteifigkeit sind zu einem ausgewogeneren Verhältnis gekommen. Er bleibt in Kurven agil, ist nun aber entspannter und komfortabler auf langen Strecken. Mit 283 PS und Hinterradantrieb beschleunigt er in etwa 5,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht 201 km/h. Die WLTP-Reichweite beträgt 513 km, im realistischen Landstraßenbetrieb sind es etwa 325 km. Das reicht locker für lange Fahrten, seine Stärken spielt er aber vor allem im Stadtverkehr aus.
Wenn ich an seiner Dynamik etwas bemängeln müsste – abgesehen davon, dass er etwas Wendigkeit eingebüßt hat –, dann dass man mit der Rekuperation nicht spielen kann. Es gibt nur einen Rekuperationsmodus, den Standardmodus, und es ist weder möglich, die Rekuperation zu erhöhen, zu verringern noch auszuschalten. Ehrlich gesagt ist sie in manchen Situationen sogar etwas ruckartig. In der Stadt ist das sehr angenehm, und das iPedal ist eine der besten Erfindungen beim Elektroauto. Auf der Landstraße hat es uns aber nicht gefallen, denn bergab verliert man etwa an Schwung, sofern man nicht sehr aufmerksam mit dem Gaspedal umgeht, um nicht ganz vom Gas zu gehen, damit die Rekuperation des iPedals nicht auf Maximum steht.

Im Vergleich zu seinen Wettbewerbern sind es vor allem der Hyundai Ioniq 6 oder der BYD Seal, die am ehesten mithalten können. Beide sind sich sehr ähnlich, doch beim Preis-Leistungs-Verhältnis ist der Tesla Model 3 unbestritten der König. Und das sage nicht nur ich, das sagen die Zahlen. Verglichen mit dem Seal ist der Tesla effizienter, und das gesamte Ladeökosystem funktioniert besser. Das Fahrverhalten des Ioniq 6 ist dem ähnlicher, doch die Basisversion des Ioniq 6 kostet 10.000 € mehr als dieses Auto, dafür hat er allerdings mehr Reichweite.
Ein sehr günstiger Preis… der ihn zum Verkaufsschlager macht
Und nun das Wichtigste, die Preise. Die Modellpalette beginnt mit der Hinterradversion, die bis zu 554 km WLTP-Reichweite bietet und 40.000 Euro kostet. Es folgt die Long Range mit Hinterradantrieb, die 702 km erreicht und 45.000 Euro kostet. Ganz oben steht die Long Range mit Allradantrieb mit 678 km und einem Preis von 49.000 Euro. Welchen würde ich kaufen? Mit der Einstiegsversion bekommst du bereits eine hervorragende Limousine für jeden Einsatz, die auch lange Reisen ohne Reichweitenangst meistert.
Technische Daten dieses Autos
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